Keine Bange, ich muss selber schmunzeln, wenn ich das schreibe. Aber irgendwie passt diese Genre Beschreibung hier ganz gut und in den letzten Jahren haben die neuen Namen für Musikrichtungen (nicht die Musikrichtungen selber) ja rasant schnell zugenommen. Und wer will heutzutage eigentlich überhaupt noch in einer altmodischen Punkband sein, dem Druck einen immer unrelevanter werdenden Genres ausgesetzt? Dry the river wollen es und das ganz deutlich. Tatoos tragend und ihre Vorliebe für den US Hardcore betonend sind sie letztes Jahr mit einer EP und vielen energischen Konzerten in UK aufgetaucht, um dieses Jahr richtig durchzustarten.
Die Entwicklung die zuvor genommen wurde, ist allerdings spannend. Sänger Peter Liddle war vor drei Jahren mit einer Tournee aufgefallen, voll akustisch und sehr folkig. Seine Mitbewohner und jetzigen Bandmitglieder haben ihn aber überzeugt, die geliebten Folksongs in eine härtere Richtung zu entwicklen. Was eine gute Idee war, zumindest wurde die britische Musikpresse sehr schnell aufmerksam auf die Band und Peter Katis (the National, Interpol) konnte als Produzent gewonnen werden.
Und der Ansatz funktioniert, viele der Songs wurden bereits akustisch live vorgestellt bekommen auf dem Debutalbum einen Hardcoreanstrich. HISTORY BOOK und THE CHAMBERS & THE VALVES sind gute Beispiele, was aus Folkwurzeln entstehen kann, wenn man die Gitarren bis zum Anschlag aufdreht. Oder natürlich auch die Vorabsingle NEW CEREMONY, ein hartes Brett von Song, das aber im Refrain herzerwärmend wird. Das wir es dabei mit eher gebildeten Menschen zu tun haben, zeigen solche Songs wie BIBLE BELT, die textlich einen tiefen Ausflug in die amerikanische Literatur macht.
Wer Referenzen braucht und ähnliche Bands, sei an At the Drive-In, the Horrors auf ihrem ersten Album und die Maccabees verwiesen. Auf das Radar sollte man diese Band auf jeden Fall nehmen.