"Shakira - Die Biografie" von Michael Fuchs-Gamböck und Thorsten Schatz erzählt das Leben der Kolumbianerin Shakira Isabel Mebarak Ripoll von ihrer Geburt am 2.2.1977 in Barranquilla, Kolumbien bis zu ihrem Album von 2009, She-Wolf.
Eine Discographie, eine Auflistung ihrer Auszeichnungen, Internetlinks und gut ein halbes Dutzend Schwarz-Weiß Fotos runden das Buch ab.
Seitdem mir eine Freundin erzählt hat, daß Shakira in der Türkei ein etwas altmodischer Name ist (so wie ich Deutschland Hannelore oder Adelheid) muß ich beim Gedanken an die bekannteste Shakira der Welt immer schmunzeln. Ebenso amüsant ist auch die Shakira-Parodie in dem Hugh Grant Film "Mitten ins Herz - Ein Song für Dich". Diese beiden, zugegeben eher unwichtigen Anekdoten, kommen im vorliegenden Buch nicht vor. Die Autoren haben nicht persönlich mit Shakira gesprochen und stützen ihre, gut lesbare, Biographie auf Quellen wie Spiegel, Bravo, Rolling Stone und sogar das WOM-Journal. Wer sich ein Buch über Shakira kauft, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Fan der Sängerin sein und deshalb auch nicht zu enttäuscht sein, daß Fuchs-Gamböck und Schatz nicht allzu kritisch und distanziert über die Hips don't lie Interpretin berichten. Zwar werden auch kritische Stimmen zitiert, aber zumeist zu solch unbedeutenden Fragen wie: Hat sich Shakira für den internationalen Durchbruch die schwarzen Haare blondiert? Interessanter hingegen die Beobachtung einiger Kritiker, und die Autoren schließen sich diesen Stimmen an, daß Shakira auf Spanisch poetischere Texte schreibt und überzeugender singt.
Sehr wohltuend an diesem Buch ist auch, daß neben Promi-Quatsch (z. B. Berichte über einen Woody Allen DVD Abend mit ihrem Freund), der Musik genügend Platz eingeräumt wird. Alben und DVD's der Südamerikanerin werden knapp und informativ vorgestellt und beleuchtet.
Das Shakira viele ihrer Lieder selbst schreibt wird lobend erwähnt, ob sie allerdings wirklich so bahnbrechend und Sängerinnen wie Britney Spears und Christina Aguilera überlegen ist, bleibt Geschmackssache. Zweifellos hat sie sich bisher öfter tiefgründiger, weniger aufdringlich und oberflächlich präsentiert und war politisch aktiver. Als Kolumbianerin sei sie nicht nur mit Walt Disney, sondern eben auch mit Paramillitärs und Armut aufgewachsen, wird sie zitiert.
Shakira begann bereits als Kind zu texten und zu singen, ihr Vater (mit Wurzeln im Libanon) war mit seiner Vorliebe für Literatur ein großer Einfluß. Der Zwangsverkauf vieler Besitztümer der Familie, als Shakira 8 Jahre alt war, prägten sie offenbar stark. Und der frühe Tod eines Bruders und andere Verluste förderten die Thanatophobie (eine übersteigerte Angst vor dem Tod), die Shakira im Erwachsenenalter ärztlich behandeln ließ. Dies sei nur als Beispiel dafür genannt, daß dieses Buch sich deutlich von manch anderer, auf ein Teenie-Fan-Publikum abzielenden Veröffentlichung abhebt. Mit diesem Buch in der Öffentlichkeit gesehen zu werden braucht einem auch als erwachsenem Leser nicht peinlich zu sein! ;-)
Direkt nach der Lektüre von Kurt Cobains Biographie (Shakira nennt Nirvana als eine ihrer Lieblingsbands) wirkt eine Shakira Biographie zwar etwas weniger spannend und bedeutend, aber besonders ab der Hälfte des Buchs wird es interessanter. Das sie als junges Mädchen einen Wettbewerb für den schönsten Hintern gewann ist dann doch weniger relevant (und ihr selbst heute auch eher peinlich) als ihre Meinung zur Lage in Kolumbien oder ihre Rolle als glaubwürdige, jüngste Unicef-Botschafterin. Eine bemerkenswerte Frau. Eine empfehlenswerte Biographie.