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Shaking The Habitual (Deluxe Edition) [Doppel-CD]

The Knife Audio CD
2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Audio CD (5. April 2013)
  • Erscheinungsdatum: 1. Januar 2013
  • Anzahl Disks/Tonträger: 2
  • Format: Doppel-CD
  • Label: Cooperative Music (Universal)
  • ASIN: B00B8O5CXM
  • Weitere Ausgaben: Audio CD  |  Vinyl
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 107 in Musik (Siehe Top 100 in Musik)

Disk: 1
1. A Tooth for an Eye
2. Full of Fire
3. A Cherry On Top
4. Without You My Life Would Be Boring
5. Wrap Your Arms Around Me
6. Crake
7. Old Dreams Waiting to Be Realized
Disk: 2
1. Raging Lung
2. Networking
3. Oryx
4. Stay Out Here
5. Fracking Fluid Injection
6. Ready to Lose

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Mit Shaking The Habitual erscheint das erste neue Studioalbum von The Knife seit sieben Jahren.

Das musikalische Duo aus Schweden, bestehend aus den beiden Geschwistern Karin Dreijer Andersson und Olof Dreijer, gründete sich 1999. Zwei Jahre später veröffentlichten sie ihr selbstbetiteltes Debütalbum The Knife, schnell erreichte die Band mit ihrem komplexen Sound internationale Aufmerksamkeit, seither genießen Kultstatus in ihre eingeschworenen Fangemeinde rund um den Globus. Mit unterschwelligen Botschaften in ihren Songs haben The Knife schon immer politisch Stellung bezogen, auf Shaking The Habitual wird dieses Konzept konsequent weiterentwickelt - ein deutlicher Abgesang auf Homophobie, ungleich verteilter Wohlstand und Geschlechter-Stereotypen.

Shaking The Habitual wurde zwischen 2010 - 2012 in Berlin unter eigener Federführung aufgenommen und produziert. Einen ersten audiovisuellen Vorgeschmack gab es bereits Anfang diesen Jahres mit dem Video zu "Full Of Fire", ganz im Stil der Band als Kurzfilm arrangiert, in Zusammenarbeit mit der schwedischen Regisseurin Marit Östberg.

Produktbeschreibungen

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Kundenrezensionen

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4.0 von 5 Sternen Zugegebenermaßen... 5. April 2013
Von batabid
Format:Audio CD
...müsste man "Shaking The Habitual" wohl noch einige Zeit mehr geben, um es zu rezensieren. Denn es ist nicht nur durch seine Gesamtlänge, sondern auch durch die Strukturen der einzelnen Songs ein komplexes und in Kürze schwer greifbares Werk. Dennoch möchte ich gerne meine Eindrücke nach den ersten (aber häufigen) Durchgängen teilen.

Schon bei den Vorab-Singles, mit denen auch das Album beginnt ("A Tooth For An Eye", "Full Of Fire") brauchte ich mehrere Tage, um sie zu verstehen. Sie prophezeiten, dass The Knife das Motto des Albumtitels wahr werden lassen. Und somit sind die weiteren Stücke auch genau wie erahnt - lang, experimentell und fernab vom Mainstream. Das empfinde ich nach dem Ausflug in die "Tomorrow, In A Year"-Oper eine sehr natürliche und zugleich eine sehr weise Entwicklung der Band, eifern doch so viele, vor allem junge Pop/Electro Bands dem Sound der Schweden nach.

Wenn auch nicht unbeeinflusst von den Vorgänger-Alben oder den Solo-Projekten der Dreijers (Fever Ray, Oni Ayhun), werden auf dem Album viele neue Richtungen eingeschlagen. Wie auf dem wilden "Without You My Life Would Be Boring", das nebst "A Tooth For An Eye" mit ähnlich tropischen Beats und Flöten zu den rhythmisch spielerischsten und auch positivsten Songs gehört. Melancholischer geht es auf dem sehnsüchtigen Marsch "Wrap Your Arms Around Me" zu, der fast an amerikanischen Rock erinnert. Zwar kontrastiert dieser Sound zu den vorherigen Songs, aber durch die Percussions/Drums - das gilt auch für den Großteil der restlichen Songs - gelingt eine erstaunlich gute Einheit.

"A Cherry On Top" beginnt mit sphärischen Synths, die hin- und herspulen. Auf sie folgt eine tolle, freie Sitar-Einlage, die nach knapp 5 Minuten dem Höhepunkt des Songs entgegenzupft: Einem gesungenen, kurzen und herzzereißenden Vers, von dem man sich eigentlich nur mehr wünschen kann. Aber diese Art von Andeutung macht aus dem Song eine delikate, spukige Reise.

Anders verhalten sich die kurzen, komplett istrumentalen Zwischenspiele "Crake" und "Oryx", die eher der Spannung des Gesamthörens beitragen. Das ebenfalls gesangsfreie und schwer als Lied zu bezeichnende "Old Dreams Waiting To Be Realized" - die Mitte des Albums - erstreckt sich über ganze 19 Minuten. Frei von Beat und Regeln findet man hier den wohl experimentellsten und "ambientesten" Moment. Durch die dramatische Ruhe keinesfalls Schmerz für die Ohren, aber sicherlich drücken hier viele Hörer weiter.

Das darauf folgene "Raging Lung" mag wohl mein Favorit sein. Durch die sehr ähnlichen, tollen Drums eine Art Schwester von "Coloring Of Pigeons", nur ohne Opernstimme. "What a difference a little difference would make" singt Karin Dreijer im schönen Refrain und verzerrte, quietschige Synth-Bläser antworten ihr.

Schnelles Tempo wie auf "Full Of Fire" gibt es erst wieder gegen Ende, clubbiger denn je: Das rasant-wirre "Networking", in dem sich Vocal-Samples überlagern; und das düstere "Stay Out Here": Hier liefert sich Karin Dreijer auf der Tanzfläche einen Schlagabtausch mit Shannon Funchess (Light Asylum), deren eklektischen Stimme eine perfekte Fusion mit The Knife eingeht. Ein toller Gastauftritt.

"Fracking Fluid Injection" schneidet dem Hörer wohl tiefer in die Ohren, als die "Psycho"-Violine. Und das über 10 Minuten lang. Sicher der zweite Wegdrücker für viele Hörer, aber für mich hält es eine eindrucksvolle Emotion und Schönheit inne, sodass ich es ziemlich genial finde.

Das für einen Album-Schließer hier fast schon kurze "Ready To Lose" wird die Gemüter wieder besänftigten. Mit seiner Melodie und Eingängikeit könnte das Stück problemlos auf "Silent Shout" platziert sein. Aber nicht nur hier, sondern auf dem ganzen Werk bleibt die Band für mich weiterhin unverkennbar und einzigartig.

Man könnte vielleicht kritisieren, dass der Sound in zu viele verschiedene Richtungen driftet, während die vorherigen Alben - zumindest auf Anhieb - eine etwas bessere Einheit bilden. Ich empfinde dies durch das Gesamtkonzept aber als sehr schlüssig, erfrischend und vor allem mutig. Auch wenn es definitiv weniger "Hit-Refrains" gibt, ist "Shaking The Habitual" keinesfalls frei von Eingängkeit oder gar unhörbar, was ganz sicher zu seiner Nachhaltigkeit beitragen wird. Ich empfehle intensives Hören.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein normales Album - gut oder schlecht? 5. April 2013
Von Dagi
Format:Audio CD
The Knife, das ist das Geschwisterpaar Karin Dreijer Andersson und ihr jüngerer Bruder Olof Dreijer, die bereits seit über 10 Jahren originelle und oftmals wegweisende elektronische Musik aus Schweden liefern, sind zurück. Mit den ersten beiden Alben The Knife" und Deep Cuts" tapste man sich noch etwas unbeholfen durch nicht ganz einheitliche aber recht verspielte Alben, auf denen der ein oder andere radiotaugliche Elektropop-Hit (wie ,Heartbeats` oder ,Pass This On`) zu finden war. 2006 gelang ihnen dann mit dem Album Silent Shout" der große Wurf und der Sound zwischen originellen Popmelodien, spannendem Electro und dämonischen Gesangseinlagen begeisterte gleichermaßen Fans und Kritiker und wird heute stellenweise in seinem Genre als wegweisend betrachtet.
Nachdem Karin zwischenzeitlich als Gastsängerin auf einigen Liedern von Röyksopp präsent war und ein fantastisches Soloalbum unter dem Künstlernamen Fever Ray veröffentlich hat, bringen The Knife nun nach 7 langen Jahren endlich ein weiteres Studioalbum heraus - Shaking The Habitual".

Die gute Nachricht zuerst: Sie können immer noch überraschen. Die schlechte: Der Pop in Electropop ist komplett verschwunden. Für den einen mag das gar keine schlechte Nachricht sein, aber es wäre gelogen zu behaupten, dass man sich nicht insgeheim den einen oder anderen eingängigen Song ,so wie damals` erhofft hat. Shaking The Habitual ist ein Album, das man nicht einfach so nebenbei hört oder von dem man nach dem ersten Durchhören behaupten kann, dass es gut oder schlecht sei. Es ist vielmehr eine Herausforderung, ein Erlebnis und eine spannende Erfahrung, wenn man plötzlich der schier unendlichen Vielfalt der Klangwelten ausgesetzt ist. Mit insgesamt knapp 100 Minuten Spieldauer wirkt das Album extrem überladen und bei einigen Liedern, die fast alle länger als 8 Minuten dauern und stellenweise die 10 Minuten-Marke überschreiten (das instrumentale Ambient-Epos ,Old Dreams Waiting To Be Realized` dauert 19+ Minuten), wünscht man sich manchmal, The Knife hätten früher einen cut gesetzt, damit das Hörerlebnis leichter zu verdauen ist.
Aber genau das ist es, was The Knife erreichen wollten und erreicht haben: Das Gewöhnliche durchschütteln, sich von angemessenen Normen - sowohl in Songstruktur als auch im Text - entfernen und womöglich auch provozieren. Es ist beeindruckend und zugleich beängstigend, dass es ihnen völlig egal zu sein scheint, ob sie damit nun alle Fans vergraulen und die Kritiker das Album in Grund und Boden stampfen werden, so lange sie ihre Message an den Mann bringen. Dennoch, jegliche Bedenken sind unbegründet, da die Kritiker das Album mit Lob zuschütten und auch die meisten Fans die Songs nach dieser langen Knife-Durststrecke gierig aufsaugen.

Die auf dem Album enthaltenen 13 Lieder möchte ich gerne in drei Kategorien aufteilen: die ,eingängigen`, die waghalsigen und die langweiligen.

Die erste Kategorie ist insofern durch Anführungszeichen hervorgehoben, da ich ganz klar darauf hinweisen möchte, dass The Knife-Eingängigkeit nicht gleichzusetzen ist mit z.B. Rihanna oder Katy Perry-Eingängigkeit.
Dennoch stechen der Opener und aktuelle Single ,A Tooth For An Eye` sowie ,Without You My Life Would Be Boring` durch The Knife-typische Karibik-Rhythmen inklusive Banjo und anderen ungewöhnlichen Instrumenten hervor und bieten die Möglichkeit, sich an einem Refrain und dem ausdrucksstarken und außergewöhnlichen Gesang von Karin Dreijer festzukrallen. Des Weiteren überzeugen der letzte Song des Albums ,Ready To Lose` und das mysteriöse ,Raging Lung` auf ganzer Linie, auch wenn ,Raging Lung` trotz fantastischer erster Hälfte und dem besten Refrain des Albums leider in der zweiten Hälfte in instrumentale Belanglosigkeit verfällt. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man den Song einfach mal nach 5 guten Minuten beendet und nicht auf Teufel komm raus auf 10 Minuten sprengt, nur um der Gewohnheit zu trotzen. ,Wrap Your Arms Around Me` rundet diese Kategorie ab und besticht durch eine dramatische Grundstimmung und erinnert sehr an Karin's Fever Ray-Projekt.

Die waghalsigen Songs sind auch gleichzeitig die drei elektronischsten und schnellsten des Albums - die verrückte erste Single ,Full of Fire`, ,Networking` und das Duett ,Stay Out Here`. Alle drei Songs haben gemein, dass The Knife nie elektronischer und experimenteller geklungen haben. Besonders ,Full of Fire` liefert knapp 10 Minuten lang eine kontinuierliche Steigerung des Songaufbaus, obwohl der Grundbeat kurioserweise immer derselbe bleibt. Beim aufmerksamen Zuhören über Kopfhörer stellt sich ein fast paranoides und abgehetztes Gefühl im Kopf des Hörers ein und man weiß nicht recht, ob man das nun gut oder anstrengend finden soll. Ich persönlich bin nach wiederholtem Hören des Songs zu dem Entschluss gekommen, dass es eine verdammt starke und mutige erste Single und das perfekte Comeback für The Knife nach 7 Jahren war. ,Networking` parodiert gewissermaßen die Belanglosigkeit der heutigen Gepflogenheiten in der Geschäftswelt sowie das anonyme Verhalten durch elektronische Medien - im Song wird kein Satz gesungen, doch die abgehakten Laute, das seltsame Stöhnen und die hektischen Sounds verleiten einen zu dieser Erkenntnis. Oder es ist nichts von alledem und The Knife wollten sich einfach mal austoben.

Die letzte Kategorie beinhaltet die zwei kurzen Interludes ,Oryx` und ,Crake`, das fast 20-minütige Instrumentalstück (wie bereits oben beschrieben) sowie ,A Cherry on Top` und ,Fracking Fluid Injection`. Letzteres ist fast 10 Minuten langes Fiepsen, Stöhnen, Krächzen und dergleichen, was ich getrost von meiner Edition des Albums löschen werde. Auf der einen Seite kann ich The Knife's Intention nachvollziehen, doch ich finde man kann wirklich nicht jede Spielerei im Studio als Kunst verkaufen und dann erwarten, dass sich irgendein Gefühl - außer vielleicht Stress - bei dem Hörer einstellt. ,A Cherry on Top` ist insofern besser, da die asiatischen Klänge und Karin's düsterer Gesang zumindest für eine solide Grundstimmung für den größtenteils instrumentalen Teil des Liedes sorgen. Jedoch finde ich, dass diese 5 Lieder den Fluss" des Albums im Gesamten ein wenig stören und auch der Hauptgrund sind, warum ich Shaking The Habitual nicht die volle Punktzahl geben kann.

Abschließend bleibt zu sagen, dass ich das Album erst ein paar Mal gehört habe und davon überzeugt bin, dass sich meine Meinung über einzelne Lieder oder das Album im Gesamten früher oder später verändern wird. Wer also den Popeinheitsbrei satt hat und Musik hören möchte, die man verdauen und verstehen muss, damit sie ihn auf eine jahrelange - vielleicht sogar lebenslange - Reise begleitet, dem kann ich das Album wärmstens empfehlen und bin gespannt, wohin die Reise von The Knife geht.
Ach ja, und zu den Rezensionen, die das Album mit einem Stern bewerten und davon sprechen, dass keine einzige Melodie auf dem Album vertreten ist, bleibt zu sagen: Wenn man ein Album hört, das ,Shaking The Habitual` heißt, sollte jeder logisch denkende Mensch ein extremes, unkonventionelles Album erwarten, auf dem eben keine echten Popsongs vorhanden ist. Im Umkehrschluss bedeutet das aber nicht, dass die Songs nicht doch spannend, originell, verrückt oder einfach nur gut sind. Manche möchten genau das. Jedem das seine.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Loslassen 5. April 2013
Von Mapambulo TOP 500 REZENSENT
Format:Audio CD
The Knife hatten sich einiges vorgenommen: Ganze sieben Jahre haben sich Karin Dreijer Andersson und Olof Dreijer mit dem Nachfolger für das letzte Album “Silent Shout” Zeit gelassen, es wurden Unmengen von Büchern gelesen, Ansichten geschärft und Standpunkte ausgetauscht, nebenbei gab’s noch ein paar Nebengeräusche – lohnenswerte von Fever Ray und spleenige mit der Darwinschen Evolutionsvertonung (“Tomorrow, In A Year”). Nun also der langerwartete große Wurf – mit knapp einhundert Minuten ein wahres Mammutwerk, vergleichbar vielleicht nur mit dem ähnlich kolossalen “The Seer” der Swans aus dem letzten Jahr. Und weil The Knife seit jeher eine Band sind, die neben dem Bauch auch das Hirn beschäftigen will, ist das aktuelle Album eine programmatische, höchst politische Platte geworden – das ‘Abschütteln von Gewohnheiten’ ist hier wörtlich zu nehmen: Gender, gesellschaftliches Rollenverständnis, Rassismus, Sexualität, Feminismus vs. Patriarchat – all das und mehr soll aufgebrochen, angerissen, infrage gestellt werden. The Knife wollen irritieren, fordern heraus, deshalb ist “Shaking The Habitual” ganz sicher kein Album geworden, das sich einfach mal so nebenbei weghören lässt.

Weil es so unüberhörbar anders geworden ist als seine Vorgänger, hatte das schwedische Geschwisterpaar sogar kurzzeitig darüber nachgedacht, den Namen des Projektes zu ändern, am Ende wurde diese Idee wieder verworfen. Das Doppelalbum hat dann tatsächlich mit früheren, eher danceorientierten Werken, wenig gemein, eine Vielzahl der Stücke wurden auf sieben und mehr, das Ambient-Instrumental “Old Dreams Waiting To Be Realized” gar auf knappe zwanzig Minuten gestreckt. Nicht jedermanns Sache, schon klar, auch Stücke wie das knarzend bizarre “A Cherry On The Top” und das mit Stimmsequenzen geloopte “Fracking Fluid Injection“ zerren an den Nerven und gehen an die Grenze dessen, was man als formatierter Alltagskonsument auszuhalten bereit ist.

Dennoch ist es keine reine Experimentalplatte geworden – The Knife können Avantgarde ebenso buchstabieren wie Techno und Tanz, schon die beiden ersten Tracks “A Tooth For An Eye” und “Full Of Fire” pumpen satten Beat durch die Membranen, so verklausuliert die Texte, so verstörend die Bilder dazu. Hier die amüsante Männertanzgruppe, dort die Pornoästhetik: “Of all the guys and the signori, who will write my story, get the picture, they get glory, who looks after my story? … Liberals giving me a nerve pinch … let’s talk about gender, baby, let’s talk about you and me” – Ballonseide, Bondage, Vogelköpfe, Provokation rules, Baby! Wer wie The Knife seine Profession als Privileg betrachtet, das es zu nutzen gilt, für den ist Verunsicherung dieser Art Programm: “When we see people listen to what we have to say, it makes us think about how we can use this attention in the best political way and how we can change our own working process by thinking norm-critically when making choices about who we employ, how we work, what salaries we pay”, so Karin Dreijer Andersson zu pitchfork.

Es ist ein vielschichtiges Gespinst, dieses Album – “Wrap Your Arms Around Me” kommt schwer beladen, fast majästetisch daher, “Networking” vibriert zu schnellen Drums und “Without You My Life Would Be Boring” kombiniert flirrende Beats zu taumelnden Flötentönen – “Shaking the habitual, it really tooks time”, wie wahr. Die Strukturen, Texturen, Klanggebilde lassen sich nicht im Handumdrehen erfassen, das kostet Zeit und Mühe. “Raging Lung” mit seinem soften Wummern, seiner Zweideutigkeit (Indifference/Difference), “Stay Out Here” kommt in Wellen, pulsiert ganz wunderbar und versöhnt nebenbei mit dem Verlust (“Lose your way, your way, put one foot in front of the other, most things we love are open in this, they are here, we’re more friendly…”) – es gibt vieles, was anstrengt, aber eben auch ebenso viel, was man sich behutsam aneignen kann. Wer das mitzugehen bereit ist, versteht auch das Anliegen der beiden: “It's good to ask questions instead of serving answers.“ Das ist gelungen, der Rest liegt bei uns. mapambulo:blog
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