Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Shakespeares Hamlet und alles, was ihn für uns zum kulturellen Gedächtnis macht
 
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Shakespeares Hamlet und alles, was ihn für uns zum kulturellen Gedächtnis macht [Gebundene Ausgabe]

Dietrich Schwanitz , Matthias Bischoff
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe --  
Taschenbuch EUR 10,00  

Hinweise und Aktionen

  • Schulbücher & Lernhilfen
    Schnell finden und einfach bestellen. Ob Schulbücher, Lektüren, Lernhilfen oder Sprachlernmaterialien: Alle Bücher rund um die Schule finden Sie im großen Schulbuch & Lernhilfen-Special. Natürlich versandkostenfrei.

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: 1., Aufl. (Oktober 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821855797
  • ISBN-13: 978-3821855790
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 12,6 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 429.969 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Dietrich Schwanitz
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Dietrich Schwanitz auf Amazon

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nach seinen Bestsellern Bildung und Männer machte sich Dietrich Schwanitz an ein neues Projekt, das ihm besonders am Herzen lag. Als Anglist hegte er bereits seit seiner Studienzeit eine besondere Begeisterung für William Shakespeare. In seinem nächsten Buch wollte er die großen Dramen dieses berühmtesten aller Dichter nacherzählen und zugleich erläutern -- also eine komplexe Sache einem breiteren Publikum auf unterhaltsame, aber nie oberflächliche Weise nahe bringen, so wie in allen seinen Sachbüchern. Im Jahr 2004 aber vereitelte der Tod die Vollendung dieses Buchprojektes. Nun erscheint aus dem Nachlass Dietrich Schwanitz wenigstens der Teil über Hamlet, ohnehin Shakespeares wichtigstes Werk und wohl das meistgespielte Theaterstück überhaupt.

Hamlet, dieser "melancholische Hysteriker und selbstmörderische Komödiant", wird auf Shakespeares Bühne zum "ersten Intellektuellen, gedankenreich und tatenarm, und zum Urbild des romantischen Menschen, der sich mit ideologischen Fieberträumen und den Halluzinationen des Selbstzweifels herumschlägt". Von Dietrich Schwanitz an die Hand genommen, durchstreifen wir dieses weltberühmte und schon so oft inszenierte Drama von der ersten bis zur letzten Szene und erleben es wie neu unter seinen Erklärungen. Eigentlich wundert man sich, dass man es bisher überhaupt verstehen und genießen konnte, so ein Kosmos an Bedeutungen ist unter der Oberfläche versteckt; und so schwer ist Shakespeares von Bildern und Wortspielen reiche Sprache zu übersetzen. Wenn Hamlet im dritten Akt etwa Ophelia rät, ins Kloster zu gehen, erklärt uns Schwanitz, dass "nunnery" aber nicht nur Kloster, sondern umgangssprachlich auch Bordell bedeutet. Und solcher Feinheiten gibt es viele, die erst durch die Erläuterungen eines Fachmanns wie Schwanitz deutlich werden und Shakepeares Meisterwerk noch heller funkeln lassen. --Christian Stahl

Kurzbeschreibung

Dietrich Schwanitz erschließt dem Leser den unermesslichen Gedankenreichtum der Tragödien Hamlet, König Lear und Der Kaufmann von Venedig sowie der Komödie Der Widerspenstigen Zähmung und offenbart, auf welchem Fundament seine Bildung und unsere Bildung ruht.

Zeit seines Lebens war für Dietrich Schwanitz das Werk William Shakespeares Dreh- und Angelpunkt seiner literarischen, philologischen und philosophischen Aktivitäten. Nach seiner Emeritierung begann er in den Jahren 2002/2003 mit einem einzigartigen Projekt: der erläuternden Nacherzählung sämtlicher Shakespeare-Dramen. Dabei konnte sich seine profunde Kenntnis des Werkes mit seiner plastischen Erzählgabe auf unvergleichliche Weise verbinden. Was uns heute als fragmentarisches Vermächtnis Schwanitz` vorliegt, ist eine Einführung in vier zentrale Werke Shakespeares, deren Lektüre das Glück der Erkenntnis bereitet.

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


In diesem Buch (Mehr dazu)
Ausgewählte Seiten ansehen
Buchdeckel | Copyright | Auszug | Rückseite
Hier reinlesen und suchen:

Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten

 (Was ist das?)
Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
 

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der geschmackvolle Einband des 161 - seitigen Buches zeigt ein großes Wandgemälde, bei dem die Malerin Andrea Berthel - Duffing ein Bild Paolo Veroneses aus dem Jahre 1572 in einen Shakespeare Kosmos verwandelt hat. Während in der Mitte Elisabeth I. von England thront, sitzt rechts von ihr der Dramatiker. Sie werden umrahmt von Figuren aus Shakespeares Dramen: Hamlet, Othello, Desdemona, Romeo und Julia. So wie Alfred Hitchcock stets kurz in seinen Filmen zu sehen war, ist auf der linken Seite des von ihm beauftragten Wandgemäldes auch Dietrich Schwanitz mit seinem markanten Bart zu erkennen.

Mit einer der Figuren des Gemäldes befaßt sich das im Oktober 2006 posthum erschienene Büchlein, mit Shakespeares wohl berühmtester Tragödie ,Hamlet`. Es hat seine Vorgeschichte. Schwanitz, der im deutschsprachigen Raum 1999 mit seinem so witzigen wie lehrreichen Bestseller ,Bildung Alles, was man wissen muß` bekannt wurde, war bis 1997 Professor für englische Literatur an der Universität Hamburg. Da seit seiner frühesten Jugend William Shakespeares umfangreiches Werk im Mittelpunkt seiner literarischen, philologischen und philosophischen Interessen stand, begann er in den Jahren 2002/2003 mit einem einzigartigen Projekt. Er wollte für Erwachsene sämtliche Dramen Shakespeares nicht nur nacherzählen, sondern auch interpretieren und in ihren zahllosen Bezügen und Mehrdeutigkeiten darstellen.

Der Arbeitstitel des geplanten Werkes lautete ,Shakespeare und alles, was ihn für uns zum kulturellen Gedächtnis macht`. Da zu Shakespeares dramatischen Werken 7 Königsdramen, 10 Komödien, 10 Tragödien und 8 Problemkomödien gehören, läßt sich leicht erahnen, welch gewaltige Dimension das geplante Gesamtwerk angenom-men hätte. Vermutlich auch deswegen unterbrach Schwanitz die Arbeit am Shakespeare - Buch immer wieder, um sich in den Monaten vor seinem Tode im Dezember 2004 anderem zuzuwenden. Neben stark lückenhaften ersten Fassungen der Dramen ,König Lear`, ,Der Kaufmann von Venedig` und ,Der widerspenstigen Zähmung` liegt nur mit dem ,Hamlet` ein in sich geschlossenes Textstück vor. Da dieser Text vieles enthält, was Schwanitz über Shakespeare zu sagen hatte und er seiner Vorstellung einer Endfassung wohl am ehesten entsprach, beschränkten die Herausgeber den ursprünglichen Arbeitstitel auf den vorliegenden Buchtitel.

Schwanitz erklärt die historischen Bezüge dieses um 1600/1601 entstandenen Dramas, verdeutlicht die zahlreichen von Shakespeare durchaus beabsichtigten Ähnlichkeiten seiner Figuren mit Personen des damaligen Zeitgeschehens. So wird klar, daß die Anfangsszene der Wachablösung auf Schloß Helsingör als Synonym der anstehenden Ablösung der alternden Queen Elisabeth durch James von Schottland zu verstehen ist. Anhand näher erläuterter Passagen läßt der Autor den gesamten Bildungskosmos Shakespeares an der Schwelle vom 16. zum 17. Jahrhundert aufscheinen. Feinsinnig werden Unterscheidungen etwa bei der Erscheinung von (Luft-, Wasser-, Erd- und Feuer-) Geistern deutlich, wie sie eben nur in einer Zeit möglich waren, in der die arrivierte katholische Kirche mit den neuen Überzeugungen der Protestanten zu kämpfen hatte. Überhaupt wird der Text lebendig durch zahlreiche englische Originalzitate, aber auch eigene über die klassische Schlegel/Tieck- Übersetzung hinausgehende treffende Übersetzungen. Schwanitz lenkt den Blick auf Shakespeares Wortspiele wie etwa bei ,son` und ,sun`, wenn also das Wort für Sohn im Zusammenhang mit Königen mit dem gleichlautenden Wort für Sonne identifiziert wird. Oder er erläutert uns, wenn Hamlet Ophelia rät, ins Kloster zu gehen, daß ,nunnery` eben nicht nur Kloster, sondern umgangssprachlich auch Bordell bedeutet.

Am Ende wird dem Leser Hamlet, wie Schwanitz ihn charakterisiert hat, als melancholischer Hysteriker und selbstmörderischer Komödiant, als erster Intellektueller und Urbild eines romantischen Menschen, der sich mit ideologischen Fieberträumen und den Halluzinationen des Selbstzweifels herumschlägt, ans Herz gewachsen sein. Letztendlich fragt man sich beim Lesen der plausiblen Interpretationen und instruktiven Erklärungen subtiler Wortspiele und komplizierter Zusammenhänge unwillkürlich, wie man ohne Schwanitz dieses meistgespielte Theaterstück überhaupt verstehen kann. Zu bedauern bleibt das zu frühe Ableben des Autoren, der bei Vollendung seines ursprünglich geplanten Gesamtwerkes Shakespeare im deutschsprachigen Raum sicherlich noch populärer gemacht hätte.

Fazit: Wer sich dem Dichter aller Dichter und der Lektüre Hamlets, des weltberühmten Dramas um Königsmord und Vergeltungstat, zuwendet, sollte sich das Verständnis durch Schwanitz 161 - seitiges, in geschliffenem Stil geschriebenes, überzeugendes Erläuterungswerk erleichtern. Es lohnt sich. Den positiven Eindruck runden ein 8 - seitiges Vorwort des Autoren an den Leser, einige instruktive Stichworte zu Hamlet und ein 4 - seitiges Nachwort des Herausgebers ab. Obgleich nur Teil eines größeren (geplanten) Ganzen hat Dietrich Schwanitz uns mit seiner interpretierenden Nacherzählung des Hamlet Großes hinterlassen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ausgesprochen nützlich! 13. Februar 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Meine erster Besuch einer Hamlet-Aufführung als Jugendliche habe ich als Niederlage ersten Ranges empfunden, denn außer dem geflügelten Wort "Es ist etwas faul im Staate Dänemark" habe ich kaum etwas verstanden. Mehr als zwanzig Jahre und um etliche Theatererfahrungen reicher, wagte ich mich nun an den Besuch einer weiteren Hamlet-Aufführung. Um nicht wieder vollkommen unwissend einem Wörter- und Bildersturm ausgeliefert zu sein, las ich Dietrich Schwanitz´ Buch, dass sich als äußerst nützlich erwies.

Er erklärt "Hamlet" zum Kultur-Gut allerersten Ranges und scheut keine Mühen und Vergleiche, um dem Leser seine Begeisterung zu vermitteln. Das beginnt schon beim Vorwort, in dem er von seinen allerersten Shakespeare-Erfahrungen berichtet, als er auf ihn als Stichwortgeber der herrlichsten Schimpfwörter bei Rangeleien mit Schulkameraden vertraut.

Im weiteren jedoch setzt er sich sehr ernsthaft mit seinem Stoff auseinander und stellt immer wieder Bezüge der Handlung Hamlets zu unserer Gegenwart dar.

Er erzählt gleichzeitig den Stoff so lebendig nach, dass man den Theaterbesuch kaum erwarten kann.

Fazit: Sowohl die Lektüre dieses Buches als auch ein Theaterbesuch sind ausgesprochen lohnend. Denn nur, wer nicht nur ein Kapitel des üblichen Bildungskanons abhakt, sondern auch bereit ist, einen Stoff wirklich durchdringen zu wollen und sich dabei auch stechen und beißen lassen mag, wird wirklich mit einem kleinen Stückchen humanistischer Bildung belohnt.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Tanja Heckendorn TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Doch sehen wir, was wir sehen?
Was sieht man dagegen, wenn man in ein Buch blickt?
Nehmen wir Shakespeares Hamlet. Wir sehen den Fjord von Helsingör, und wir sehen einen jungen Mann in Schwarz. Wir sehen über 2500 Jahre hinweg nach Athen, wo die Tragödie entstand. Hamlet ist nach 2000 Jahren wieder die erste europäische Tragödie. Uns so sehe wir das London von 1602: Es ist Nachmittag und am südlichen Themse-Ufer hat sich das Globe-Theater gefüllt. Auf den drei umlaufenden Galerien plaudern und scherzen die Vornehmen. Die Vertreter aller Stände der Gesellschaft haben sich hier eingefunden. Wozu? Was treibt sie her? Nun, dem Theater betreten sie eine Institution, die sie in eine andere Welt entführt, die doch der ihren gleicht. Warum? Was haben sie davon?
Nun, zum ersten Mal entkommen sie der Monopolwirtschaft Gottes und dergleichen.
Nicht mehr lange, und die Trompete wird erschallen, und die Flagge wird hochgehen: das Zeichen, dass das Stück beginnt. Und wir dann in eine andere Welt entführt werden, da wir zum ersten Mal das Sehen sehen. Kein Vorhang wird aufgehen, und kein Saallicht verlöschen, während das Bühnenlicht angeht, um das zu bewirken. Das wird allein durch das Wort geschehen, ohne Hilfe von Kulissen. Deshalb ist die Sprache Shakespeares immer so nah an der Beschwörung. Sie hat magische Kraft.
(Shakespeares Hamlet. und alles, was ihn für uns zum kulturellen Gedächtnis macht, Seite 16, 17).

Eine vergnügliche und gleichzeitig lehrreiche Lektüre bietet dieses erstaunlich schmale und doch so inhaltsreiche Buch von Dietrich Schwanitz, der sich aus höchst persönlichen Gründen für Shakespeares Werk interessierte. Seine Herangehensweise an des englischen Dichters längstes Bühnenstück ist damit sehr individuell gefärbt, aber dadurch nicht weniger überzeugend in seiner Ausführung und Darstellung. Der Autor erweist sich schnell als echter Liebhaber, der sich mit viel Genuss offenbart und seine geborgenen Schätze aus dem faszinierenden Hamlet gerne mit dem Leser teilt. Er reflektiert das Stück im Spiegelbild der Zeit seines Verfassers, wobei es ihm besondere Freude bereitet die vieldeutige Wortspielerei Shakespeares für moderne Zuschauer zu erklären. Szene für Szene durchläuft er mit dem Leser chronologisch das gewaltige Bühnenstück und lässt die Juwelen der Darstellung für ihn neu leuchten. Was man da alles zu sehen bekommt, versetzt tatsächlich oft in Staunen und man wird nicht müde den Ausführungen zu folgen und dabei neue Denkansätze zu gewinnen.

In vielerlei Hinsicht war das elisabethanische Zeitalter bemerkenswert und gleich zu Anfang des Stückes macht Dietrich Schwanitz auf den religiösen Konflikt aufmerksam, der in der Eingangszene von Hamlet für Zündstoff sorgt.
Offiziell war man ja jetzt wie die geliebte Königin protestantisch, aber so manche konnten sich nur schwer von ihren Heiligen und sonstigen vertrauten Traditionen trennen. Selbst treue Bürger können jedoch oft nicht von ihrem alten Glauben lassen und so hatte Shakespeares Vater selbst heimlich noch ein katholisches Testament verfasst und versteckt, denn schließlich "sieht Gott ja alles." Die protestantische Gesinnung läuft dem katholisch geprägten Glaubensverständnis zuwider. Als Hamlets Vater als Geist nach seinem Sohn ruft, ist daher die Frage berechtigt, ob es sich um einen Teufel oder Dämon handelt, der die Lebenden aus bösen Absichten narrt (protestantische Auffassung) oder ob es sich tatsächlich um eine gequälte Seele handelt, die durch den hinterlistigen Mord an der Beichte gehindert wurde und nun im Fegefeuer schmort (katholische Auffassung).
Eine Einführung, die mit sogleich die Basis schafft, die Vorurteile gegen Hamlet selbst abzubauen, der dem unbedarften Leser als schwermütiger und ewig zaudernder Antiheld erscheint. Schwanitz erklärt, dass Hamlet ein berechtigtes Misstrauen gegen Claudius hegt, noch bevor er ihn als Mörder seines Vaters entlarvt. Denn der Onkel hat sich auf eine blutschänderische Ehe mit Hamlets Mutter eingelassen, um seinen Machtanspruch zu sichern, was wiederum die Stellung von Hamlet selbst als legitimer Nachfolger seines Vaters gefährdet. Hamlet ist sich der Gefahr durch den gerissenen Claudius bewusst und sein Racheauftrag ist in vielerlei Hinsicht ein heikles Unterfangen. Denn jetzt kommt noch der religiöse Konflikt hinzu. Der neue Glaube schafft ein neues Bewusstsein. Leben und Tod umrahmt das Stück und bildet ein zentrales Thema. Auch der Held hat sich damit intensiv auseinanderzusetzen und er macht es sich nicht leicht, wenn er sich mit der Frage auseinandersetzt, welche Wirkung Tod und Leben aufeinander haben. Obwohl Schwanitz auch den philosophischen Ansatz von Goethe oder auch von Freud, was die Erklärung des verzögerten Racheaktes betrifft, in seine Betrachtung mit einbezieht, bleibt seine eigentliche Darstellung ganz nah an der eigentlichen Handlung, die sich so dramatisch vor den gespannten Augen des Zuschauers zum unheilvollen Ende entwickelt.
Etwas seltsam ist, dass bei der Artikelbeschreibung ausgerechnet auf das Wortspiel Kloster/Bordell in der Szene mit Ophelia eingegangen wird, die in der Tat keine besondere Auswirkung auf die Betrachtung hat. Viel interessanter ist der Aspekt, wie Hamlet mit dieser Situation umgeht, die eindeutig inszeniert wurde und deren Planung der wütende Held selbst erlauscht hat. Aus seiner Sicht hat er durchaus das Recht, grob mit seiner ehemals Geliebten umzugehen, die er als willfähriger Köder ihres Vaters verachtet. Seine Seitenhiebe an die Lauscher hinter der Wand zu betrachten, ist sehr interessant. Aber das ist nur ein kleiner Ausschnitt all dessen, was es sonst noch so durch die Augen von Herrn Schwanitz zu entdecken gibt.

Auf den letzten Seiten des Büchleins muss man leider erfahren, dass der Autor bereits verstorben ist. So muss die Feder, die so geistreiche Betrachtungen anstellte, nun leider ruhen. Mit Dank ist allerdings zu erwähnen, dass die vorliegende Kostbarkeit aus dem Nachlass zur Verfügung gestellt wurde, um noch viele interessierte Leser mit dem Dänenprinz vertraut zu machen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:


Ihr Kommentar