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am 21. Juni 2008
London, 1593: William Shakespeare (Joseph Fiennes) ist noch nicht der gefeierte Autor, der er einst sein wird. Seine letzten Stücke sind gefloppt und er leidet an Geldsorgen. Zudem hat Master Will "die Gabe eingebüsst". Heute würden man auf Gutenglisch sagen, er laborierte an writer's block. Da tritt die hübsche junge Adlige Viola De Lesseps (Gwyneth Paltrow) in einer Hosenrolle in des Dichters Leben. Sie wird die große Liebe, seine Muse, die in ihm die Verse von "Romeo und Julia" entstehen lässt. Soweit die von Regisseur John Madden gleichermaßen amüsant wie romantisch inszenierte Lovestory "Shakespeare In Love".

Historisch betrachtet hat Shakespeare "Romeo und Julia" erst 1599 auf die Bühne gebracht. Aber an diesem Zeitraffer soll es nicht scheitern. Denn sonst gibt der Film einen sehr anregenden Überblick über die Elisabethanische Ära, von der einige meinen, in ihr sei das Showbusiness entstanden. Er zeigt ein London, in dessen City die Theaterkunst als unmoralisch und verderbt gilt, in dessen Vorstädten allerdings die Schauspielerei dank der schützenden Hand der Königin floriert. Nördlich der Themse steht "The Curtain", südlich des Flusses "The Rose". Die eine Spielstätte wird vom berühmten Richard Burbage betrieben, die andere vom eher glücklosen Philip Henslowe. Der Film zeigt auch den Wettstreit der Lord Chamberlain's Men und der Admiral's Men, der wichtigsten Schauspieltruppen der Zeit. Shakespeare versorgt beide mit Stücken, für Hungerlohn. Noch reicht sein Ruf nicht an den von Christopher Marlowe heran. Doch der Stern des Schwans von Avon ist im Steigen - dank der weiblichen Muse! Witzige Idee am Rande: Romeo war nicht immer zu Julia entflammt. Anfangs war's die Piratentochter Ethel, dann Rosalinde und erst zum Schluss die holde Maid aus Verona.

Shakespeare-Liebhaber werden einige Insiderwitze erkennen: die Balkonszene oder wenn ein Puritanerprediger "beiden Häusern" die Pest wünscht. Gemeint sind die Theaterhäuser "Curtain" und "Rose". Selbigen Fluch stößt der sterbende Mercutio in "Romeo und Julia" über die Adelsfamilien der Capulet und Montague aus. Eine gelungene Anekdote, woher Shakespeare seine Ideen bezogen haben könnte.

Fiennes und Paltrow spielen mit viel Freude und Inbrunst. Obwohl man dem Regisseur die Frage stellen muss, welch wundersame Verwandlung Violas Haare durchmachen, wenn die Aktrice von der Hosenrolle in den Naturzustand schlüpft. Zuerst Kurzschnitt, dann Lockenpracht. Das deckt die beste Perücke nicht ab ;-)

Viele Nebenrollen sind spannend besetzt. Rupert Everett als cooler Christopher Marlowe, Geoffrey Rush als ängstlicher Impressario Henslowe oder Dame Judi Dench als schlagfertige Queen Elizabeth I. Britische Schauspielkunst vom Feinsten! Dennoch ist "Shakespeare In Love" eine Spur zu gefällig. Es gibt eine filmische Steigerung und die heißt "Stage Beauty". Am Besten beide Filme ansehen und Baz Luhrmanns "Romeo und Julia" gleich noch dazu.
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am 7. Dezember 2010
Über die Handlung dieses Filmes wurde so viel geschrieben, dass ich hier nicht näher darauf eingehe.
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Dies ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Und so war ich sehr gespannt, wie die Umsetzung dieses Filmes auf Blu-Ray sein wird.

Die Bildqualität und die deutsche Tonspur erreichen für mich - für eine Blu-Ray - gerade ein Mal ein gut. Die englische Tonspur kommt z.B. wesentlich klarer und differenzierter daher.

Und beim Vergleich der Bildqualität dieser Blu-Ray mit der meiner alten DVD hatte ich immer den Eindruck, als ob das alte DVD-Master (so wie bei der Erstveröffentlichung vom Gladiator) für diese Produktion einfach nur hoch skaliert worden wäre, und nur an einigen wenigen Stellschrauben (höherer Kontrast, intensivere Farben) gedreht wurde.

Systembedingt liegen Bild und Ton des Filmes auf Blu-Ray natürlich in besserer Qualität vor wie früher, weshalb sich wegen der sehr guten englischen Tonspur und des günstigen Kaufpreises, der Kauf für mich gelohnt hat.

Trotzdem gebe ich dieser Produktion nur 3 Sterne, weil hier bei Bild und deutschem Ton deutlich mehr drin gewesen wäre.
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So schaue ich mir meine Filme an:

TV: Panasonic Viera TX-P42S10E (Intelligent Frame Creation --> Aus)
BDP: Panasonic DMP BD 60
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am 29. Juli 2003
Seien wir mal ehrlich, wer stellt sich Shakespeare schon als jungen, von Zweifeln und Schreibblockaden geplagten, beinahe unbekannten Autor vor? Aber auch er hat so begonnen und kämpft in diesem Film nicht nur mit den nicht aufkommenden Ideen für sein nächstes Stück sondern auch gegen Schwierigkeiten seinem Ruf als guter Liebhaber gerecht zu werden und den, ihn überall hin verfolgenden Lobeshymnen über seinen grössten Konkurrenten Kit Marlowe.
Genau in diesem Moment begegnet er seiner Muse, seiner eigenen Julia namens Viola de Lesseps. Und kreiert auf ihrer eigenen tragischen Liebesgeschichte basierend die erfolgreichste der Weltgeschichte; Romeo und Julia. Eindrücklich wird gezeigt, woher er teilweise seine Texte hat und wie schwierig aber auch spontan und wünschenswert unbelastet von Verantwortung das Leben eines Künstlers sein kann. Die Kostüme sind ein Traum und sehr gut an die Elisabethanische Zeit adaptiert. Elisabeth selber, von Judi Dench (mit Oskar belohnt) köstlich autenthisch gespielt. Doch vorallem Joseph Fiennes zeigt einmal mehr, dass er eigentlich genau wie sein Bruder ein Bühnenschauspieler ist. Die Mimik seines Gesichts und der Ausdruck seiner Augen lässt den Zuschauer wirklich in die Augen und Gedankengängen eines Autors eintauchen und bei der Kreation eines Geniestreichs Pate stehen. Ein Augen und Ohrenschmaus, denn auch die Filmmusik ist ein Leckerbissen für sich, von zarten meditativen Klängen bis zu Tänzen des ausgehenden 15. Jahrhunderst, alles ist dabei.
Ich werde ihn immer wieder sehen und entdecke doch immer wieder neue Details. Shakespeare rückte für mich ein Stück näher.
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am 20. März 2004
Was für ein schöner Film! Zugegeben: Einen leichten Hang zum Romantischen sollte man haben, um diesen Film richtig genießen zu können, aber das ist das besonders Gute an diesem Film: Trotz der tragischen Liebesgeschichte kommt der Humor nicht zu kurz. Die Kostüme sind atemberaubend schön, ebenso wie die gesamte restliche Ausstattung des Filmes.
Joseph Fiennes MUSS man einfach abnehmen, dass er der Schöpfer von "Romeo und Julia" ist und auch Paltrow spielt die Viola sehr überzeugend, sich aufreibend zwischen Liebe und Pflicht.
Toll sind auch die Dialoge und allgemein die Handlung, in die man gekonnt Dialoge und Handlung von "Romeo & Julia" und "Was ihr wollt" verwoben hat.
In meinen Augen einer der schönsten Liebesfilme!
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am 9. April 2007
einer meiner absoluten lieblingsfilme!

bis in die kleinsten nebenrollen mit genialsten schauspielern besetzt und eine überaus gescheite witzige story über kunst!

der film hat 7 oscars abgeräumt und das wirklich zu recht ("save privat ryan" war damals übrigens der große verlierer bei der oskarverleihung und den film kann man auch nicht grad als schlecht bezeichnen!!!)

1590

die theater gehen schlecht weil die pest ihr unwesen treibt

die autoren sind schwer verschuldet, die geldeintreiber unbarmherzig!

und will shakespeare (joseph fiennes)hat keine ahnung was er schreiben soll.

möglichst etwas lustiges, weil die zeiten eh hart genug sind -

so quält er sich mit einer unsäglichen piratengeschichte herum die nicht und nicht gestalt annimmt.

theaterspielen ist noch reine männersache

und brauchbare schauspieler sind auch nicht zu kriegen...

gottseidank gibt es die theaterbesessene lady viola (gwyneth paltrow)

die ganz nebenbei alle rollen in null komma nichts auswendig kann.

es wird geprobt und geschrieben und geprobt und geschrieben -

und plötzlich schreibt will "versehentlich" die größte liebesgeschichte aller zeiten....

rupert everett - als düsterer phillip marlowe,

ben afflek - genial! als eitler schauspieler- ned alleyn (zum abbussln komisch!)

colin firth - super als geldgieriger, bescheuerter lord wessex, verlobter von lady viola -

geoffrey rush - und tom wilkinson - als theaterbetreiber und geldgeber (einfach anbetungswürdig!)und

judy dench - als queen elisabeth mit durchblick...

wem da nicht das herz aufgeht !!
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Eine der schönsten Love Stories der Filmgeschichte, das kann man, glaube ich, ohne zu übertreiben sagen. Die (fiktive) Liebesgeschichte zwischen William Shakespeare und der adligen Lady Viola verzaubert den Zuschauer vom ersten Augenblick an. Es passt einfach alles: geschliffene Dialoge mit Witz untermalt, perfektes Agieren des bis in die Nebenrollen hervorragend besetzten Ensembles. Die Chemie stimmt einfach zwischen Gwyneth Paltrow und Joseph Fiennes. Ein regelrechter Augenschmaus sind die Kostüme und die gewählten Schauplätze. Der Film wurde zu Recht mit 7 Oscars ausgezeichnet.
Für alle Verliebten, und die es noch werden wollen: Das ist Euer Film!
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am 1. Juni 2000
‚Shakespeare in Love' war unbestritten eines der Kinohighlights des Jahres 1999.
Die unbegreiflich romantische (und von A bis Z erfundene) Liebesgeschichte zwischen dem jungen Bühnenschreiber William Shakespeare und der reichen Lady Viola verzauberte Tausende von Kinobesuchern. Es ist zwar richtig das William Shakespeare einen Teil seiner Sonette an eine unbekannte Geliebte, wahrscheinlich nicht seine Frau, schrieb, aber das Stück ‚Romeo & Juliet' (Uraufführung um 1595) selbst beruht auf einem Gedicht (‚The Tragicall Historye of Romeus and Juliet') aus dem Jahre 1562.
Man muß allerdings sagen das die Darstellung der Bühnenkultur des 16. Jahrhunderts alleine schon einen Blick in den Film wert sind. Die dramaturgischen Mittel der Renaissance und die Tatsache das die Julia die meiste Zeit von einem Jungen dargestellt wird vermittelt uns doch einen recht lebhaften Einblick in die damahlige Zeit und macht uns auch mit Shakespeare's Umfeld bekannt. So ist etwa der Puritanier-Prediger, dem im Film der denkwürdigen Ausruf "Die Pest auf beide eure Häuser" zugeschrieben wird, ein realistisches Bild von einem von Shakespeares Zeitgenossen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 9. Juli 2005
Neben der wunderschönen Love-Story zwischen Will Shakespeare und seiner angebeteten Viola sind es auch der sprühende Wortwitz (der im Deutschen - sprachenbedingt - leider nicht immer herübergebracht werden konnte), die ironischen Anspielungen auf das 20. Jahrundert (Will geht zum Psychiater, um seine Schreibblockaden zu lösen, und gerät später in einer "Boots-Verfolgungsjagd" an geschwätzige Bootsführer, die stark an moderne Taxifahrer erinnern), die detailliert-liebevolle Ausstattung und die gut recherchierten Hintergrundinformationen, die Begeisterung hervorrufen. Die Story wird außerdem straff erzählt und hat keine Sekunde Überlänge.
Auch die Schauspieler sind fantastisch - der Film ist bis in die Nebenrollen hinein mit bekannten englischen Top-Leuten besetzt. Gwyneth Paltrow, die auf den ersten Blick als US-Amerikanerin vielleicht nicht so recht in dieses englische Star-Ensemble passen will, meistert ihre doppelte Herausforderung (eine englische Frau spielen, die einen englischen Mann spielt...) mit Bravour und hat sich den Oscar verdient, ebenso wie Judy Dench, die es mit einem Minimum an Mimik und Aktion schafft, ein Psychogramm der alten "Virgin Queen" Elizabeth I. zu erschaffen.
Ein Wunder, dass es ganze sechs Jahre gedauert hat, diesen Film zu realisieren - und dass dann trotzdem noch dieses Meisterwerk daraus geworden ist. In diesem Fall will gut Ding eben Weile haben.
Alles in allem ein Highlight, das zu Unrecht heute ein wenig in Vergessenheit geraten ist.
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am 23. Mai 2005
Ich liebe Kostümfilme. Selbstverständlich durfte da "Shakespear in Love" im Kino nicht fehlen. Die 7 Oscars hat dieser Film auf jeden Fall verdient. Ich war begeistert von diesem 'Machwerk' aus der Traumfabrik Hollywood.
Story: William Shakespeare (Joseph Fines) ist ein armseeliger Theaterschmirfink. Seine Stücke wolle nicht so wirklich erfolgreich sein, das Geld ist irgendwie immer knapp und für eine Partnerschaft im Theater muss Kohle heran geschafft werden. Auch der Psychiater kann da nicht wirklich in der Schaffenskrise des Autors weiter helfen. Phillip Henslow (Geoffrey Rush) hat selbst finanzielle Probleme und kann seinen Autoren leider nicht bezahlen. Wie jeder Künstler sucht William nach einer Muse. Aber wo genau treibt man soetwas auf? Bei einer Aufführung entdeckt der Schriftsteller die hübsche Viola de Leseps (Gwyneth Paltrow) im Publikum und findet Gefallen an der Schönen. Schnell versucht er heraus zu finden, wer sie ist und wo sie lebt. Viola selbst ist eine Adelige, sehr vermögend. Doch sie träumt davon als Schauspielerin auf der Bühne zu stehen. Doch zu der Zeit von Shakespeare wurden auch Frauenrollen von mageren Knaben mit dünner Stimme gespielt. Auch verehrt die Schöne die Stücke von William. Sie ist aufgeregt, als der Meister Interesse an ihr zu scheinen hat. Durch Zufall spricht Viola bei einem Stück von William vor, und zwar als Thomas. Er bekommt die Rolle des jungen Helden. Über den vermeindlichen Knaben versucht der Schriftsteller an die schöne Reiche heran zu kommen. Bald bekommt er allerdings heraus, dass Thomas und Viola ein und die selbe Peson sind. Nun ist die Muse in das Leben des Meisters getreten. Viola inspiriert William zu dem Stück 'Romeo + Julia'. Hier soll Thomas den Romeo geben. Doch das Geheimnis ist nicht gerade einfach zu verbergen, vor allem da Viola einem anderen Mann zur Ehe versprochen ist ....!
Fazit: Ein hervorragender Film mit viel Pfiff, Witz und Herz. Es gab wohl keine bessere Wahl für die Rolle des William Shakespeare als Joseph Fines (Bruder von Ralph Fines = Schindlers Liste). In Historienfilmen ist der Gute ziemlich versiert, schon in 'Elisabeth' gab er den jungen Liebhaber der Königin. Als Meister der Romantik beleuchtet er die teilweise sehr unbekannte Figur des William Shakespeare etwas genauer. Denn trotz seiner Berühmtheit mit seinen Stücken sind einige Daten und Tatsachen im Leben des Mannes, der als einer der Größten der Literatur gilt, nicht bekannt. Auch ist Gwyneth Paltrow als Viola eine hervorragende Besetzung. Sie ist zauberhaft und doch in einer gewissen Art so Stolz und Pflichtbewusst. Idealer hätte man die temperamentvolle Adelige nicht wählen können. Dieser Film lohnt sich auf jeden Fall. Geniale Kulisse, tolle Schauspieler, schöne und herzergreifende Story. Jede Minuten ein Leckerbissen!
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TOP 1000 REZENSENTam 5. Januar 2016
Der Inhalt des "Originals" ist wohl fast jedem Menschen bekannt. Und hat er/sie nicht das Theaterstück irgendwo gesehen, verfilmt oder tatsächlich im Theater, dann kennt wohl jeder, aber auch jeder, Romeo und Julia, die als unsterblich Verliebte in die ewige Geschichte eingegangen sind.

Dieser Film hier ist nicht die dreitausendste Shakespeare-Verfilmung dieses Stoffes sondern er ist ein Film über Shakespeare selbst. Natürlich ist alles daran reinste Spekulation, aber was diesen Film so überaus interessant macht, das ist das Spiel zwischen dem (geschichtlichen) "Stoff", also dem Theaterstück, der Romanze über Shakespeare, also die erfundene Handlung dieses Films und der Realität. Es gibt also, ohne akademisch werden zu wollen, tatsächlich drei Ebenen in diesem Film:

1) der reale Stoff, das Drama ("Romeo und Julia")
2) das erdachte Schauspiel, dieser Film "Shakespeare in Love"
3) die reale, damalige, Situation

Nun möchte man sich fragen, wie die harte Realität in eine erdachte Geschichte einfliessen kann, aber genau das ist das Interessante an diesem Film, indem die realen Orte, die Personen, die Geschehnisse mit in diesem Film einfliessen, bleibt er nicht die einfache, erfundene Geschichte über Shakespeare, ja noch nicht einmal die Shakespearsche (schreibt man das so?) Romanze, sondern er wird selber zu einer Art "Real-Dokumentation" über den Stoff des Dramas, die Zeit Shakespeares und das elisabethanische Theater.

Das hört sich nun sehr theoretisch an, aber in dieser Umsetzung funktioniert es erstaunlich gut. Diese (erfundene) Geschichte ÜBER Shakespeare, hangelt sich an den realen Begebenheiten entlang, so gab es wirklich die Aufführungsstätten, das "Curtain", "as "Rose", oder das "Swan", es gab die Theaterdirektoren Philip Henslowe und Richard Burbage, fast alle Personen in diesem Film existierten zur damaligen Zeit, sie lebten, versuchten zu überleben, und dieser Film zeigt zwar eine Liebesgeschichte und vordergründig eine Romanze, aber gleichzeitig ist er eine Art von historischer Dokumentation weil es fast alle Umstände so, oder ähnlich, zur damaligen Zeit gab. Dabei ist es äußerst witzig, wenn zwischen Stoff des Dramas und Liebesromanze dieses Films, gewechselt, verwechselt wird, so wird z.B. der Prozess des Dichtens Shakespeares dadurch veranschaulicht, dass der Film-Shakespeare die Nacht (n der "realen" Film-Ebene) bei seiner Geliebten Viola de Lesseps verbracht hat und am Morgen nicht aufstehen will. Der (Film) Shakespeare wird von einem Hahn geweckt und will los, Viola de Lesseps antwortet ihm, dass es nicht der Hahn war, sondern die Eule (die ja mitten in der Nacht ruft), damit er noch länger bleibt, und als er dann meint, dass Henslowe von ihm noch mehr Kapitel für "Romeo und Julia" erwartet, ändert sie ihre Meinung und sagt nun auch, dass es der Hahn war. Aus diesem "realen" Gespräch entwickelt der FilmShakespeare dann den "realen", unsterblichen Dialog zweier Liebenden, die einerseits so lange wie möglich zusammen bleiben, auf der anderen Seite jedoch nicht wollen, dass dem anderen ein Unglück oder Nachteil erfährt: "Willst du schon gehen? Der Tag ist ja noch fern.
Es war die Nachtigall, und nicht die Lerche,..." weil eben die Nachtigall mitten in der Nacht ruft und so Romeo noch länger bei seiner Liebsten bleiben kann. Die Stückweise Umsetzung dieser Szene, einerseits die "Realität" im Film, andererseits der Dialog im Theater bei den Proben ist von einer Leichtigkeit und gleichzeitigen Tiefe, die einmalig, witzig und fast schon genial ist. Und so gibt es einige Szenen, die, für diejenigen, die die Stücke Shakespeares kennen, fast schon wie eine Literaturbesprechung wirken, in der die einzelnen Szenen gespielt und gleichzeitig interpretiert oder erklärt werden. Das Witzige an diesem Verfahren ist, dass es funktioniert, das es zwei (oder mehrere) Ebenen hat, wobei beide Sinn ergeben, für diejenigen, die das Stück von Shakespeare nicht kennen, funktioniert es, diejenigen, die es schon kennen, spüren einen Reiz, der durch das permanente Wechseln der Erzähl- und Realitätsebenen entsteht.
Von diesem Wechsel gibt es gleich mehrere Beispiele und die Art und Weise des Entwickelns eines Stoffes wird dadurch amüsant und abwechslungsreich beschrieben.

Ich finde aber, dass dieser Film noch mehr ist. Wie ich oben schon beschrieben habe, orientiert sich dieser Film an der historischen Wahrheit obwohl er einen (eigentlich zwei) erdachte Dramen enthält. Aber er orientiert sich nichtpur an der historischen Wahrheit, er ist auch überaus genau. Das kann man daran erkennen, dass er nicht plump die historischen Fakten mit einbaut, sondern dass er sie auch auf eine intelligente Art und Weise, die dem flüchtigen Betrachter, auch mir, beim ersten Anschauen gar nicht auffällt, wenn er z.B. die soziale Situation beschreibt. So haben Dichter, wie z.B. Shakespeare oder Marlowe in der damaligen Zeit auch den damaligen sozialen Stellenwert, sie standen auf der untersten Stufe. Dies kann man an einigen Szenen sehen, z.B. als Shakespeare auf den Hof von Viola de Lesseps Vater kommt, auf dem ein Fest stattfindet und ihm erzählt wird, dass die Musiker (und Dichter) nichts von dem Essen, welches dort gereicht wird, abbekommen. Oder als dann der hochnäsige Lord Wessex, dem Viola gegen Geld versprochen wird, angereitet kommt und die Musiker in Panik zur Seite springen müssen weil zur damaligen Zeit nichtadeliges Leben eben auch nichts Wert war.

Auch die Stellung der Frau wird ernüchternd beschrieben: die Frauen hatten den familiären Auftrag zu erfüllen, bei der Verheiratung ging es um Geschäfte, nicht um Liebe und Frauen wurden verschachert wie eine Herde Rinder wenn es dem Familien so gefiel. (Zudem wird auch das Theater zur damaligen Zeit gleichzeitig dargestellt, in dem es Frauen damals verboten war, in diesem verruchten Gewerbe aufzutreten).

Einen guten Film (ie auch gute Musik) zeichnet u.a. aus, das man, auch nach mehrmaligen Anschauen, immer neue Aspekte entdeckt und dieser Film hat so viele Facetten, die mir erst beim Schreiben dieser Zeilen bewusst werden, dass ich ihn wahrscheinlich bald noch einmal anschauen werde. Eigentlich wollte ich nicht so viel Schreiben, allerdings hat ein gutes Produkt, bzw. eine gute Geschichte diese Anzahl der Worte auch verdient und ich finde, auch nun, nach dieser Beschreibung, dass dieser Film sich schon auch fast auf einem shakespaerschen Niveau befindet und wirklich fast schon eine zeitgenössische adequate Fortsetzung ist. Die Drehbuchautoren Marc Norman und Tom Stoppard haben damit ein Meisterwerk abgeliefert, in jeder Hinsicht, künstlerisch weil dieser Film einfach gut ist, historisch, weil dieser Film zu keinem Zeitpunkt irgendwie etwas hinzudichtet, sozial, weil er die sozialen Abstufungen nicht verleugnet, gesellschaftlich weil es eine eindrucksvolle und realistische Beschreibung des elisabethanischen Zeitalters und Theater ist, kulturell weil es die damalige Theater- und Schauspielerwelt so gut beschreibt, und noch vieles mehr.

Ich werde mir wohl auch noch das Buch dazu holen und diesen Film, noch einmal unter den hier entwickelten Aspekten, anschauen...

p.s.: Gute Adaptionen finde ich auch den Film "Romeo und Julia" mit Dicaprio wobei das Schauspiel ganz knallhart in die heutige Zeit transportiert wird, allerdings unter Beibehaltung der ursprünglichen Sprache. Eine sehr gute Interpretation, allerdings über Hamlet, wenn nicht die beste, stellt für mich "Hamlet" von und mit Kenneth Branagh dar, in dem endlich mal der *gesamte* Hamlet-Text in einem Film erscheint.

p.p.s.: wer mehr über Shakespeare, seine Theater, seine Zeit, etc. erfahren möchte, der sollte sich das wirklich allumfassende und kompakte Handbuch zu Shakespeare holen: "Shakespeare Handbuch", herausgegeben von Ina Schabert ( http://www.amazon.de/dp/3520386054/ref=wl_it_dp_o_pC_S_ttl?_encoding=UTF8&colid=1LIQXYIVFIU2J&coliid=I20XEREMDHFE5Y)
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