Für alle, die es noch nicht wissen: Das Shakespeare Handbuch von Ina Schabert ist der deutsche Klassiker der Shakespeare Forschung schlechthin. Und nicht umsonst. Natürlich gibt es zahlreiche Konkurrenzprodukte, der Markt wird regelrecht überschwemmt mit sogenannten Gesamtdarstellungen zu Shakespeare, die größtenteils auch preiswerter sind als dieses. Ich würde allerdings immer als erstes dieses Buch empfehlen, denn keine Darstellung ist so hilfreich, vollständig und renommiert (dank der vielen kompetenten Autoren, von denen jeder über sein Spezialgebiet schreibt und unter welchen sich auch der berühmte Manfred Pfister befindet) wie das Shakespeare Handbuch.
Das Schöne ist, dass es nicht nur einen ersten Überblick liefert (das kann es natürlich auch) wie so viele, sondern auch, soweit möglich, in die Tiefe geht. Man kann es problemlos als Grundlage für eine Hausarbeit o.ä. über Shakespeare heranziehen. Das einzige, was Ina Schabert leider nicht bietet, ist eine ausführliche Darstellung der Dramen. Die kommen etwas kurz weg (ich empfehle zu diesem Thema Naumann "Die Dramen Shakespeares"). Aber dafür erfährt man alles über England in der frühen Neuzeit, die dramatische Tradition, das elisabethanische Theater, Shakespeares Leben, Verfasserschaftstheorien, den Text, die theaterbezogene Kunst, das ideologische Profil, die Wirkungsgeschichte und vieles mehr.
Ein rundum gelungenes Buch, das aus der deutschen Anglistik nicht mehr wegzudenken ist und das jedem, der sich ernsthaft mit Shakespeare beschäftigen möchte, hiermit ans Herz gelegt sei.