25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Für Shakespeare-Liebhaber unentbehrlich, 23. November 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Shakespeare: Die Erfindung des Menschlichen (Gebundene Ausgabe)
Dies ist kein Buch, das man als Shakespeare-Fan oder -Kenner liest, sondern geniesst.Ich hatte mir das Buch zunächst nur geliehen - und ganz gelesen (über 1000 Seiten!) Nun muss ich es auch noch kaufen:Ich werde immer wieder darin lesen, sobald es um ein vertiefendes Verständnis der einzelnen Werke geht (das Buch behandelt Stück um Stück). Kein trockener Anglisten-Report, sondern eine Fundgrube interessantester Sichtweisen und radikaler Stellungnahmen zu Charakteren, Inhalten,Formen der Stücke.Auch auf die Frage, was für ein Mensch Shakespeare wohl war, werden - mit einleuchtenden Ableitungen belegt - erhellende Antworten gegeben .Darüber hinaus Geistes- und Kulturgeschichte vom Feinsten. Wer meint, Shakespeare zu kennen, dieses Buch aber nicht kennt, kennt Shakespeare nicht (und das sagt einer, der meint, ihn immer schon ganz gut gekannt zu haben) Also: hier bitte keine differenziertere Besprechung erwarten, sondern - trotz des Preises einfach kaufen. Umtausch mangels Enttäuschung ausgeschlossen. Prof.PM
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Entführung in die Tiefe menschlichen Seins ......., 11. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Shakespeare: Die Erfindung des Menschlichen (Gebundene Ausgabe)
so könnte man das Anliegen Blooms betrachten. Denn er ist verliebt in Shakespears Dichtkunst und er zeigt es mit Inbrunst und Mission. Ein Werk, welches nichts an Vergleichbaren hat, wenn es um Shakespeare geht. Sein [Blooms] Lebensmitte scheint so sehr mit der menschlichen Art Shakespeares verwandt, dass er die Leidenschaft der Liebe zur Leidenschaft der Erzählkunst transformiert. Er fesselt und begleitet den Leser in diese Welt, lässt andere Künstler, Literaten wie Kritiker sprechen und nutzt die brilliante Sprache Shakespeares mit Ziaten aus allen Werken zur Überzeugung der dahinterliegenden Botschaft. Shakespeare ist ein Grosser und mit ihm ist es Bloom.
Wenn man über teure Bücher spricht, vergleicht man Inhalt mit Preis. Dieses Buch ist nie zu teuer.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Anregend, aber nicht erschöpfend, 20. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Shakespeare: Die Erfindung des Menschlichen (Gebundene Ausgabe)
Harold Bloom ist gewissermaßen der Reich-Ranicki der amerikanischen Literaturkritik. Ähnlich Reich-Ranicki in Deutschland ist Bloom in Amerika ungemein populär in einer breiten Schicht literaturinteressier Kreise, jedoch geradezu verhasst in akademischen Kreisen (wie immer ist dabei eine große Portion Neid im Spiel). In manchen deutschen Kritiken wird suggeriert, Bloom sei gewissermaßen der Repräsentant der amerikanischen Shakespeare-Forschung. Vom akademischen Amerika wird das keineswegs so gesehen. Doch das nur am Rande, denn für die Qualität des Buches ist das letztlich unerheblich.
Was an diesem Buch sofort sympathisch wirkt, ist sein unprätentiöser Ton. Man lässt sich gerne von Bloom in die Plaudereien um seinen offensichtlichen Lieblingsschriftsteller verwickeln. Obgleich er immer wieder auch auf andere Shakespeare Forscher verweist, verfällt er nie in einen akademisch doktrinären Ton. Seine große Popularität ist sicher dieser außerordentlichen Fähigkeit zu verdanken, verständlich und locker selbst über nicht ganz unkomplizierte literarische Themen zu schreiben.
Sein großes Kapital ist die immense Erfahrung seines langen Lebens als Literatur-Professor. So kennt er natürlich nicht nur Shakespeares Werke inklusive der Berge von Sekundärliteratur, sondern auch Unmengen von anderer Literatur von Dante bis Updike. Allein an diesem Schatz und dieser Erfahrung teilhaben zu dürfen, ist ein großes Glück und ein großes Vernügen.
Am fasziniernsten ist denn auch, wenn er locker Beziehungs-Fäden von Shakespeare zu Joyce, Nietzsche oder Thomas Mann spinnt, oder begeistert von Theatererfahrungen wie der von Ralph Richardson als Falstaff erzählt.
Einen besonderen feinen Sinn hat Bloom für Shakespeares Ironie, die nicht nur die für Bloom zentralen Gestalten des Shakespeare-Kosmos, Hamlet und Falstaff, sondern überhaupt große Teile des Spätwerks prägen. Insbesondere das vergiftet ironische der sog. "problem plays" ("Troilus und Cressida", "Maß für Maß" und "Ende gut Alles gut") beschreibt Bloom sehr treffend.
Dass man nach Lektüre der zentralen Kapitel über "Henry IV" und "Hamlet" ein wenig enttäuscht ist, daran ist Bloom ein wenig selber Schuld. Denn er bestückt seine beiden Lieblingsfiguren Falstaff und Hamlet permanent mit solchen Superlativen und misst im Grunde jede andere Shakespeare Figur an diesen beiden Gestalten, dass man von den entsprechenden Kapiteln dann auch außerordentliches erwartet. Leider kann er die Erwartungen dann nicht erfüllen. Zwar sind auch diese Kapitel anregend und interessant, doch die Außerordentlichkeit, die er ständig beschwört, kann er nicht so recht greifbar machen.
So erweist sich dann der angenehme Plauderton auch als Manko, alles bleibt immer ein wenig an der Oberfläche. Um in die Tiefen einzutauchen fehlt ihm am Ende der rechte Ehrgeiz und die letzte Ernsthaftigkeit. Der Vergleich mag nicht ganz fair sein, aber von der genialen Durchdringung und Aneignung, mit der etwa Thomas Mann in seinen Essays über Goethe, Tolstoi, oder Wagner sich seines Gegenstands annimmt, ist Bloom meilenweit entfernt.
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