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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Zweifelhaft,
Von
Rezension bezieht sich auf: Shakespeare: Die Biographie (Taschenbuch)
Wenn eine Shakespeare-Biographie so umfangreich geraten ist, wie die von Peter Ackroyd, ist Skepsis angebracht. Zu wenig gesicherte Daten sind und aus Shakespeares Leben überliefert. So geht Ackroyd den Weg Persönliches und Biographisches aus den Werken des Dichters abzuleiten. Dieser Ansatz, obwohl im Grunde schon zweifelhaft, wirkt zunächst interessant, ermüdet aber nach einer Weile. Es gibt einfach zu wenig Anhaltspunkte aus Shakespeares Leben, mit dem man Vorgänge, Gedanken oder auch geäußerte Gefühle aus den Dramen verküpfen könnte, wie Ackroyd dies versucht, als das es sinnvoll wäre. Am Ende bleibt es doch bei: "Könnte es nicht sein, daß ...?" Am gelungensten scheinen daher die Passagen in Ackroyds Buch, welche die Zeit und das gesellschaftliche Umfeld beschreiben. Was Shakespeares Leben angeht bleibt - wie könnte es anders sein - das meiste Spekulation. Ehrlicher erscheint mir da die humorvolle - und wesentlich schmalerer - Shakespeare-Biographie von Bill Bryson zu sein, der von vornherein zugibt, daß wir über den berühmtesten Dichter unserer Kultur so gut wie nichts wissen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Pure Fantasie - das aber mit Verve und Mut zur Improvisation!,
Von S. Erlemann "Media-Mania.de" (Good old Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 10 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Shakespeare: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Shakespeare - dieser Name ist ein Mythos. Für viele der beste Dramatiker, der je gelebt hat, bleibt sein Leben im Dunkeln. Niemand weiß genau, ob er gelebt hat, welche Stücke er geschrieben hat, wie er arbeitete oder dachte. Hunderte Fachleute, unzählige Koryphäen haben in vier Jahrhunderten gestritten, gekämpft, gefeiert und verflucht. Niemand hat Licht in das Dunkel zu bringen vermocht, das die Person Shakespeare umgibt. Direkte Quellen sind nicht vorhanden, indirekte sind spekulativ und subjektiv in ihrer Aussage dieses einmalige Genie betreffend.In diesem unsicheren Feld unternimmt der britische Autor Peter Ackroyd einen gewagten, mutigen, um nicht zu sagen sensationellen Versuch. Er schreibt eine Biografie über Shakespeare. Er mutmaßt, spekuliert, fabuliert, falsifiziert und verifiziert. Er nutzt zwei unterschiedliche Quellen. Erstens analysiert er das Werk Shakespeares im Hinblick auf dessen Einstellungen, seine Lebensweise, seine Vorlieben und seine Arbeitsweise. Zweitens stürzt er sich mit einer Akribie auf historische Dokumente und offizielle Schriftstücke, die beispielhaft ist und fast manischen Charakter hat. Er trägt tausende und abertausende Details zusammen und verfasst daraus eine Biografie, die zwar immer noch subjektiv, fiktiv und in vielen Stellen angreifbar ist, aber sie eröffnet erstmals einen Blick auf die Zeit, in die die Lebensspanne Shakespeares sich erstreckt, in das Umfeld seines Wirkungsbereiches, auf die Freunde, Bekannten, seine Familie, Zeitzeugen, Neider, Bewunderer und Feinde. Diese Biografie ist ein Versuch, sich der Person Shakespeare indirekt und von außen zu nähern und doch aus ihr heraus begreiflich zu machen, wie dieses einmalige Genie entstanden ist. Teil 1 - 3: Der Aufstieg Shakespeares Eltern, seine Geburt und ersten Lebensjahre, seine Jugend und Schullaufbahn bis hin zu seiner Heirat in der kleinen Gemeinde Stratford zwischen 1564 und 1586 belegen die Wurzeln des Dramatikers. Doch er will mehr sein als der Sohn von John Shakespeare in Stratford. Er will Schauspieler und Autor werden. So zieht es ihn bereits im Alter von zweiundzwanzig Jahren nach London. Die Teilung der Queen?s Men in zwei Schauspielgruppen eröffnet dem aufstrebenden, ehrgeizigen Autor Shakespeare urplötzlich die Möglichkeit bei den Lord Strange?s Men die Stelle des alleinigen Stückeschreibers einzunehmen. Er fungiert als Autor und Schauspieler und diskutiert mit den anderen Schauspielern die Dramaturgie der Stücke. Immer wieder bedient er sich bei anderen Autoren, schreibt alte Stücke um und verändert bekannte Dramen, schreibt aber auch eigene Skripte. Teil 4 - 6: An die Spitze Nach einem Streit der beiden wichtigsten Schauspieler der Lord Strange?s Men verbleibt Shakespeare im "Theatre", ihrem Bühnenhaus, gemeinsam mit dem großen Burbage, während das restliche Ensemble mit Alleyn ins "Rose" wechselt. Dies ist die Geburtsstunde der Pembroke?s Men. Shakespeare wird ein Begriff in London und sein Ensemble spielt recht häufig bei Hofe zur Belustigung von Elisabeth der I. Nach der Auflösung der Pembroke?s Men um das Jahr 1593 gründeten sich die Lord Chamberlain?s Men. Wegen der immer wiederkehrenden Pest machen die Schauspieler ausgedehnte Tourneen über das Land und werden immer bekannter. Immer neue Stücke, vielfach aber auch überarbeitete ältere Dramen aus der Feder Shakespeares kommen zur Aufführung. Im Mai 1597 kauft Shakespeare ein riesiges, allerdings baufälliges Anwesen in Stratford. Er beweist nicht nur, dass er seine Familie unterstützt, wo er nur kann, sondern offenbart - wie immer wieder in seiner Karriere - seinen Geschäftssinn und seine auf Besitz und Reichtum ausgerichtete Lebensweise. Teil 7 - 9: Unsterblich Auch heute noch ist das "Globe" ein Begriff in der Theaterwelt. Ein kaum fünfunddreißig Meter durchmessender Holzbau, der mehr als dreitausend Zuschauer fasst, ist architektonisch und auch wirtschaftlich ein glänzendes Bauwerk. Wieder beweist Shakespeare seinen Geschäftssinn, denn er ist Teilhaber des Theaters, Autor und Schauspieler in einer Person. Am 24. März 1603 stirbt Elisabeth, König Jakob erreicht am 13. Mai London und übernimmt die Regentschaft. Die King?s Men werden gegründet, Shakespeare wird ihr zentraler Mann. Eine achtzehnmonatige Schließung aller Theater hatte zur Folge, dass sich Shakespeare mit sechs seiner Kollegen zusammentat und den riskanten und doch wichtigsten Schritt ihres Lebens wagten: Sie mieteten für einundzwanzig Jahre das Blackfriars Theatre. Das feste Steinhaus bietet mehr Zuschauern Platz, die Eintrittspreise sind um ein vielfaches höher und Shakespeare arbeitet nicht mehr als Schauspieler, sondern nur noch als Autor und "Regisseur". Man kann diesen unglaublichen Berg an Fakten, Details, Mutmaßungen und Spekulationen verachten, kann die Sicht auf diesen Autoren des Mittelalters und Barocks ablehnen und die Nase rümpfen über soviel Chuzpe, wie sie Ackroyd beweist. Er wagt es allen Fachleuten eine neue Sichtweise vorzulegen. Er verlässt die übervorsichtigen Fahrwasser der selbsternannten "Shakespeare-Kenner" und kreiert schlicht ein Portrait dieses Mannes. Sein Bild ist hochspekulativ, ermöglicht aber erstmals dem Laien, sich die Zeit, die Lebensumstände, den kreativen Prozess dieses Ausnahme-Dramatikers vorzustellen und einzutauchen in dieses Genie. Shakespeare - und das ist der größte Verdienst von Ackroyd - wird hinter dem gewaltigen Standbild, hinter dem überlebensgroßen Monument, zu einem einfachen Bürger. Zu einem zwar unglaublich kreativen, aber auch geschäftstüchtigen, zu einem lebensfrohen, das Leben selbst beschreibenden und ergründenden Autor, zu einem liebenden, seine Familie verlassenden einfachen Menschen. Shakespeare wird vom Mythos zum Mensch. Fazit: Wer die Zeit zwischen 1564 und 1616 erleben will, wer das elisabethanische London kennen lernen will, wer hinter unzähligen Dramen den Autoren und Menschen erkennen will, sollte sich diese Biografie kaufen. Wer aber fundierte Fakten, sichere Daten und nachweisbare Aussagen über Shakespeare haben will, sollte es aufgeben - die kann und wird niemand liefern. Das will Peter Ackroyd auch gar nicht - er will sich einfach nur diesem Menschen nähern - so nah wie es nur irgend möglich ist. Und das ist ihm gelungen! Neben dem umfangreichen Anhang sind vor allem die Bilder erwähnenswert, die in zwei Gruppen in das Buch eingebunden sind. Sie zeigen Zeitzeugen, Bilder des Dramatikers und Bauwerke von Bedeutung. Sie dokumentieren auf interessante Weise, was der Text allein nicht vermag. Stefan Erlemann Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Mann vom Lande,
Von Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Shakespeare: Die Biographie (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch lebt von der Begeisterung für sein Thema. Wobei dieses Thema nicht ausschließlich die Biographie des Dramatikers ist. Über dessen Leben hat sich nämlich angesichts seiner Bedeutung eher wenig nachweisbares erhalten. Statt dessen geht es hier um das elisabethanische England in all seinen Details. Da kennt sich Ackroyd, der durch seine Stadtgeschichte Londons bekannt ist, exzellent aus. Und dann geht es natürlich auch um die Kunst Shakespeares, um seine Stücke und Sonette. Und hier hat Ackroyd, der sich auch schon mal mit den "Origins of the English Imagination" beschäftigt hat, eben auch viel zu sagen.Über das Werk und seine Umwelt dem großen Dichter nach zu spüren, ist sicher ein sinnvoller Ansatz. Denn diese Biographie ist dadurch ein spannendes, kluges und hervorragend lesbares Buch geworden. Man merkt regelmäßig, dass es Ackroyd hier gleich auf zwei Zielgruppen abgesehen hat. Für den Normalleser gliedert er die ca. 600 Seiten in übersichtlich kleine Kapitel, schreibt viel von Zoten und Obzönen in den Stücken (man möchte dabei fast an den Humor von 2 1/2 Men denken). Und wenn etwas im Leben des Dramatikers dann reine Spekulation ist, dann entscheidet sich Ackroyd mit leichtem Augenzwinkern einfach für die Version, die seinen Protagonisten als nochmal besonders genial erscheinen lässt. So darf dann das Buch den Dichter hemmungslos feiern, was die Leser lieben. Darüber hinaus gibt es aber auch noch ein wenig Stoff für den Kenner. Die Vorläufigkeit des Werkes von Shakespeare im Rahmen des zeitgenössischen Theaters habe ich noch nirgendwo so gut beschrieben gefunden. Shakespeare ging es um die Wirkung auf die Zuschauer vor der Bühne. War die durch eine Änderung mal schnell zu steigern, so machte man diese mal schnell, zum Beispiel angesichts eines Schauspielerwechsels. Eine definitive, gedruckte Textfassung eines Stückes, das erscheint eher als eine Konstruktion aus späterer Zeit. Der zweite Komplex, der hier in den Vordergrund gestellt wird, ist der schon mehrfach diskutierte Einfluss des katholischen Hintergrund des Dichters auf sein Werk. Ackroyd hält hier den Katholizismus von Shakespeares Vater für praktisch nachweisbar, während er dem Sohn eine eher abgeklärte Haltung zu den Themen Religion und Politik in den Mund legt. Es ist die Interpretation der Dinge, die einfach guter Menschenkenntnis und dem gesunden Menschenverstand am besten zu entsprechen scheint. Das Buch mag nicht die Genialität von Shakespeare selbst haben, aber es holt aus dem Thema, was man überhaupt so machen kann. Und noch dazu macht es Lust auf einen Besuch im Theater. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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