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Shahada
 
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Shahada

Maryam Zaree , Jeremias Acheampong , Burhan Qurbani    Freigegeben ab 12 Jahren   DVD
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Maryam Zaree, Jeremias Acheampong, Vedat Erincin, Carlo Ljubek
  • Regisseur(e): Burhan Qurbani
  • Format: Dolby, PAL, Widescreen
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: Polyband & Toppic Video/WVG
  • Erscheinungstermin: 25. Februar 2011
  • Produktionsjahr: 2009
  • Spieldauer: 88 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B004BZWLPM
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 33.096 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Produktbeschreibungen

Die lebenslustige und sehr westlich orientierte Maryam ist Vedats Tochter, deren Leben zwischen Partys und Männerbekanntschaften aus den Fugen gerät, als sie ungewollt schwanger wird. Der Nigerianer Samir erkennt, dass er seinem Arbeitskollegen Daniel mehr als nur einen guten Freund sieht. Für Samir, dem streng gläubigen Muslim, steht plötzlich sehr viel auf dem Spiel. Ismail, ein türkischstämmiger Polizist und Familienvater aus der Mitte der deutschen Gesellschaft, begegnet bei einem Einsatz der Bosnierin Leyla - der Frau, die vor drei Jahren von einem Querschläger aus seiner Waffe lebensgefährlich verletzt wurde. Ismails heile Welt gerät durch dieses Wiedersehen völlig aus den Fugen.
Der Titel Shahada bezieht sich auf die erste Säule des Islam - das Glaubensbekenntnis. Shahada ist die Entscheidung für einen Weg. Die Hauptfiguren des Films ringen, jeder auf seine Art, mit der Suche nach dem richtigen Weg. Sie müssen sich entscheiden, woran sie glauben, wen sie lieben und wer sie letztlich sind. Shahada gibt dem Zuschauer Einblicke in die muslimische Alltagswelt in Deutschland. Er nimmt ihn mit in die Moschee, in den Club, zur Arbeit, in die Wohnung, und wirft einen neuen, unmittelbaren und frischen Blick auf muslimisch geprägtes Leben in der Hauptstadt. Der Film ist modern und traditionell zugleich und zieht den Zuschauer in seinen Bann, ohne jemals ins Klischeehafte abzurutschen. Mit eindrucksvollen Bildern inszeniert Regisseur Burhan Qurbani das oftmals widersprüchliche, komplexe Verhältnis von Religion und Kultur, vom Islam im 21. Jahrhundert und der bunten Gesellschaft im heutigen Berlin.

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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Die Begrenzung von aussen, kann zu einer Entgrenzung im Kopf führen, 31. März 2011
Von 
HEAVENSHALLBURN (st pauli) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Shahada (DVD)
Burhan Qurbani schuf mit "Shahada", zugleich sein Abschlußfilm auf der Filmhochschule, ein hervorragendes, wenn auch schweres Stück Filmkunst und reiht sich, als in Deutschland geborenen Sohn einer afghanischen Familie, nahtlos in eine neue Generation Filmschaffender mit islamischen Wurzeln ein, deren Thema der eigenen Sozialisation entspringend, das Leben von jungen Muslimen in Deutschland portraitiert und thematisiert. Hinsichtlich kontrovers geführter Debatten, nicht nur aufgrund eines Thilo Sarazzin, der in seinem Postulat biologistischer Prägung versucht einen Keil in die Gesellschaft zu schlagen und Teile deren Mitglieder als Gefahr für den Erhalt der eigenen Kultur stigmatisiert, ein wichtiger Beitrag. Der Begriff der Intergration wird innerhalb des Diskurses teilweise ausgelegt, wie es beliebt und eine einseitige Sichtweise, strotzend vor fehlender Empirie, versucht nahezulegen, dass ein Teil der in Deutschland lebenden Muslime jeglichen Wille zur Integration vermissen läßt. Dabei spielt die entscheidende Frage, in was sich eigentlich integriert werden soll eine untergeordnete Rolle, dabei wäre es dringend von Nöten, die Gesellschaft und die Kultur näher unter die Lupe zu nehmen und deren Definition nicht nach belieben zurechtzurücken, bis es in das eigene Weltbild passt.

Der Filmtitel "Shahada" spielt auf die erste von fünf Säulen des Islams an, das Glaubensbekenntnis, und der Episodenfilm erzählt die Geschichte dreier Muslime in Berlin während der Fastenzeit, dem Ramadan. Maryam ist eine junge Frau, die ihr Leben nicht unähnlich der in Deutschland als "Deutsche ohne Migrationshintergrund" lebt, Partys besucht und hedonistisch veranlagt ist. Allerdings ist sie schwanger, was, als Tochter eines liberalen Imams, die durch Medikamente eingeleitete Abtreibung nicht einfacher macht. Bedingt durch die Einleitung des Abbruches und der Verkettung unterschiedlicher Dinge, die von ihr, auf symbolische Art und Weise interpretiert werden, ändert sich ihr Glaube, hin zu einer dogmatischen und radikalen Auslegung, welche zu einem Konflikt mit dem eigenen Vater führt.

Ismail ist ein türkischer Polizist, tötete durch einen Schuß aus seiner Dienstwaffe ein im Bauch heranwachsendes Kind und zerbricht beinah an seinen Schuldgefühlen und reisst seine Familie damit fast in den Abgrund. Es zieht ihn zu der Frau, deren ungeborenes Leben er töte und zwischen den beiden entwickelt sich eine bizarr zu nennede Geschichte, die sich zum Ende hin dramatisch zuspitzt.

Der Jugendliche Sammi, nigerianischen Ursprungs, hat Schwierigkeiten mit seiner Homosexualität. Der kulturelle und religöse Habitus des Jungen lassen für ihn nur eine Sichtweise zu, die Auslebung der Homosexualität kann und darf nicht stattfinden. Eine Zerreissprobe, als es zu einer Annäherung zwischen ihm und einem Arbeitskollegen und Freund kommt. Als er sich seiner Mutter anvertraut, wird die Hoffnung auf Verständnis vernichtet, aufgrund der ebenfalls dogmatisch zu nennenden Einstellung eben dieser. Auch in dieser Geschichte kommt es zu einer radikalen Entwicklung. Alle Protagonisten des Films laufen sich im Verlauf der Erzählung über den Weg.

Meiner Meinung nach gelang es Burhan Qurbani, einen dichten und atmosphärischen Film zu inszenieren, dessen Inhalt die Schwierigkeiten junger muslimischer Menschen zeigt, die hin und her gerissen sind, zwischen unterschiedlichen Kulturen, auf der Suche nach der eigenen Identität. Auch wenn er die soziale Ungleichheit, denen Migranten in diesem Land oftmals ausgesetzt sind, nur am Rande thematisiert, gelingt es ihm ausgezeichnet, die Probleme auf den Punkt zu bringen. Nach Feo Aladags "Die Fremde" und den vielen guten Streifen eines Fatih Akin, wird in "Shahada" erneut deutlich, dass zur endgültigen Klärung der Definition von Schlagwörtern wie Intergration ersteinmal ein Bewusstsein in jedem entstehen muß, dass das eigene Vorurteil in erster Linie etwas mit sich selbst zu tun hat. Gerade zur Erlangung der genannten Erkenntnis bedarf es mutiger Filme wie diese. Eurozentristische Sichtweisen und die daraus resultierende Einstellung zu Würde und Menschenrecht, um exemplarisch einige Richtungen vorzugeben, helfen schlußendlich nicht weiter, auch wenn dies in keinster Weise eine Werbung für die kulturrelativistische Perspektive sein soll. Das Nachdenken über sich, die eigene Kultur und Sozialisation, was für alle Seiten gilt, ist notwendig um irgendwann einmal friedlich mit einander leben zu können und "Shahada" liefert dazu einen beachtlichen Beitrag. Eine vielleicht totalitär zu nennende Sichtweise, in der Struktur der Wahrheitssicht, kann nur zum Chaos führen und das will, so nehme ich an, keiner wirklich.

Burhan Qurbani hat ein exzellentes Auge für die kleinen Momente und versteht es mit zur Hilfenahme unterschiedlicher Filmtechniken Großes entstehen zu lassen. Die Fotografien sind teilweise erstaunlich, unglaublich schön gefilmte Sequenzen treffen auf bittere Teile der erzählten Geschichte und erzeugen so eine ganz besondere Stimmung. "Shahada" musste, neben vielen Preisen und Lobhuldigungen, auch viel Kritik einstecken. Neben "hölzern wirkenden und unglaubwürdigen Figuren", spielte die Kritik oftmals auf die Dienlichkeit der Szenen im Zusammenhang mit der Geschichte an, so zum Beispiel Hannah Pilarczyk auf SPON, "nie darf es einfach mal um die Figur gehen", sagt sie und das teile ich in keinster Weise. Das spannende am Film für mich ist die unterschiedliche Sichtweise, die Perspektive, die Interpretation und die dazugehörige Umsetzung und die darf niemals normativ geregelt sein. Wäre dies der Fall, hätte ich höchstwahrscheinlich weder Lust auf Film, Kunst oder Literatur. In diesem Zusammenhang finde ich es erstaunlich, dass sich der von mir höchst geschätzte Andreas Dresen, bekannt geworden mit Filmen wie "Halbe Treppe", "Wolke Neun" oder "Nachtgestalten" meines Wissens nach nie einer solchen Kritik ausgesetzt sah, verdient hätte er es, würde man die selben Kriterien anwenden, allemal.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Die eigene Welt des Islam in Deutschland, 23. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Shahada (DVD)
Vorneweg: Einfach zu schauen ist der Film nicht und die teilweise sehr dunklen Aufnahmen ziehen einem auch nicht gerade in den Bann. Doch was will der Film sagen und nach was schreit er zu uns? Der Film besteht aus verschiedenen Teilen, die zusammengewoben werden. Es geht um verschiedene Freundschaften und immer wieder um die Frage, wie weit kann ich Muslim sein und was muss ich aufgeben um im Westen leben zu können. Obwohl sich die Geschichten teilweise sogar streifen, bleiben sie aber für sich eine eigene kleine Welt mit Ihren Problemen. Dies kann bei geschickter Regiearbeit auch gut funktionieren, doch hier laufen die Geschichten teilweise chaotisch nebeneinander her und oft ist der Wechsel so hart, dass man auf Grund der düsteren Aufnahmen nicht weiss, welche Geschichte es gerade ist. Eine Geschichte erzählt von einem jungen Deutschen, der in der Arbeit einen jungen afrikanischen Muslim kennenlernt und ihn über alles liebt und am Ende sehen muss, dass der Irrglaube alles kaputt machen kann. Eine Tochter hat durch negative Erfahrungen mit der ausschweifenden Aussnutzung ihrer Freiheit und zerbricht an der eigenen Gesellschaft, die den Koran für sich in Deutschland so auslegt, wie sie es braucht. Ein türkischstämmiger Polizist in deutscher Gesellschaft (wobei die Fragilität der Beziehung auch in frage steht) hat psychische Probleme, weil er bei einem Überfall eine Frau angeschossen hat, die dadurch ihr Kind verlor. Sie hat es verarbeitet vergessen, und er zehrt so lange daran und versucht Trost bei ihr, bis er versteht, dass es keinen Trost gibt sondern nur das Vergeben. Die Suche nach der Identität im Glauben und das Finden/oder nicht Finden im Glauben zum Islam wird immer wieder zur Sprache gebracht. Doch der Sinn des Glaubens oder nicht Glaubens die Hoffnung oder Verzweiflung bleibt sehr vage. Am besten ist der Teil der Geschichte über die 2 Jungen Menschen aus so verschiedenen Kulturen und verschiedener Welt. Was hier aber fehlt ist der Hintergrund des Deutschen Jungen. Er dringt vorsichtig in die Welt des Islam ein und muss sich eingestehen, dass Glaube am Ende Freundschaft kaputt machen kann. Ein trauriger Film, aufwühlend. Nicht das grosse Kino und doch aufwühlend genug um die tristen Bilder für einige Zeit zu hinterfragen, ob den das alles ist, was Leben heisst.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Glaubensbekenntnis, 13. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Shahada (DVD)
Die fünf Kapitelüberschriften sind wohl wegweisend. Darunter finden wir z.B. 'Beginn der Reise' 'Hingabe' 'Selbstaufgabe' oder 'Entscheidung für einen Weg'. Wir erhalten einen Einblick in die Denkweise der Muslime in unserem Land. Im Vordergrund stehen dabei die Probleme, die ihnen am meisten am Herzen liegen bzw. mit deren Lösung, sie sich besonders schwer tun: Abtreibung, Homosexualität und andere Frauenprobleme. Dabei gibt es einen heftigen Streit über den rechten Weg zwischen gemäßigten und strenggläubigen Muslimen.
Anfangs liefern authentische Bilder eine beeindruckende Sozialstudie. Es gibt interessante bildliche Überschneidungen, die durch Wiederholung einen neuen Blickwinkel schaffen. Äußere gemeinsame Erfahrung wie Hagel und die Disko zeigen Verbindungen zwischen den einzelnen Figuren auf. Wir lernen das Umfeld kennen. Doch dann erlahmt der anfängliche Schwung etwas und das Interesse wird auf eine harte Probe gestellt, denn es geht nicht mehr so zügig weiter wie bisher. Lange Dialoge wechseln mit weiblicher Hysterie und so bekommen die Tiefgläubigen, trotz aller offenkundigen Toleranz, doch allmählich das Übergewicht, nachdem einige problematische Handlungsstränge FFE-mäßig zugekleistert werden. Aller Ehren wert und im Detail sogar recht mutig.
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