"Shaft fror sich den Arsch ab. Er kam sich vor wie die verrostete Heizung einer verlassenen Mietskaserne, wenn der Januarwind durch die Risse weht. Das Sauwetter ging ihm bis auf die Knochen. Noch hielten sich die letzten Flecken grauen Eises in der Gosse der 8th Avenue. Die Kälte war ein Teil von ihm geworden, der Dauerfrost der Seele."
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Zum Inhalt: In seinem fünften Fall erhält Shaft von dem einflussreichen schwarzen Senator Stovall (schon bekannt aus "Shaft und das Mordkomplott") den Auftrag, dessen Kinder zu beschützen. Stovall soll als Vizepräsident kandidieren und befürchtet nun, dass radikale Weisse, denen er ein Dorn im Auge ist, die Kinder finden und sie entführen könnten, um ihn von der Kandidatur abzubringen.
Shaft verspürt eigentlich nur wenig Neigung, den Babysitter für zwei reiche und verwöhnte Kinder zu spielen, zumal der Senator ihn bittet, seine Söhne nach London zu bringen und dort auf sie aufzupassen.
Kaum dort angekommen, geschieht ein Überfall, den Shaft aber noch erfolgreich abwehren kann. Shaft wird misstrauisch. Gibt es einen Informanten, der sich eingeschlichen hat? Die Ereignisse in London überschlagen sich in der Folge und schließlich legt Shaft sich mit der gesamten Londoner Unterwelt und der Polizei an.
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Zum 'Shaft-Kult': "Er nimmt keine Unverschämtheit ohne eine angemessene und gelassene Vergeltung entgegen. Er ist einsam und sein Stolz derartig groß, dass man gezwungen ist, ihn als stolzen Mann zu behandeln oder es zu bereuen, ihn je kennengelernt zu haben." Raymond Chandler brachte es in seinem Essay "The Simple Art of Murder" auf den Punkt: Shaft ist immer bereit, jemanden aufzumischen oder ihm sogar den Krieg zu erklären.
Shafts Revier sind die schäbigsten Straßen von New York. Er hat einen teuren Geschmack und kleidet sich gerne schick. Er lebt in einer Junggesellenbude in Greenwich Village, aber seine Fälle führen ihn oft nach Harlem und andere schwarze Viertel. Shaft ist ein Grenzgänger zwischen den Weißen und den Schwarzen, und nicht selten verstricken sich schwarze Gangster oder Radikale der 'Black Power'-Bewegung in seine Fälle.
Die 'Shaft'-Romane gehören zu den abgebrühtesten und am besten geschriebenen Detektivromanen der 70er Jahre (zudem 3 Kinofilme sowie eine Fernsehserie). Vor Shaft waren schwarze Privatdetektive selten vorhanden - und die wenigen Figuren waren meist zum Bersten voll mit rassistischen Vorurteilen. Bis heute ist die handfeste und kompromisslose Machart der 'Shaft'-Bücher und der Verfilmungen deutlich spürbar.
Shaft ist: Echt, wütend und verdammt trotzig - mit Soul, Power, Pep und den richtigen Hormonen - Kult eben!
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Im Pendragon-Verlag bisher erschienen ( jeweils als Neuübersetzung, ungekürzt & unzensiert ):
- Shaft und das Drogenkartell ( Shaft, 1970 )
- Shaft und die sieben Rabbiner ( Shaft Among The Jews, 1972 )
- Shaft beim Kongreß der Totengräber ( Shaft's Big Score, 1972 )
- Shaft und das Mordkomplott ( Shaft Has A Ball, 1973 )
- Shaft und die verlorenen Söhne ( Goodbye, Mr. Shaft, 1973 )
und die beiden noch fehlenden sollen im nächsten Jahr erscheinen:
- Shafts Karneval für Killer ( Shaft's Carneval of Killers, 1974 )
- Shafts letzter Auftrag ( The Last Shaft, 1975 ).
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Das Gesamtwerk von Ernest Tidyman verdient: *****Sterne
Beste Grüße und viel Lesespaß -
Reinhard Busse