Eigentlich will Shaft gerade eine akute Midlife-Crisis im Suff ertränken, als sein Lieblingsbulle Vic Anderozzi vor der Tür steht. In seiner Begleitung befindet sich Morris Mickleberg, der wichtigste Geldwäscher der New Yorker Mafia. Shaft soll seinem alten Freund helfen Mickleberg und dessen Unterlagen zu beschützen, bis diese dem Staatsanwalt vorgelegt werden können. Doch dann werden Anderozzi und Mickleberg von einer Autobombe zerfetzt. Die Unterlagen mit dem erdrückenden Beweismaterial, das der Mafia den Todesstoß versetzen könnte, befinden sich weiterhin im Besitz von Shaft und plötzlich ist der schwarze Privatdetektiv aus Harlem der am meisten gesuchte Mann im Big Apple. Doch Shaft dreht den Spieß um. Er will die Mörder von Victor Anderozzi zur Rechenschaft ziehen. Gemeinsam mit dem Hobby-Detektiv Willie begibt sich Shaft auf einen blutigen Rachefeldzug und ein Granatenwerfer gehört dabei noch zu den harmloseren Mitteln mit denen Shaft die Mafia bluten lässt '
In 'Shaft und die Geldwäscher' (Originaltitel: The Last Shaft), dem letzten Roman mit dem schwarzen Privatdetektiv, der längst zum Kult avancierte, zieht Ernest Tidyman noch einmal alle Register mit denen die Bücher berühmt wurden. Ein bisschen weniger Sex, dafür aber umso mehr kompromisslose Action und ein wenig Wehmut sind die Zutaten dieses erstklassigen Mafia-Thrillers. Shaft allein gegen das organisierte Verbrechen. Nun ja, fast allein, denn in Willie hat er einen skurrilen und einfallsreichen Sidekick an seiner Seite, ohne den er seinen letzten Fall wohl kaum hätte bewältigen können. Doch wo andere Ermittler und Detektive in der Literatur das Banner des Gutmenschen in die Höhe halten, geht es Shaft nur um das Gesetz der Straße: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Auch wenn Shaft mit seinen freundschaftlichen Gefühlen nicht hausieren geht, geht ihm der Tod seines Freundes Anderozzi sichtlich nahe. Kein Wunder, dass der Detektiv aus Harlem rot sieht und eine Spur der Gewalt hinter sich her zieht. Dabei bleibt Tidyman seinem minimalistischen Stil treu und langweilt den Leser nicht mit endlosen Schauplatzbeschreibungen. Leider bildet der Roman zugleich auch den definitiven Abschluss einer der ungewöhnlichsten Detektiv-Karrieren der Weltliteratur. Seine Abschiedsvorstellung bietet dabei einen exzellenten Einblick in die effektiven Methoden von Shaft. Beeindruckend mit welcher Dreistigkeit der Detektiv die mächtige New Yorker Mafia gegeneinander ausspielt.