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Shaft hat es nicht leicht als schwarzer Privatdetektiv im rassistischen New York. Ständig treten ihm die Bullen auf die Zehen, und jetzt lauern ihm auch noch zwei lausige Ganoven in seinem Büro auf. Also sieht er sich gezwungen, ein Zeichen zu setzen und befördert einen der beiden kurzerhand durch die Fensterscheibe hinaus. Und siehe da, plötzlich bekommt er eine respektvolle Einladung von einem Gangsterboss, der ihn um Hilfe anfleht: Seine Tochter ist entführt worden, und die Geiselnehmer versuchen, ihm die Macht über den Drogenhandel in Harlem abzupressen.
Eigentlich ist ein derartiges Ding zwei Nummern zu groß für Shaft. Aber das Honorar ist üppig, und außerdem hat er noch die ein oder andere Rechnung offen, die er im Zuge seiner Ermittlung begleichen könnte. Sogar die Polizei scheint an einer Zusammenarbeit mit ihm interessiert zu sein, denn in New York steht ein Krieg zwischen Schwarzen und Weißen bevor, den vielleicht nur Shaft verhindern kann.
Hart, schnell, politisch unkorrekt -- der erste Shaft-Thriller bläst den ahnungslosen Krimileser von der ersten Seite an aus den Socken! Und Tidyman ist ein Geschichtenerzähler ersten Ranges, einer der ganz wenigen, die es mit einem Chester Himes oder Walter Mosley aufnehmen können. Fünf weitere Bände stehen uns noch ins Haus, in einer erstmals vollständigen Neuübersetzung und angemessener Taschenbuchaufmachung. Shaft macht süchtig. Fast ohne Nebenwirkungen. --Hannes Riffel
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Wer nicht reden will, fliegt! Und das ohne jede Sicherung! Aus dem Bürofenster im zwanzigsten Stockwerk des Hochhauses am Time Square.
Sorry, John Shaft hat vorher vergessen, das Fenster zu öffnen, aber den Kerl, den sie jetzt scheibchenweise vom Trottoir schrubben, dürfte das eher nicht mehr beunruhigen. Doch sein Kumpan, der gerade in den Lauf einer 45er blickt, verrät den Namen des Auftraggebers, der die Ganoven geschickt hat: Knocks Persons.
Knocks Persons ist eine harte Nuss! Der heimliche Beherrscher Harlems, der König der schwarzen Unterwelt, der mitleidlose Riese, den Freund und Feind gleichermaßen fürchten, will ihn sprechen. Aber er kennt Shaft noch nicht. Der schwarze Detektiv ist härter, wütender und skrupelloser als jeder Verbrecher. Und er will wissen, was gespielt wird, koste es, was es wolle. Und Knocks spricht. Erzählt aus seinem Leben, erzählt von seiner Tochter und ihrem Abstieg in die Hölle zu Alkohol, Drogen und Prostitution, nur um es ihrem Vater zu zeigen. Doch jetzt ist sie weg, verschwunden, gekidnappt. Und John Shaft soll sie suchen, denn auch Persons weiß, Shaft ist der Beste.
Shaft, der Modellschwarze im grauen Wollanzug mit den sündteuren Oxfordschuhen, arrangiert sich. Mit Verbrechern, Polizisten und schwarzen Rassisten, mit Mafiosi, Barkeepern und Frauen. Natürlich mit Frauen! Welches weibliche Wesen könnte dem gutaussehenden Zwei-Meter-Lackel mit den erotischen Narben am Körper und dem coolen Spruch widerstehen?
John Shaft hat es aus eigener Kraft geschafft, von Harlem aus nach oben zu kommen, den Vietnamkrieg zu überleben und sich als Detektiv eine Existenz aufzubauen. Alles unter dem Motto: wer nicht für mich ist, ist gegen mich und kriegt was in die Fresse, oder die Eier, oder wo auch immer Shaft gerade in seinen Ermittlungen nach der verschwunden Beatrice hinlangt.
Shafts Metier ist nicht das große Nachdenken. Shaft geht seinen Weg, provoziert, schießt und prügelt sich und steckt auch selbst mehr als genug ein. Shaft ist ein gebranntes Kind, lauernd, wütend und durchtrainiert. Ein Sturschädel, der die einmal eingeschlagene Richtung ohne Rücksicht auf Verluste durchzieht. Und dabei pflastern gebrochene Nasen und eingeschlagene Schädel genauso seinen Weg, wie die Leichen seiner Gegner, die er nach erholsamen One-Night-Stands seinem indirekten Beschützer Lieutenant Anderozzi zur Beseitigung hinterlässt.
Shaft ermittelt .....in dem Buch „Shaft und das Drogenkartell" von Ernest Tidyman, erschienen im Pendragon- Verlag, Bielefeld. (ISBN 3-934872-33-6, 192 Seiten). Es ist der erste Krimi aus einer Shaft-Reihe, in der noch weitere fünf Fälle des Black Investigators folgen sollen.
Ernest Tidyman ist vor allem Filmfreunden kein Unbekannter. Der 1928 geborene Autor war vor allem für seine Drehbücher bekannt und für jenes von French Connection durfte er sich über einen Oscar freuen. Den übrigens auch Isaac Hayes für seine Filmmusik „Theme From Shaft" einheimste. „Shaft" kam zum ersten Mal 1971 in die Kinos und ihm folgten zwei weitere Filme und eine Serie, in der Richard Roundtree den mehr smarten als harten Detektiven mimte. Im Jahr 2000 durfte sich Samuel L. Jackson halbwegs erfolgreich an der Figur versuchen, aber auch er war mehr schwarzer Kleiderschrank als Actionheld.
Doch in den jetzt im Pendragon-Verlag erscheinenden Neuübersetzungen ist vom glatten und angepassten Black Mainstream dieser Verfilmungen nichts zu spüren. In der Neuübersetzung aus dem Amerikanischen von Emanuel Bergmann gibt es keine Kürzungen, Streichungen oder Glättungen. Shaft packt das Leben mit der pulsierenden Härte des schwarzen Emporkömmlings, der nur dort gelandet ist, weil er den Dreck aus den Ghettos genauso kennt, wie die angepasste Welt der Weißen. Und genau so beschreibt Tidyman seinen Helden. Shaft ist ein Wanderer zwischen den rassistischen Welten, in der für ihn nur eines zählt. Kohle machen und Mädels aufs Kreuz legen. Und dazwischen tobt er sich wort- und schlaggewaltig aus.
Obwohl Ernest Tidyman selbst kein Farbiger ist, versucht er doch beständig die Tonart des schwarzen Mannes aus Shafts Sprache klingen zu lassen, so dass ständig ein rauher und anklagender Ton wider die weiße und korrupte Obrigkeit im herrscht. Dieser zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman, der mehr Action-Reißer als Krimi ist. Nach der Überschwemmung des Buchmarktes mit psychologisch angehauchten Krimis aus Skandinavien ist es durchaus erfrischend, eine andere Art Detektivroman zu lesen, in der nicht jammerndes Kombinieren angesagt ist, sondern knackige Hau-drauf-und-frag-später-Mentalität.
Auch wenn dem Roman gelegentlich ein Schuss Logik fehlt, weil der Autor nicht verrät, was in Shafts Gehirn gerade vor sich geht, kann man dem Geschehen recht locker folgen, weil die Handlung nicht übertrieben kompliziert ist. Die Sprache von Ernest Tidyman ist in jedem Fall so flüssig geraten, dass man mit der angebotenen Spannung das Buch problemlos und gerne in einem Zug ausliest. Alles in allem bietet der Pendragon-Verlag mit diesem Buch eine solide Abendlektüre, ohne viel Kopfzerbrechen, dafür aber mit einem guten Schuss Action-Kino im Kopf.
Pendragon-Verlag legt legendäre Krimireihe neu auf
Es war die Zeit der breiten Gürtelschnallen, der engen Hosen mit weitem Schlag, der Afrofrisuren, der langen Koteletten und Schnurrbärte. Eine Zeit, als Frauen noch "Babes" genannt wurden, die Zeit von Black Panther und Malcolm X. Es war die Zeit, als New York noch eine Welthauptstadt in Sachen Kriminalität war, als Drogen, Bandenkriege und Rassenauseinandersetzungen die Straßen beherrschten. Da betrat eine literarische Figur die Szene, wie es sie so noch nicht gegeben hatte: Shaft, der erste schwarze Privatdetektiv, baumlang, athletisch, erotisch. Ausgestattet mit abgebrühtem Zockerinstinkt, rüder Sprache, großkalibriger Waffe und offensivem Sex. Mit anderen Worten: eine lebende Provokation.
Erstaunlich, dass diese Figur der Phantasie eines Weißen entsprang. Der Schriftsteller Ernest Tidyman (1928 - 1984), der für sein Drehbuch zum Filmklassiker "The French Connection" 1971 einen Oscar erhielt, war der Erfinder dieses coolen Macho-Helden. Breite Aufmerksamkeit wurde "Shaft" aber erst in der Verfilmung von Gordon Parks zuteil, wo die Figur von Richard Roundtree kongenial verkörpert wurde - natürlich mit der unvergesslichen Filmmusik von Isaac Hayes. Ein filmisches Remake mit Samuel Jackson in der Hauptrolle scheiterte 1999 relativ kläglich an der Kinokasse. Sechs "Shaft"-Romane schrieb Tidyman, und diese sechs Romane werden jetzt vom Pendragon-Verlag neu aufgelegt. Ein mutiger Schritt in einer Zeit, in der die Krimiszene entweder von englischen Society-Ladys, desillusionierten schwedischen Kommissaren, cappucinoschlürfenden Venezianern oder nicht ausgelasteten Gerichtsmedizinern bestimmt wird."Shaft" war einst zentraler Bestandteil der sogenannten "Blaxploitation-Kultur" (eine Verballhornung aus "Black" und "Exploitation" - Ausbeutung) wo sich schwarze Künstler aus Musik, Film und Literatur gegen die gesellschaftliche Unterdrückung auflehnten.
Der vorliegende erste Roman der Pendragon "Shaft"-Reihe ist ein knallhart erzähltes Stück Literatur mit mörderischem Drive, exzellent übersetzt von Emanuel Bergmann. Shaft soll nach der verschwundenen Tochter eines Gangsterbosses suchen. Dass er damit ein ganz heißes Eisen angefasst hat, merkt er im Zuge der Ermittlungen. Und eher er sich versieht befindet er sich in einem Strudel aus Gewalt, Drogen und Bandenkrieg. Übrgens: Der zweite "Shaft"-Roman "Shaft und die sieben Rabbiner" erscheint bereits im Frühjahr 2003.Man kann sich schon jetzt darauf freuen.
Hellmuth Opitz
Der Fall ist schnell erzählt: Shaft erhält den Auftrag, die verschwundene Tochter eines Gangsterbosses zu suchen. Natürlich gegen gute Bezahlung. Ist die Tochter aus Wut auf den Vater untergetaucht? Oder haben Entführer die Hände im Spiel? Plötzlich befindet sich Shaft mitten in den Machtkämpfen der New Yorker Unterwelt. Drogenhandel, Rassenkonflikte und Revierkämpfe der Mafia. Ein Kampf ums Überleben.
„Shaft und das Drogenkartell" ist ein rasanter Krimi vor der Kulisse der Black-Panther-Bewegung der 70er, mit viel Action, Muskelkraft und scharfer Munition. Aber auch die ein oder andere heiße Liebesnacht lässt sich Shaft dabei nicht entgehen.
Wirklich gelungen ist die neue, ungekürzte und unzensierte Übersetzung des ersten Shaft-Krimis, die dem schwarzen Privatdetektiv aus Harlem noch mehr Farbe verleiht!
Ein tolles Buch für lange Zugfahrten...
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