Samuel Verner hadert noch immer mit sich und der Welt hat sich aber doch mit seiner schamanistischen Begabung abgefunden. Diese nutzt er um die Suche nach seiner verschwundenen Schwester Janice zu intensivieren.
Hilfe findet er bei dem launischen Elfen-Decker Dodger und seiner ehemaligen Gegnerin Kathrine Hart. Immer tiefer verstricken sich die Gefährten in die Ränkespiele der wahrhaft grossen Spieler um die Macht. Unversehens finden sie eine vielversprechende Spur in Grossbritannien, welche sie in eine tödliche Konfrontation mit blutrünstigen Wesen der Finsternis und ihren druididschen Handlangern führt.
Dies ist der zweite Teil der insgesamt sehr spannenden Triologie "Geheimnisse der Macht", in der einige der Hintergründe, mancher würde vielleicht sagen Legenden späterer Shadowrun Romane gelegt werden, die uns auch bei anderen Autoren immer wieder begegnen und selbst alten Hasen ein annerkennendes Schauern über den Rücken jagt.
Charrette liebt es offenbar seine Geschichten komplex und die Charaktere ambivalent zu gestalten. Nicht immer behält er dabei den Überblick und so gibt es auch hier die eine oder andere logische Ungereimtheit. Nicht selten übertreibt er es mit der launenhaftigkeit seiner Charaktere, allen voran Sam Verner, der manchmal wie ein unartig stures Kind erscheint und oft nur durch Glück, wie auch die Opfer anderer bestehen kann.
Auch das es immer gleich die ganz Grossen und Mächtigen sein müssen die sich seinen Streitern in den Weg stellen kann man übertrieben finden.
Dennoch ist dies einer der besten Shadowrun Romane überhaupt. Besonders gelungen ist neben der Ausgestaltung der cleveren Plots der Triologie die überzeugende Darstellung der Charaktere in einem tendenziell feindlichen Umfeld indem alle Beteiligten immer um Profit und Überleben ringen. Zuviele Skrupel oder (Meta)Menschlichkeit könnten den Untergang bedeuten. Und doch ... gibt es sie.
Auch wenn die Bände in sich geschlossen sind, ist es empfehlenswert alle Teile der Triologie zu lesen.