"Das Spiel" ist der zweite Teil einer Trilogie, und das merkt man dem Buch natürlich auch an. Es als eigenständiges Buch zu bewerten ist daher unmöglich, als Mittelteil einer Trilogie ist es allerdings sehr gut gelungen, denn in diesem Fall ist der abrupte Anfang und das offene Ende schließlich gewollt. Allerdings sollte man doch den ersten Teil noch einmal lesen, bevor man mit diesem Buch anfängt, weil man sonst wichtige Personen einfach nicht mehr kennt oder Geschehnisse nicht richtig zuordnen kann. Es erleichtert den Einstieg sehr und erhöht auch die Spannung.
Handwerklich steht auch dieses Buch ganz in der Tradition seines Vorgängers und weist den unverkennbaren Stil von Tad Williams auf. Fans des Autoren kennen die detailreichen Beschreibungen schon, die seine Geschichten lebendig und farbenprächtig machen, manchmal jedoch auch etwas langatmig sind. In diesem Sinn kann man es mit Teil 1 vergleichen und trotz ein paar etwas träger Stellen ist es gut und flüssig zu lesen, denn man findet sich dieses Mal sofort in der Handlung wieder.
Diese allerdings leidet ein wenig darunter, dass die einzelnen Handlungsstränge, von denen es wie üblich enorm viele gibt, manchmal ein wenig Ziellosigkeit aufweisen (zum Beispiel bei Briony), was es schwer macht, das Interesse daran nicht zu verlieren. Doch solche Makel macht der Autor gekonnt durch einzelne, spannende Episoden innerhalb des jeweiligen Handlungsstrangs wieder wett.
Gut ist, dass man einiges über die Welt erfährt, was zuvor eher im Dunkeln lag und teils auch endlich die Motivationen verschiedener Figuren aufgedeckt werden, so erfährt man endlich mehr über die Qar und die Gründe für den Angriff auf die Menschen.
Leider kommen für jede beantwortete Frage zwei neue auf und am Ende hinterlässt das Buch trotz allem einen etwas schalen Nachgeschmack wenn der Leser feststellt, dass sich die Figuren kaum voran bewegt haben und für die vielen Seiten nur sehr wenig erreicht haben. Der Wunsch nach dem dritten Teil ist am Ende sehr groß, und dieser wird hoffentlich die viele Fragen beantworten. Ein gutes Fundament hat er durch dieses Buch jedenfalls.
Alles in allem ist es ein solider (und dicker) zweiter Teil der Trilogie, der wirklich gelungen ist und Fans der Reihe auf jeden Fall erfreuen wird, dem stellenweise Kürzungen und etwas weniger Hnadlungsstränge jedoch nicht geschadet hätten.