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Shadowman beginnt mit "Rise", einem Song, den man schon eher in die Ecke Prog-Metal einordnen muss - am ehesten ist er vergleichbar mit dem Titeltrack des bereits angesprochenen Vorgängeralbums - am Anfang vielleicht etwas schwer verdaulich, aber auf alle Fälle interessant. Als nächstes folgt der Titeltrack, Shadowman, einer der "normalsten" Songs auf dem Album - eine sehr schöne Rocknummer mit tollem Refrain, schönen instrumentalen Übergängen und einem Steve Walsh in gesanglicher Höchstform - wie übrigens auf dem gesamten Album. Stimmlich gesehen ist dieses Album sowieso das beste von Walsh, was man in den letzten Jahren gehört hat - sicherlich hat sich seine Tonlage über die Jahre geändert, aber dafür klingt seine Stimme reifer und emotionaler wie früher und er schafft es zum wiederholten Mal seine Ausnahmestellung auf diesem Gebiet zu untermauern. Dies zeigt Walsh beispielsweise auch im dritten Song des Albums "Davey And The Stone That Rolled Away" - ein Song, der von anfangs mit harten Gittarrenriffs unterlegt ist, dann wieder ruhige, symphonische Stellen zum Ausruhen anbietet um beide Elemete schliesslich miteinander zu verbinden - genial. Es folgt "Keep On Knockin" wiederum eine Nummer, die zwischen Rock und Metal schwankt aber wieder orchestrale Begleitungen andeutet - insgesamt gesehen ist dies allerdings der Song, der mir bislang noch am wenigsten gefällt (was aber nicht heißt, dass das Lied schlecht ist). Mit "Pages Of Old" folgt die einzige Ballade des Albums - Walsh spielt hierbei sehr schön mit seiner Stimme, die schlichte Begleitung trägt zur Intesität des Stücks bei - einer der Songs, die mir irgendwie unter die Haut gehen. Doch dann ist vorerst wieder Schluss mit der Ruhe - "Hell Is Full Of Heroes" beginnt und geht richtig ab. Wenn ich den Songtext des Booklets richtig deute, kritisiert Walsh mit diesem Stück die TV-Welt, die dem Zuschauer allzuoft den perfekten "Helden" vorgaukelt, den es in der realen Welt so nie geben kann - entsprechend endet der Song mit den Zeilen "i'll never look like that. what you get is what you see". Überhaupt sind die Songtexte - typisch Walsh - eher düster und teilweise auch schwer interpretierbar. Mit "After" folgt dasjenige Stück, das am ehesten an Kansas erinnert - der gut 10 Minuten lange abwechslungsreiche Song, bei dem Walsh Unterstützung des Ex-Kansasviolonisten David Ragsdale bekommt, wird zusätzlich durch die Orchesterarrangements von Symphony X-Mastermind Michael Romeo aufgewertet. Auch sonst hatte Walsh prominente Unterstützung - an der Gitarre und am Bass zeigt Joel Kosche von Collective Soul sein Können, für den Takt zeigt sich Magellan-Drummer Joe Franco verantwortlich. Mit dem wunderschönen Song "The River" (hat nichts mit dem gleichnamigen Springsteen Lied zu tun), den Walsh bereits in den 80er Jahren für das Kansas Album Power geschrieben hatte (unverständlicherweise schaffte es der Song damals jedoch nicht auf das fertige Album) endet das Album nach nur - und das ist einer der wenigen Kritikpunkte, die ich anzuführen habe, knapp unter 50 Minuten - ob man sich mehr Walsh auf einmal anhören sollte ist aber die andere Frage - Shadowman ist keine Musik zum "Nebenherhören", sondern sollte ganz bewusst gehört werden - nur dann wird man Zugang zu dieser komplexen Musik finden.
Walsh zeigt meiner Meinung nach mit diesem Album zum zweiten Mal nach Glossolalia so richtig, dass in ihm - ausser seinen hinlänglich bekannten Sanges- und Keyboardkünste (beide Parts übernimmt er hier komplett alleine) - auch ausergewönliche Songwriterqualitäten liegen und er bei Kansas völlig zu Unrecht stets im Schatten von Kerry Livgren stand.
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