...ist -Shadowboxer-; jedenfalls wenn man den Film in ein bestimmtes Genre einordnen will. Lee Daniels hat es geschafft, ob gewollt oder nicht, dass sich der Film deutlich von ähnlichen Produktionen abhebt. Hat man nach den ersten zehn Minuten noch den Eindruck, eine B-Film-Produktion anzuschauen, so ändert sich diese Ansicht im Verlauf des Films grundlegend. Vom gut gemachten Thriller, über fast schon avantgardistisches Kino, mit Aufnahmen, die jederzeit aus einer französischen Romanverfilmung hätten stammen können, mutet Lee Daniels seinen Zuschauern einigse zu. Wer das vorbehaltlos über sich ergehen lässt, der wird von -Shadowboxer- mit einem etwas anderen Filmerlebnis belohnt.
Mikey(Cuba Gooding jr.) und Rose(Helen Mirren) sind ein seltsames Paar. Sie, eine Weiße, tödlich an Krebs erkrankt und nicht mehr die jüngste. Er, jung auf der Höhe seiner Kraft, ein Farbiger. Aber die Bande, die Rose und Mikey verbinden lassen sich nicht durch Alter oder Hautfarbe beeinflussen. Beide verdienen ihren Lebensunterhalt als Profikiller. Ein einträgliches Geschäft, dass beide bis zur Perfektion beherrschen. Aber als sie eines Tages die schwangere Frau eines Gangsterbosses liquidieren sollen, spielen Rose's Gefühle verrückt. Als sie die Frau töten will, bekommt diese ihr Kind und Rose nimmt sich der beiden an. Sehr zu Mikeys Unwillen, aber Mikey würde Rose jeden Wunsch erfüllen und so spielt er das Spiel mit. Von da an, verändert sich das Leben der Killer. Sie sind selbst auf der Flucht und versuchen Mutter und Kind zu schützen. Ein Unterfangen, dass selbstverständlich nicht gut gehen kann...
-Shadowboxer- durchbricht normale Filmstrukturen. Was mit den handelnden Figuren passiert, ist nicht vorhersehbar und dadurch ziemlich interessant. Nicht jedermann wird sich mit dieser Geschichte und der sehr derben deutschen Synchronisation zurechtfinden. Dafür gibt es fantastische Bildsequenzen, die man in einem Thriller so nicht erwartet.
Über einen Umstand gibt es allerdings nicht zu debattieren. Cuba Gooding jr. und Helen Mirren sind schlichtweg phantastisch. Egal, wie man über Sinn und Inhalt des Films kontrovers streiten kann, das Spiel der beiden Hauptakteure ist perfekt. Kein Wunder, dass beide bereits mit einem Oscar ausgezeichnet wurden. Beim Anschauen von -Shadowboxer- wird das voll und ganz verständlich.
Als Fazit bleibt, dass -Shadowboxer- ein wenig anders daherkommt, als der Film, den man vielleicht erwartet. Ob das zum Kultfilm oder Verriss führen wird, das entscheidet allein der Kunde. Mir hat der experimentierfreudige Streifen von Lee Daniels gefallen, auch wenn ich mich erst ein wenig "einsehen" musste. Versuchen sie ihr Glück.