Das sieht man selten. Heute stehen hier sieben Bewertungen, allesamt vergeben fünf gelbe Sterne. Da wird es allerhöchste Zeit, dass ich die Rezensionen meiner Vorgänger bestätige. Sonst kommt noch jemand auf den Gedanken, es ginge hier nicht mit rechten Dingen zu!
Jasper Fforde gelingt es dieses Mal wieder, wie einst mit
The Eyre Affair (Thursday Next), eine bizarre Welt zu erschaffen. Auch dieses Mal gibt es wieder bunte Zitate und Anspielungen. Doch dieses Mal wirkt das Buch erwachsener. An einigen Stellen spielt Fforde mit Klischees und hält uns einen kleinen Spiegel vor. Allerdings nicht belehrend, nein, es macht sogar Spaß, wenn wir in der bizarren Welt voller Regeln und Verbote unsere eigenen Fehler wiedererkennen.
Es ist unglaublich, dass dem Autor von Thursday Next ein weiteres Werk gelingt, das ebenso einfallsreich, andersartig und faszinierend ist. Seine Fantasie scheint keine Grenzen zu kennen und seine Schreibkunst sucht seinesgleichen. Wer auf der Suche nach einem witzigen und anspruchsvollen Buch ist, der ist hier goldrichtig.
Einen Nachteil hat das Buch allerdings. Wann immer man seinen Freunden von der Welt in grauer Zukunft erzählen möchte, in der unsere Farbwahrnehmung unseren Rang in der Gesellschaft bestimmt, Farbtafeln als Medizin oder als Drogen dienen (wer es einmal probieren möchte, das ist Lincoln: 125-66-53 - zehn Mal so stark wie Lime) und in welcher sowohl Akronyme, die Herstellung von Löffeln als auch die Zahl zwischen 72 und 74 verboten sind, halten einen alle für vollkommen bekloppt. Und erwähnt bloß nicht, dass die Menschen und die meisten Tiere mit einem Strichcode geboren werden! Es scheint fast unmöglich, einen Nicht-Fforde-Fan davon zu überzeugen, dass das Buch wirklich genial ist!
Wer aber schon ein Fan ist, der wird dieses Buch garantiert lieben. Zurecht.