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"Shades Of God" ist genau wie der Vorgänger "Gothic" nicht als Weiterführung der Konzepte der jeweiligen Vorgängerscheiben zu sehen. War "Lost Paradise" noch sehr zähflüssig, gar Black-Sabbath-lastig, kombinierte man auf "Gothic" (wie der Name schon sagt) die zenterschweren Riffs mit gothischer Gesanguntermalung.
Auf "Shades..." sind die alten Songstrukturen wieder mit einigen Neuerungen erweitert worden. Die Songs sind nicht mehr so zäh, sind abwechslungsreicher und die stetig steigenden Verkaufszahlen der erste beiden Platten scheinen die beiden Hauptsongwriter verführt zu haben, die Songs etwas eingängiger zu gestalten. Dazu kommt leider die Tatsache, daß nicht alle Riffs selbst "erfunden" wurden, sondern geschickt geklaut und in einige Hooks eingebaut wurden.
Überrascht? Nun gut, das Endriff von "Mortals Watch The Day" ist eine schräge Version von "Sabbath Bloody Sabbath" von Black Sabbath. Der Songs "No Forgineness" ist musikalisch ein leicht verfremdete Version des Songs "More" von den Sisters Of Mercy, die Anfang der 90er ein paar Hits in den Hitparaden hatten, usw., uws. usw...
Versteht mich bitte nicht falsch, ich finde die CD Klasse (hab die Band 1994 auch live erlebt) und würde die oben genannten Stücke, sowie "Pity The Sadness" und "As I Die" als Anspieltipps nennen und bedenkenlos die ganze Scheibe jedem Metaller empfehlen, nur deutet sich auf dieser CD bereits das Abdriften in kommerziellere Musik ab, die ich als Fan der ersten Stunde nicht nachvollziehen konnte und wollte...
FAZIT: ein gutes Werk, für mich die "letzte, große" Arbeit von Holmes & Co.
Dieses Album zeichnet sich noch immer durch die tiefen Growls des Sängers Nick Holmes aus, in welchen aber inzwischen ein Anflug von Melodie zu erkennen ist. Die Songs sind allesamt rhythmisch sehr vertrackt und langsam, dennoch aber sehr melodisch in der Gitarrenarbeit, obgleich diese seeehr wuchtig daher kommt. Trotz ihrer Heavyness sind die düsteren Litaneien über Liebe, Tod, Verzweifelung, Einsamkeit und Schmerz von erhabener Schönheit, ohne in den Kitsch abzudriften. Musikalisch lassen sich die Songs am ehesten mit frühen Black Sabbath vergleichen, sowohl in der sehr stark von Tony Iommi geprägten Gitarrenarbeit Greg Mackintoshs, als auch in den pulsierenden Basslinien, und den vertrackten Drums. Absolute Songhighlights sind für mich Your Hand In Mine, No Forgiveness und Mortals Watch The Day. Die Death Metal Roots werden langsam verlassen, aber noch im Auge behalten und man wandelt im Tiefen Morast des Doom Metals. Ein brilliantes Album, das nach Kerzenwachs und feuchtemLaub riecht. Cheers!
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