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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Was Götter mixten trenne der Tonmeister nicht..., 12. September 2009
weil das hier, bei Sgt. Pepper (und bei anderen Titeln bzw. Alben der Beatles) auch nur bedingt geht, denn "Pepper" war leider immer noch eine 4-Spur Aufnahme (mit einer Klanganreicherung, die 48 Spuren verdient hätte). Gerade weil man mit "Love" etwas ganz neues kreirte konnte man dafür auf absolute Originalität verzichten und für die Mixe erhaltene Zuspielungen und Spuren alternativer Takes verwenden. Das verbietet sich aber bei jedem Originalabum, denn ein alternativer Take oder Teile davon sind eben nicht das Original! Na gut, dann nehmen wir halt die Zuspielungen des Original-Takes, die Bass-Spur, die Gitarren-Spuren, die Gesangs-Tonspur usw. und mixen alles neu! ABER: Genau das geht nur bedingt, weil Sgt. Pepper immer noch eine "nur" 4-Spur-Aufnahme ist, und, um Platz für weitere Takes (Orchester, Tiergeräusche usw.) zu schaffen wurden immer wieder Spuren (z.B. Bass und Schlagzeug) UNTRENNBAR und unter hohem Qualitätsverlust zusammengemischt durch sogenannte Aussparung. Für einen Song ("Getting Better") wurde sogar ein Lautsprecher auf einen Plattenteller gestellt, der die Gesangsspur abspielte, die mit einem Mikro davon neu abgenommen wurde -ein "kreisender" Gesang sozusagen, nunmehr vermischt mit den backing vocals. Fazit: Was der Mensch dereinst untrennbar vereinte kann er auch nicht wieder neu mischen - sondern nur das Verhältnis der Summe aller Zuspielungen auf 4 Spuren zueinander, zu denen, zu allem Überfluss, beim sogenannten Umschnitt auch oft noch eine fünfte "Live"-Spur hinzukam, die wir so nun gar nicht einzeln mixen können (shaker, handclapping, nochmal Gesang und ähnliches), weil sie auf dem Master-Tape nicht zu hören ist, sondern nur auf dem fertigen Umschnitt. ...wer mehr wissen will lese George Martins "Summer of Love" - The Making of Sgt. Pepper...Jedenfalls ist dies der Grund, warum man beim Anhören der remasterten CD etwas enttäuscht sein könnte, weil der Unterschied zur 87er Version in der Tat nicht so überzeugend ist...Das man aber nun gar keinen Unterschied hört kann ich nicht bestätigen - besonders bei den tiefen Tönen (indische Trommeln) springt einem die differenzierte Trennung regelrecht entgegen. Paul hatte seinen Bass diesmal nur selten auf der Grundspur 1 eingespielt, sondern oft als letztes Instrument über den bereits sonst fertigen Take gelegt, weil er, insbesondere inspiriert durch den (wohl zumeist von Carol Kaye gespielten) Bass auf dem Album "Pet Sounds" der Beach Boys für "Pepper" besonders melodische Figuren auskomponieren wollte, was ihm ja auch bestens gelang. Auch diese Figuren sind nun viel klarer vom restlichen Klang abgetrennt. Was mir eindeutig absolut nicht gefällt ist die meiner Ansicht nach zu starke Rauschunterdrückung der Gesangsspur des jeweiligen Solosängers. Da wird oft doch sehr viel an Höhen weggeschnitten; und nun klingt alles ein wenig wie Paul`s dumpfer Gesang in der Bridge von "A Day In The Life", der nun gar nicht mehr als so dumpf heraussticht. Wenn dies die Absicht der Tonmeister war sage ich herzlich: nein danke. Ich halte es auch für möglich, dass einige Samples für das neue Remaster von einem gut erhaltenen Original-Vinyl von 1967 gezogen wurden.
Wer das 67er Vinyl nicht hat sollte die 87er CD auf jeden Fall als alternative Hörquelle behalten, denn restlos zufriedenstellend ist das neue Remaster nicht.
Gelegentlich ensteht bei mir der Eindruck, als ob auch hier die Tonkopfeinstellung beim Umschnitt nicht absolut stimmig ist, gerade beim Gesang und bei Ringos Schlagzeug-Becken stellen sich Zweifel ein. Kann aber auch an den Qualitätsverlusten bei den Aussparungen liegen...
"Wihin You Without You" von George Harrison ist viel mehr als ein genialer Song; er hat die Musik und das Lebensgefühl einer ganzen Generation verändert; tausende Typen lernten Sitar spielen, reisten nach Indien usw...
Die ganze Platte ist viel mehr als Musik - sie ist, philosophisch gesprochen, der transzendentale Ausdruck der 60er Jahre schlichthin, ein ewiger Meilenstein der Musikgeschichte, der immer bleiben wird. "Revolver" ist nett, aber in 100 Jahren vergessen..."Tomorrow Never Knows" - ausgenommen!
Trotz einiger Tralala-Lieder von Mr. Mc Cartney (Rita, Sixty-Four) und Lennons drogenbedingter Zurückhaltung bzw. Kreativitätskrise (wo sonst gibt es drei McCartney-Songs nacheinander?!) ist diese Platte für mich weit vor "Revolver" und knapp vor "Abbey Road" das beste Beatles-Werk aller Zeiten. Die frühen LP`s wie "Please Please Me" muss man im Kontext ihrer Zeit sehen - da war der ursprüngliche Rock`n Roll gerade noch angesagt....wie könnte man als beat-Musiker 1962 "besser" sein oder komponieren als 1967 beziehungsweise all diese in den "Golden Sixties" erworbenen Erfahrungen schon haben?
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Beatles als Tüftler - Das wohl berühmteste Album der Popgeschichte, 23. Juli 2008
Es gibt kaum ein Superlativ, das man auf "Sgt. Pepper" nicht anwenden kann: Eines der ersten Konzeptalben (wobei der Ausdruck hier etwas verfehlt ist, das einzige wirkliche Konzept ist die durchgehende Improvisationsfreudigkeit), das erste Album, das schon am ersten Verkaufstag Goldstatus erreicht hatte, Pionierwerk der Psychedelik (wobei die Beatles allerdings eher als erste weltberühmte Band auf den fahrenden Zug aufsprangen), das wohl bekannteste Cover der Popgeschichte, die zur damaligen Zeit aufwendigste Produktion mit unzähligen technischen Spielereien, komplizierte Songstrukturen, wie man sie von den Beatles bisher nicht gekannt hatte, das am zweithäufigsten verkaufte Album in Großbritannien (noch immer), und auf jeder Bestenliste auf der Top - Position oder zumindest den vorderen Plätzen zu finden. "Sgt. Pepper" gehört zu diesen Platten, die man einfach besitzen muß, um überhaupt mitreden zu können.
Lohnt sich der Kauf und das hundertmalige Anhören des Albums nach über 40 Jahren immer noch? Ganz eindeutiges JA!!! Die Beatles erreichten hier eine ganz neue musikalische Dimsension. Schon in den Vorgängeralben "Rubber Soul" und ihrem (meiner Meinung nach) besten Album "Revolver" hatte sich der Weg schon abgezeichnet, die Musik ging weg von den schlichten Beatstrukturen und wurde komplexer, die Texte entfernten sich von "Boy - loves - Girl" - Poesie und wurden nachdenklicher, tiefsinniger und anspruchsvoller.
Mit "Sgt. Pepper" erreichte diese Kreativität ihren Höhepunkt. Die Beatles hatten das anstrengende Touren eingestellt, waren die berühmteste Band der Welt und mußten niemandem mehr etwas beweisen, konnten sich Studiozeit ohne Ende leisten und nutzten ihre kreative Kontrolle (der bislang allmächtige George Martin durfte nur noch beraten) bis hin zur Narrenfreiheit. "Sgt. Pepper" wurde die Antwort auf die Steilvorlage, die die große Konkurrenz aus Übersee, die Beach Boys, mit "Pet Sounds" auf den Markt gebracht hatte. Zwar erreicht "Sgt. Pepper" meiner Meinung nach nicht ganz die Qualität von Brian Wilsons Meisterwerk, es wurde jedoch ein äußerst anspruchsvolles Popalbum, das seine Einflüsse von den verschiedensten Stilen bezog, in seinen Dimensionen die bisherigen Konventionen sprengte und die Popmusik nachhaltig beeinflußte.
Da die Beatles aufgehört hatten, Konzerte zu geben, brauchten sie auf ihrem neuen Album keine Rücksicht mehr auf die Live - Tauglichkeit der Songs zu nehmen und nutzten diese neu entstandene Freiheit voll aus. In der Tat wäre es kaum möglich gewesen, das Repertoire von "Sgt. Pepper" mit den damaligen technischen Möglichkeiten auf der Bühne zu spielen, diese Techniken entstanden erst nach und nach und somit war das Album auch Vorreiter für die Overkills an technischem Equipment, das später Bands wie Pink Floyd (die parallel zu den Beatles im Studio nebenan ihr Debütalbum aufnahmen) auffuhren, um ihre Songs live spielen zu können. Man kann an Beispielen anführen, was man will, irgendwie trifft man immer auf "Sgt. Pepper", das mit seiner psychedelischen Verspieltheit auch optimal in den "Summer of Love" 1967 passte und so zum Soundtrack für eine ganze Generation gehört.
Die Songs auf dem Album sind fast durchgängig von hoher Qualität, man sieht hier allerdings zum ersten Mal wirklich, wie das Team Lennon - McCartney auseinanderdriftet und sich in verschiedene Richtungen entwickelt. Lennon erging sich in Soundtüfteleien und psychedelischen Versen ("Lucy In The Sky With Diamonds, "Being For The Benefit Of Mr. Kite", "Good Morning, Good Morning", für das verschiedenste Tierstimmen verwendet wurden und das, wenn man in der falschen Stimmung ist, ganz gewaltig nerven kann), McCartney vertraute auf seine soliden Songwriterqualitäten, gepaart mit seiner Vielseitigkeit ("Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" als Rocksong, "When I'm Sixty - Four" als Hommage an die britische Music - Hall - Tradition, "Getting Better" als etwas verdrehter Popsong). Auch George Harrison, der hier seiner Liebe zu indischer Musik freien Lauf läßt liefert mit "Within You, Without You" einen fabelhaften Beitrag, der rein mit indischen Instrumenten eingespielt wurde und so das Interesse an dieser Musik erst richtig weckte. Am besten sind die Beatles allerdings auch auf diesem Album, wenn das Gespann Lennon - McCartney zusammenarbeitet und sich gegenseitig inspiriert, so in Ringos Gesangsstück "With A Little Help From My Friends", das später durch Joe Cockers Interpretation beim Woodstock - Festival ungeheuer populär werden sollte, und dem absoluten Übersong des Albums "A Day In The Life", der "Sgt. Pepper" mit einem Paukenschlag beendet und leise ausklingen läßt. Der Song besteht aus einem von Lennon geschriebenen Part, in dem er Meldungen aus der "Daily Mail" über einen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommenen Freund der Band, seinen Part in dem Film "How I Won The War" und Schlaglöcher in den Straßen von Blackburn Revue passieren läßt, dazwischen schaltet sich eine musikalische Skizze von Paul McCartney, in der er ein von Routine beherrschtes Leben beschreibt. Dazu hatten die Beatles die kostpielige Idee, eine Überleitung von einem ganzen Symphonieorchester spielen zu lassen, das auch den Song mit einem gewaltigen Crescendo und einem langen Fade - Out beschließt. Insgesamt ein immer wieder überwältigender Effekt und die optimale Inspiration für Bands, die ihre Songs zu orchestralen Klangbildern werden ließen.
Insgesamt muß man über "Sgt. Pepper" sagen, daß es noch immer zu den besten und inspirierendsten Alben der Popgeschichte gehört, mit seiner unglaublichen Kreativität unzählige andere Bands beeinflußt und die Aufnahmetechnik revolutioniert hat.
In knapp 40 Minuten krempelten die Fab Four die ganze Popwelt um, allein dafür gebührt "Sgt. Pepper" sein Platz in der ewigen Bestenliste.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Damals revolutionär, 15. Februar 2009
Die 2-Sterne-Kundenrezension(M.Schott?)halte ich für verkehrt.Seine Bewertung ist zwar vom März 2004,aber was sind heutzutage noch 5 Jahre.Der Mann scheint Dozent für Popularmusik,oder sowas,zu sein.Dass er die Beatles(anscheinend)nicht mag,ist sein gutes Recht und ich respektiere es.Die Beatles machen für mich aber keinen zuckersüßen Pop,sondern schon eher Rockmusik mit einigen Pop-Einflüssen.Ich bin selbst Musiker und verstehe,glaub'ich,schon etwas von dieser Materie.Ich finde die "Piper at the gates of dawn"von Pink Floyd auch gut.Teilweise hat er sogar recht."With a little help..."ist nicht der beste Song der Band(J.Cockers-Version gefällt mir auch besser)."Lucy in the sky...","Sgt.Pepper(Part 1)"und natürlich das phänomenale "A day in the life"reißen es aber mehr als raus."Lovely Rita"ist auch gut,nur "When I'm sixty-four"fällt deutlich ab.
5 Sterne,weil ich Beatles-Fan bin und die Songs,für sich genommen,doch ziemlich gut sind.Die einzigen Beatles-Platten ohne 5 Sterne sind für mich,"Please,please me",With the Beatles"und "Beatles for sale"(für 4 reicht es hier aber immer noch locker).Also,auch für Beatles-Einsteiger empfehle ich "Sgt. Pepper",warum nicht?
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