Das Buch gibt einige aufschlussreiche Einblicke in den Seychellen-Alltag, an manchen Stellen kann man hell auflachen und die spürbare Liebe der Autorin zu Land und Leuten macht es zu einer angenehmen und bereichernden Lektüre vor Ort.
Vermisst haben wir in manchen Kapiteln die vertiefte Recherche und eine gesellschaftspolitische Analyse.
Wir waren letztmals im Jahr 2003 auf den Inseln und der Wandel seither ist immens, es findet ein eigentlicher 'Ausverkauf der Heimat' statt, vor allem an arabische Investoren, der leider etlichen Seychellois, mit denen wir sprachen, jobmässig nichts bringt, denn die grossen Hotelketten stellen, zumindest in den Chargen mit Verantwortung, Personal anderer Proveninenz ein. Etliche Sechellois erzählten uns, dass sich die Lebenshaltungskosten in den letzten Jahren exorbitant in die Höhe geklettert seien, die Saläre hingegen stagnierten und sich ihr Lebensstandard markant verschlechtert habe. Das führt nicht zuletzt in vereinzelten Fällen zu einem Negativ-Image der 'reichen' Touristen, wie man es von Schwellenländern gut kennt. Mit grossem Bekümmern mussten wir feststellen, dass zum Beispiel an der wunderschönen einsamen Anse Majeur (ein Strand, zu dem man nur per Boot oder zu Fuss gelangt) tagsüber ein Wächter eingestellt werden musste, weil es zu Diebstählen gekommen war. Als wir letztmals auf Mahé waren, wäre so etwas noch undenkbar gewesen. Der Bevölkerung ging es grundsätzlich gut. Gerne hätte ich im Buch 'Eine Anleitung zum Inselglück' mehr über die Hintergründe dieser Entwicklungen, das politische System der Insel, dessen 'Haken' und die sich abzeichnenden Veränderungen und ihre Hintergründe erfahren!
So bleibt es bei der die Inselschönheit und gewisse - z.B. vierbeinige oder mit Flügeln versehende - Tücken des Tropenlebens beschreibenden 'Wohlfühl-Lektüre'.