Große Versprechen werden gemacht: "es ist keine Diät", "kein Kalorienzählen", "in sechs Wochen zur Traumfigur" "wenn man sich nur an den Plan hält".
Das Buch hat viele Stärken und auch einige große Schwächen. Geschrieben wurde hier für eine angloamerikanische, vom Job gestresste, unter Zeitnot stehende, an mehreren Diäten gescheiterte trotzdem nicht übergewichtigte aber unzufriedene Frau. Das Buch sei ein "Upgrade" der Männer-Version, erweitert um die Themen Beine und Six Pack für
Mütter.
Wenn die engagierte Leserin den einem Bootcamp gleichenden Fitnessplan einhält müsste es klappen, da keine Diät auf dem Plan steht, weil "Diäten Kasteiung bedeuten". Wer will sich schon gerne kasteien und einschränken, so fragt Z. rhetorisch bereits am Anfang, was einen hellhörig macht und verstanden weiß. Zinczenkos Ernährungsprogramm beinhaltet die Beachtung des glykämischen Index, 12 Fitmacher-Lebensmittel, mehr Kalorien verbrennen als zu sich nehmen, 6 gesunde Mahlzeiten am Tag, 1x/Woche über die Strenge schlagen.
Die zwischendurch eingestreuten Lebensbeichten von verschiedenen Testimonials, die SEXY SIXPACK wie ein Bibel ständig mit sich rumgeschleppt haben, sollen die Möglichkeit des Erfolgs unterstreichen und motivieren.
Ernährungswissenschaftlich sind seine Vorschläge im Gesamten nicht abgesichert. Eine Ernährungswissenschafterin schreibt im Vorwort, dass die Tipps doch nicht schlecht seien. Die Vorschläge stellen lediglich ein Sammelsurium der in Men's Health veröffentlichten, mittels wissenschaftlicher Studien belegbaren vorteilhaften Verhaltens- und Ernährungsweisen für einen gesunden Körper dar. Es ist also keine in sich abgeschlossene Diätanleitung.
Ein Six-Pack-Erfolg - wie auf dem Cover abgebild - innerhalb der anberaumten 6 Wochen halte ich für überzogen. Dieses Ziel ist vermutlich nur dann zu erreichen, wenn bereits zum Ausgangszeitpunkt ein ziemlich gesundheitsbewusster Lifestyle vorliegt. Übergewichtige oder Menschen mit organischen Störungen ist dieses Buch nicht zu empfehlen, gesundheitliche Probleme werden nicht besprochen.
Die Rezepte, auf denen sehr stark aufgebaut wird, sind schwammig zusammengestellt. Die Mahlzeiten sind größtenteils auf angloamerikanischen Geschmack ("Erdnussbutter mit Heidelbeergelee auf Weizentoast") und kochfaule Männer (möglichst schnell, wenn's sein muss auch mit Fertiggerichten) ausgerichtet. Die Verwendung von abgepackten Fertiggerichten wird insofern entschuldigt, als diese "genau portioniert sind" und deshalb nicht zuviele Kalorien aufgenommen werden können. Dies spricht wieder dafür, dass hier lieblos die Rezepte der Männerausgabe übernommen wurden.
Für diejenigen, die Kalorienzählen möchten, gibt es im Anhang Lebensmittellisten mit den entsprechenden Werten (Glyx, Kal.).
Die vorgestellten Übungen und die Idee, ein möglichst abwechslungsreiches Training zu gestalten, sind sehr gut, da bei Beratungen in Fitnesscentern das wenig beachtet wird.
Zinczenko schreibt im Grunde einfühlsam und als Frauenversteher ;-). Das Buch wurde hin Blick auf Motivation nett zusammen gestellt.
Das Buch kann ich durchaus weiterempfehlen, mit dem Nachsatz, dass das "Konzept" etwas utopisch und letztendlich - wie jedes Fitness- und Ernährungsprogramm - ziemlich streng geplant ist.
MfG.