Produktinformation
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Das Buch ist das Ergebnis unserer Erfahrung, eine neue Form körperlicher Liebe zu leben. Sie hatte mir zu Anfang unserer Beziehung gesagt, dass sie sich vor einiger Zeit einen Mann gewünscht hatte, mit dem zusammen sie das verwirklichen kann, was Barry Long in seinem Buch „Sexuelle Liebe auf göttliche Weise“ beschreibt. Ich habe es daraufhin gelesen und war davon begeistert – wenn auch etwas erschrocken angesichts der ultimativen Forderungen, die er darin aufstellt und von seiner Esoterik, die ich nicht teilen kann. Aber ich war nicht nur einverstanden, diese liebevolle Sexualität mit ihr zusammen umzusetzen. Es war genau das, was ich seit langer Zeit gesucht hatte.
Es war ein Prozess, der von uns beiden verlangte, in Frage zu stellen, was wir über uns selbst und über Sexualität zu wissen glaubten. Es gab immer wieder Rückschläge und Zweifel, ob das tatsächlich funktioniert, weil unsere Schmerzkörper – unsere emotionellen Blockaden – manchmal recht heftig aktiviert wurden.
Ich habe mit dem Buch begonnen, als wir noch mitten im Prozess standen, unsere Sexualität von „Sex machen“ auf energetische Liebe umzustellen. Was wir erreicht haben, ist viel mehr als ich erhofft hatte – und dennoch war es schwieriger als ich befürchtet hatte. Ich bin sehr froh, dass wir durch diesen Prozess hindurchgegangen sind. Er hat mir auf ganz eigene Art gezeigt, wer ich bin.
Wir haben einen Grad von individueller Freiheit einerseits und intimer Nähe andererseits gelebt, die ich vorher nicht für möglich gehalten hatte. Da wir uns nur alle paar Wochen für wenige Tage treffen konnten, haben wir jeden Tag über Skype telefoniert, meist einige Stunden lang. Ich habe immer viel mit meinen Partnerinnen geredet, aber so viel habe ich noch nie mit einem Menschen gesprochen. Und das ergab eine völlig eigene Qualität der Beziehung: eine tiefe Freundschaft. Denn durch die vielen tiefen Gespräche lernten wir uns kennen und achten, können die Qualitäten und die Schwächen des anderen erkennen und so würdigen bzw. belassen wie sie sind.
Die andere Grundlage, auf der unsere Liebesbeziehung aufbaute, war unser spirituelles Verständnis, das durchaus nicht übereinstimmte. Wir sind in unserem Lebensweg unterschiedliche spirituelle Wege gegangen und auch zu abweichenden Einsichten gekommen. Uns war klar, dass jeder Mensch seinen eigenen spirituellen Weg geht. Worin wir jedoch übereinstimmten: wir brauchten keine gemeinsame spirituelle Aktivität, keine Pujas, Meditationen, Satsangs oder Gebete, um mit Gewissheit zu erfahren, dass wir eine tiefe spirituelle Beziehung haben. Doch es zeichnete sich ab, dass „energetisch Lieben“ bedeutet, auch völlig neue und einzigartige spirituelle Erfahrungen zu machen. Es war der Aufbruch zu einem neuen, gemeinsamen Weg, der leider viel zu schnell zu Ende war. Wir konnten die weite Entfernung doch nicht über längere Zeit überbrücken.
Und noch etwas: ich habe nicht den Anspruch, die Lehren Barry Longs zu vermitteln. Ich stimme völlig mit ihm überein, wenn er in der Einleitung seines Buches sagt, sein Buch sei „... nicht dafür gedacht, dass andere danach lehren. Alle echten Lehrer der Liebe schöpfen aus ihrer eigenen Inspiration und Erfahrung.“
Ich denke, dass es völlig im Sinne Barry Longs ist, dass diejenigen, die seinen Weg der göttlichen Liebe erfolgreich umgesetzt haben, dies an andere weitergeben, denn es ist das tiefe Bedürfnis eines jeden, von einer gelebten Wahrheit zu berichten und sie weiterzugeben. Nur so kann sich die Welt zum Guten weiterentwickeln. Ich gebe das weiter, was wir verstanden haben und dabei geht es nicht um das, was Barry Long sagt oder Wilhelm Reich, sondern um unsere lebendige Erfahrung, die darin enthalten ist. Für mich ist die energetische Liebe ebenso ein spiritueller Weg wie es die göttliche Liebe für Barry Long ist. Mir ist Barry Long allerdings zu mystisch und er hängt einem Gottesbegriff an, den ich nicht teile. Dennoch kann ich seine Spiritualität würdigen. Ich mag ihn sehr. In seiner oft provozierenden Art ist er mir sehr sympathisch. Aber die esoterischen Aussagen, die er trifft, kann ich oft nicht nachvollziehen. Woher kommen seine Erkenntnisse, wie Männer und Frauen vor 12.000 Jahren waren? Mein Verstand ist zu wissenschaftlich geprägt, um mit Fakten so „locker“ umzugehen wie Barry Long.
Andererseits beziehe ich mich auf die Erkenntnisse Wilhelm Reichs, der Sexualität und Liebe zwar auch „kosmisch“ nennt und der Lebensenergie eine intelligente Dimension zubilligt. Aber dennoch war er Materialist und sieht Sexualität vorwiegend unter medizinischen Gesichtspunkten. Auch diese Haltung kann ich nicht teilen, aber würdigen. Als Wilhelm Reich vor fast 100 Jahren begonnen hat zu erforschen, was eigentlich gesunde Sexualität ist, war er der erste Mediziner, der er jemals gewagt hat, diese Frage zu stellen und in ein Forschungsprojekt umzusetzen. Sein Ansatz ist noch heute für viele Wissenschaftler eine Provokation. Die Existenz einer Lebensenergie wird immer noch als unwissenschaftlich belächelt. Es gibt zwar inzwischen eine große Anzahl sexueller Forschungsprojekte, doch unter dem Aspekt der energetischen Gesundheit, d.h. der Funktion des Orgasmus, wie Reich es damals nannte, ist sein Ansatz immer noch einzigartig.
Was Wilhelm Reich und Barry Long verbindet: beide hat interessiert, was sexuelle Gesundheit ist – einerseits medizinisch/psychiatrisch, andererseits spirituell betrachtet. Und beide haben dafür gearbeitet, wie man den Menschen diese neuen Erkenntnisse vermitteln kann, damit sie zu ihrem Glück finden. Ich will mit diesem Buch auch zeigen, dass zwischen diesen beiden Ansätzen kein Widerspruch besteht.
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