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Sechs junge Leute, Mitte Zwanzig: Lisa und Guy, seit fünf Jahren ein Paar. Keri, Lisas beste Freundin, Maneater. Graham, Guys bester Freund, ewig scharfer Macho. Josh, Lisas Kollege, verklemmter Schüchterling, heimlich in Lisa verliebt. Helen, alte Freundin von Guy, psychotischer Trauerkloß. Drei Männer und drei Frauen also. Das ist die Grundkonstellation.
Und das passiert: Erstens: Lisa verkuppelt Keri mit Josh. Sex. Für ihn ist es die große Liebe, für sie wars nur ein One-Night-Stand. Dramatische Szenen spielen sich ab. Zweitens: Guy verkuppelt Graham mit Helen. Es wird nichts draus. Kein Sex. Drittens: Helen und Josh lernen sich kennen. Sie nimmt ihn mit nach Hause, will dann aber nicht mehr. Einer Vergewaltigung ähnlicher Sex. Viertens: Zwischen Lisa und Guy kriselt es. Keri kommt, um Guy zu trösten. Sex. Fünftens: Lisa ahnt, dass etwas war, versöhnt sich aber vorübergehend mit Guy. Sex. Sechstens: Lisa und Guy trennen sich in einer großen Szene. Türen knallen, kein Sex. Siebtens: Keri und Graham kommen zusammen. Sex. Achtens: Lisa tröstet sich über ihre Trennung bei Josh. Große Liebe. Sex. Neuntens: Helen, nach der Vergewaltigung nach Griechenland geflohen, wird von Guy getröstet. Sex bahnt sich an, doch vorher ist das Buch zu Ende.
Bei drei Frauen und drei Männern gibt es neun mögliche Konstellationen (wenn man mal nur die heterosexuellen Paarungen nimmt; Homosexualität kommt im Roman nicht vor) -- acht davon werden etwas klischee beladen im wahrsten Sinne des Wortes durchgespielt. Das literarische Niveau von Sutcliffs deutlich besseren Titeln Meine Freundin, der Guru und ich oder Der Gott unter der Dusche wird so leider nicht erreicht. "Die ganz alltäglichen Beziehungs- und Ego-Probleme seiner Generationsgenossen" (Klappentext) jedenfalls hat der Autor in seinen anderen Romanen weitaus besser abgehandelt. --Christoph Nettersheim
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.