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1.0 von 5 Sternen
Chance vertan - weder erotisch, noch voller Tango, 13. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Sex mal Tango. Erotische Geschichten (Taschenbuch)
Wer die Leidenschaften des Tango kennt, weil er ihn gelebt hat, gefühlt hat, erlitten hat (wie es der Taxifahren im Film "Tango-Lesson" so schön sagt), der - besser die! - würde, müsste einfach anders schreiben, als es die Autorin tut, das Wesen, die Magie, das Zwischenmenschliche des Tangos scheint leider nicht durch die Zeilen durch, und wenn, dann klischeebeladen oder übertrieben stilisiert. Die Rahmengeschichte um den Tanzlehrer wirkt konstruiert, der Wechsel der Ort und Personen bleibt ungelenk. Vielleicht ist das ein Tribut an ein Lektorat, dass die Vermarktung im Vordergund sah und kein Szene-Buch wollte, das von der breiten Masse nicht verstanden wird, wer weiß. Das Riskio einer solchen Strategie besteht jedoch darin, im Niemandsland zwischen Tango-Szene und Erotika-Konsumenten-Masse schlicht übersehen zu werden, weil diese Zeilen weder das eine noch das andere Zielpublikum wirklich gut ansprechen. Hier wurde die Chance vertan, auch diejenigen Lesenden wie ein guter Tänzer an die Hand zu nehmen und durch die faszinierende Welt des Tangos und seiner Menschen zu führen, die nicht wissen, was eine Milonga ist und die nun, dank voyeristischer Motive und Neugierde, einen intimen Einblick in die nächtlichen Rituale und Geschehnisse erwarten - und enttäuscht werden. Keine poetische, emotional nachfühlbare und dadurch erst erotisch werdende Beschreibung der Verschmelzung zweier Individuen mit Raum, Zeit und Musik wird gegeben, der Leser schwebt nicht im 3/4-Takt mit den Protagonisten durch den Saal, die Musik fühle ich nicht, die Aura des Tangos bleibt blass. Und die Erotik? Die Sprache ist manchmal zu derb, zu verletzend, sie weckt bei mir Assoziationen an eine Art von Schmerz, von der ich und wahrscheinlich erst recht viele Frauen im Sex nichts finden möchte: Stäbe, die durchlöchern, Rammböcke, die zu Tode stoßen, blutig gekratzte Brüste, schmerzhafter Analverkehr. Meine Fantasie steigt aus. Sex kommt, und geht, und wenn sie am Fenster des Autos steht, denke ich eher, ob das technisch geht, als dass ich fiebrig werde. Nur wenige Episoden machen mich wirklich durchgehend an, die meisten bringen mich zwischendrin durch plumpe Sätze a la "Da bäumte Marleen sich unter ihm auf...", falsche Wörter zur falschen Zeit oder skurille Wendungen der Handlung aus dem Konzept. Was da ist, ist also schon zu selten gut, schlimmer noch ist aber, was fehlt: Es gibt keine wirklich liebevollen, detailverliebten Schilderungen dieses einmaligen Aktes, eine Frau (oder einen Mann) im Arm zu halten, sei es im Tango oder beim Sex. Wo bleibt die Ehrfurcht vor dem Phänomen Orgasmus, die Faszination für den menschlichen Körper in seiner Einzigartigkeit, die Zärtlichkeit, Zugewandheit, Einfühlsamkeit in der tänzerischen wie auch sexuellen Verschmelzung? Fehlanzeige.
Fazit: Null Punkte, wenn es sie hier gäbe, denn ich habe mich beim Lesen schließlich fast nur noch geärgert: Die faszinierende Welt des Tangos, wie sie dort draußen täglich kraftvoll lebt, taucht hier nie greifbar, fühlbar, nachvollziehbar auf. Schade, der Tango und der Sex hätten es beide ganz sicher verdient.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
das Wesen des Tangos verstanden, 7. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Sex mal Tango. Erotische Geschichten (Taschenbuch)
ich habe das buch innerhalb weniger Stunden verschlungen und war absolut begeistert. die autorin hat es fabelhaft verstanden das erotische wesen des tangos mit sehr abwegslungsreichen geschichten zu verbinden. da ich selber tango tanze war es mir wichtig, dass besonders auch der tango recht authentisch wirk. und was soll ich sagen. es ist ihr absolut gelungen. auch die erotischen szenen waren super heiß und vorallem nicht 0815. jetzt komme ich zu dem einzigen minuspunkt den ich anbringen möchte. deswegen auch nicht 5 sterne. ich persönlich fand es irritierent, dass sie in den erotischen szenen auf der einen seite slang benutz(pfotze, schwanz etc.) und in der selben szene aber auch fachbegriffe( phallus, vagina etc.). wenn das in ein und dem selben satz passiert fand ich es stylistisch eher unpassend. aber das ist nur meine persönliche meinung.
achja, man muß schon auf eine eher expliziete sprache stehen *g*
alles in allem ein klasse buch.
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