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Sex ist verboten [Gebundene Ausgabe]

Tim Parks
3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

5. September 2012
Sex ist im Dasgupta Institut verboten. Was also macht die unglaublich attraktive Beth Marriot hier? Warum verbringt eine junge Frau, deren unwiderstehliche Vitalität und selbstbewusstes Ego einst auf Eroberung und Ruhm aus waren, jetzt einen Monat nach dem anderen als Helferin im vegetarischen Restaurant eines puristischen Buddhisten-Retreats? Beth bekämpft Dämonen. Eine Folge von katastrophalen Ereignissen hat alle ihre Hoffnungen auf Glück unterminiert. Aus diesem Trauma gibt es für sie nur einen Ausweg: die asketische Strenge einer Gemeinschaft, in der man um vier Uhr morgens geweckt wird, keinen Augenkontakt mit anderen haben, geschweige denn mit ihnen sprechen darf und in der Frauen und Männer streng getrennt sind. Aber Neugier stirbt zuletzt. Als Beth über ein Tagebuch stolpert, muss sie es lesen und fängt an, den Mann zu beobachten, dem es gehört. Und je mehr sie sich nach der Reinheit der schweigenden Priesterin des Retreats sehnt, desto mehr begehrt sie die Priesterin selbst. Sex ist verboten in seinem neuen Roman konfrontiert Tim Parks westlichen Individualismus mit dem buddhistischen Credo, dass das, was wir Selbst nennen, eine unwirkliche Fantasie ist.

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Sex ist verboten + Die Kunst stillzusitzen: Ein Skeptiker auf der Suche nach Gesundheit und Heilung
Preis für beide: EUR 29,94

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Verlag Antje Kunstmann; Auflage: 3 (5. September 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3888977738
  • ISBN-13: 978-3888977732
  • Originaltitel: The Server
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,6 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 48.577 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Tim Parks, geb. in Manchester, wuchs in London auf. 1981 zog er nach Italien. Sein umfangreiches Werk wurde in viele Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Es umfasst Romane wie »Stille«und »Träume von Flüssen und Meeren«, Sachbücher und Essays. Tim Parks ist Professor für Literarisches Übersetzen und hat u.a. Moravia, Calvino, Tabucchi und Machiavelli ins Englische übersetzt. Er lebt in Mailand.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ironisch-intellektueller Buddhismus - großartig! 4. Oktober 2012
Format:Gebundene Ausgabe
"Sex ist verboten" knüpft an den Vorgänger des Autors "Die Kunst stillzusitzen" an: Parks schildert in seinem neuen Roman sehr fundiert, überzeugend und mit viel Selbstironie die Schwierigkeiten, die entstehen, wenn man sich mit einem intellektuell-europäischen Hintergrund auf ein buddhistisches Vipassana-Schweigeretreat einlassen will. Während des Lesens hatte ich durchaus den Eindruck, dass der Autor von eigenen Erfahrungen mit ähnlichen Seminaren schreibt, dass er mit seiner Protagonisten, der attraktiven Beth Marriot, sein feminines Pendant geschaffen hat.

Der Reiz des Buches liegt für mich in der distanzierten Ironie, mit der Parks die Ereignisse im Dasgupta Institut schildert: Es ist dem Buch anzumerken, wie sehr sich der Autor selbst mit den Grundlagen des Buddhismus, mit der Sitzmeditation beschäftigt hat - wie er sich einerseits damit verbunden fühlt und andererseits ironisch die häufig leicht verkrampften Bemühungen der Meditierenden darstellt. Bei allem hintergründigen und tiefsinnigen Humor, den das Buch auszeichnet, treffen einige Reflexionen die buddhistische Praxis doch recht gut.

Wie soll das funktionieren, wenn der Anspruch "Mögen alle Wesen glücklich sein", lautet, der Sitznachbar aber möglicherweise ganz unspirituell vor sich hin furzt...? Diese Art von Problematik, Schwierigkeit bildet den Tenor des Buches: Beth will unbedingt ein guter Mensch sein, die endgültige Ruhe erleben und ihre Geschichte hinter sich lassen; ihren Kampf und Krampf mit sich selbst schildert Parks durchaus sehr liebevoll und, wie von ihm gewohnt, sprachlich brilliant: An vielen Stellen erinnert mich sein Buch an seinen früheren (sehr zu empfehlenden) Roman "Schicksal" - die kurzen, lakonischen Sätze, die manchmal etwas ausufernden assoziativen Monologe, die Selbstzweifel, das Scheitern von Beziehungen.

Wenn man sich, wie ich, schon seit langem mit Achtsamkeit und Zen beschäftigt, kann "Sex ist verboten" mit seiner darin enthaltenen ironischen Kritik und seinem freundlichen Spott, eine wirkliche Bereicherung sein. Würde mich auch interessieren, wie Lehrer wie Jack Kornfield oder Jon Kabat Zinn das Buch erleben...Sehr zu empfehlen!
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Dr. R. Manthey #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Man sollte sich nicht vom deutschen Titel dieses Romans verleiten lassen, der im Original schlicht "The Server" heißt. Hier geht es nicht vorrangig um Sex, sondern um Stille, um den Stillstand des Denkens, der uns innere Ruhe und ein Glücksgefühl bescheren kann, das man anders nie erfahren wird.

Die Geschichte entwickelt sich in einem englischen Meditationszentrum, in dem die Vipassana-Meditation gelehrt wird. Sie soll direkt auf Buddha zurückgehen. Nach dessen Lehre entsteht alles Leid durch Anhaften, also durch Verlangen oder Aversion. Durch unsere Anhaftungen sehen wir die Realität durch eine verzerrende Optik, was uns in der Regel jedoch nicht bewusst ist.

Bei einer Vipassana-Meditation lernt man zunächst die Vorgänge im eigenen Körper zu erspüren und kommentarlos zu beobachten. Allerdings herrscht in den zehntätigen Anleitungen ein strenges Regime. Männer und Frauen werden getrennt, alles Ablenkende wird zu Beginn abgegeben. Sprechen und Blickkontakte sind verboten, ebenso wie Berührungen oder alles, was die Gedankenwelt in Bewegung setzen könnte. Mit Askese hat das überhaupt nichts zu tun.

Dann folgen neun Tage, in denen fast nur meditiert wird. Unter Anleitung und in der Regel zehn Stunden am Tag. Dieses Regime, dem man sich auch in Deutschland unterziehen kann, hat schon manchen überraschten Teilnehmer die Polizei oder den Sektenbeauftragten alarmieren lassen. Hält man diese körperliche Tortur jedoch durch, dann besteht gegen Ende die Chance zu völlig unerwarteten Körpererlebnissen und Einsichten, die die eigene Sichtweise auf sich und die Welt erheblich verändern können.

In Parks Roman erzählt vor allem Beth ihre Geschichte. Sie kam vor neun Monaten ins Dasgupta-Institut und blieb dort nach ihrem Kurs als Helferin. Beth ist eine junge attraktive Musikerin. Sie hat in ihrer Selbstsucht Schuld auf sich geladen, von der sie wohl dachte, dass man sie bei Dasgupta wieder loswerden könne.

Inzwischen ist Beth im Inneren soweit, um das Institut wieder verlassen zu können. Sie beginnt gegen die Regeln zu verstoßen, um einen Anlass zum Rausschmiss zu geben, denn alleine findet sie offenbar noch nicht die Kraft zum Gehen.

Bei einem solchen Regelverstoß stößt sie in einem Männerquartier auf ein Tagebuch, das sie so gleich zu lesen beginnt. Der zunächst unbekannte Tagebuchschreiber GH wird mit seiner Geschichte zur zweiten zentralen Figur des Romans. Mit diesem geschickten Aufbau schafft es Parks drei Ebenen zu gestalten: die der Betreiber und der Lehre, die von Beth als Insiderin, die die Figuren und Abläufe in diesem Institut kennt und die des GH, mit dem man sowohl die falschen Erwartungshaltungen, mit denen die meisten Teilnehmer in solche Kurse kommen, verstehen lernt, als auch die Veränderungen, die dann manchmal mit ihnen geschehen.

Das klingt alles wie eine esoterische und recht langweilige Geschichte. Aber das ganze Gegenteil ist der Fall. Parks lässt Beth aus ihrem Leben mit zwei männlichen und einer weiblichen Geliebten erzählen, das Tagebuch des viel älteren GH kommentieren und über das Guru-Institut herziehen.

GH steht gerade vor dem Scherbenhaufen seines Lebens, einer zerstörten Familie und einer Firmenpleite. Oft verschmelzen die drei Ebenen dann auch noch mit den Ereignissen und Abläufen im Institut und den Lebensgeschichten anderer Menschen, die dort etwas suchen, was sie nur in sich finden können.

Beth erzählt das alles aus ihrer offenherzigen und fast schon animalischen Sicht mit viel Ironie und Humor. Dass sie dabei nicht nur die Teilnehmer mit gelegentlichem Sarkasmus beschreibt, sondern auch über sich und ihre Ausschweifungen erzählt und das Guru-Getue lächerlich macht, das sich die Betreiber nur leisten können, weil sie nicht mehr im gewöhnlichen Leben stehen, lässt keinerlei Bedeutungsschwere aufkommen. Ganz nebenbei und völlig unbeschwert lernt man bei Lesen auch, um was es an diesem Ort wirklich geht.

Am Ende haben Beth und auch der Tagebuchschreiber ihre merkwürdigen Erfahrungen gemacht und verschwinden zurück ins ganz gewöhnliche Leben, das wieder so ist wie vorher, aber doch irgendwie anders.

Wenn man sich für so etwas wie "Selbstfindung" interessiert oder Orten, wie dem Gasgupta-Institut nicht gleich völlig abwehrend gegenübersteht, dann wird man diese witzig erzählte Geschichte genießen und obendrein noch viel dabei lernen können. In diesem Sinne verstehen sich die fünf Sterne.
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Von cover
Format:Gebundene Ausgabe
Elisabeth Mariot – genannt Beth – ist ein junge, voll Vitalität sprühende, attraktive und sexuell anziehende junge Engländerin. Bisher hat sie ihr Leben als Rockbandsängerin mit Aussicht auf größerem Erfolg verbracht, sich damit von ihrer Unternehmerfamilie sowie von der unglücklichen Ehe ihrer Eltern distanziert. Beth Freund ist ihr sanfter Gitarrist Carl, ihr Liebhaber ist der viel ältere Künstler Jonathan. Beth lässt keine Erfahrung im Leben aus, auch nicht den sexuellen Austausch mit ihrer Bandkollegin Zoe. Beth sagt von sich selbst, dass sie den Lärm mag und die Stille – aber nichts dazwischen.

Warum Beth sich nun seit einiger Zeit in einem buddhistischen Vipassana - Retreat aufhält und inzwischen nicht nur Teilnehmerin ist, sondern sich als Helferin längerfristig an die Welt der Askese, des Schweigegelübdes und der scharfen Trennung von Männern und Frauen binden will, erfährt der Leser nach und nach. Ein vorhergehendes katastrophales Ereignis hat Beth dazu verleitet, sich nach der Reinheit der Stille zu sehnen.

Bei einer ihrer Helferinnentätigkeiten stößt sie im Retreat auf ein Tagebuch eines teilnehmenden Mannes. Entgegen der abgelegten Vipassana-Gelübde siegt die Neugier auf das wirkliche Leben und sie liest die persönlichen Notizen des fremden Mannes. Der von nun an von Beth liebevoll genannte „Mein Tagebuchschreiber“ ist ein Verleger, der beruflich und privat vor einem Scherbenhauf steht. Er lässt sich in seinem Tagebuch zum Einen über das Institut aus: zweifelt an, warum in der Meditationshalle immer nur die Reden von Dasgupta von DVD kommen – vielleicht sei der Meister ja schon tot. Zum Anderen notiert er seine Schmerzen über seine gescheiterte Ehe mit einer Alkoholikerin, seine weggeworfene Liebe zu seiner Geliebten, die Insolvenz seines Verlages und seine Sorge um die auf Abwegen befindliche Tochter.

Die Geschichte um Beth im Retreat und ihrem Tagebuchschreiber nimmt ihren Lauf. Dabei baut der Autor Tim Parks die Geschichte in seiner ihm typischen Art der Verquickung von unterschiedlichen Handlungssträngen auf: da kann schon mal Beth Gedankenwelt zu ihrer furioses Liebe zu Jonathan, zu den körperlichen Schmerzen während einer mehrstündigen Meditationssitzung, zum Begehren zur Priesterin Mi Nu bis hin zur Waschung von Kichadabohnen in einem Absatz dargelegt werden. Und dieser Art und Weise des Schreibens von Tim Parks ist nicht anstrengend, sondern mitreißend: weil man einfach den Gedanken folgt - wie einem Strudel.

Nach ungefähr einem Drittel des Buches habe ich mich gefragt, ob der Roman eher Beth Frage, warum sie sich nie bereit fühlt fürs Leben oder die Geschichten von Beth Leben und das des Tagebuchschreibers zusammenführen soll. Die verzweifelte Suche Beth’ im buddhistischen Institut nach Sinn, Bestimmung und Reinheit des Lebens wird mit einem Augenzwinkern und damit der nötigen Distanz erzählt. Umso mehr fand ich es schade, dass nicht die Zusammenführung beider Lebensgeschichten von Beth und dem Tagebuchschreiber - trotz ihrer so auffälligen Parallelen - zu einem Erzählstrang ausgebaut wird. Ich hatte hier die Überraschung und Bedeutung des Buches erhofft. Vielmehr erfährt der Leser, wie Beth sich durch das Meditieren verändert und doch nicht verändert, und sich dennoch wieder für das wirkliche Leben öffnet. Folglich steht die Erkenntnis um das Thema Meditationen, dass nie etwas zu Ende gedacht oder rein sein kann, sondern es sich ändern wird, wenn es sich ändern muss, im Mittelpunkt von „Sex ist verboten“. Alles andere ist erzählerisches Beiwerk!

Nachwort: Die Bedeutung für „The Server“ als Originaltitel ist vermutlich mit der "Dienerin/ Helferin" zu übersetzen und damit treffend. Der deutsche Titel „Sex ist verboten“ ist eher irreführend als treffend.
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