Es ist geschafft. Nach einem Widerspruch und erneuter Prüfung der FSK erscheint Sex & Zen nun ungeschnitten mit keine Jugendfreigabe auch in Deutschland. Ab 18.11.2011 kann man sich die Bluray bzw. DVD von Capelight zulegen.
Der Film:
Gerne wird 3-D Sex and Zen: Extreme Ecstasy als erster in "echtem" - sprich: stereoskopischem - 3D gedrehter asiatischer Erotikfilm (bzw. oftmals fälschlicherweise auch als Pornofilm) bezeichnet; tatsächlich hatte die südkoreanische Romanze Natali dahingehend aber ihre Uraufführung etwas früher. Daraufhin versuchte man den Streifen als Hong Kong's ersten IMAX 3D Erotikfilm zu vermarkten, Aufführungen in den entsprechenden Lichtspielhäusern wurden von der IMAX Corporation aufgrund der Filminhalte allerdings abgelehnt.
All das änderte freilich nichts an dem riesigen Zuschauerinteresse in der ehemaligen britischen Kronkolonie, und so schlug 3-D Sex and Zen: Extreme Ecstasy sämtliche Besucherrekorde des Hongkonger Kinos. Dort spielte der Film alleine am ersten Tag mehr Geld ein als der bisherige Rekordhalter Avatar - Aufbruch nach Pandora.
Die Neuinterpretation des chinesischen Erotikliteraturklassikers Rouputuan von Autor Li Yu ist die nunmehr vierte Verfilmung des Stoffs und dabei genauso wenig ein Sequel oder Remake des "originalen" Sex and Zen aus dem Jahre 1991 wie die beiden darauffolgenden Teile. Dabei beinhaltet 3-D Sex and Zen: Extreme Ecstasy zwar durchaus einige Reminiszenzen an den Humor, Figuren & Szenenabläufen der ersten Verfilmung, grundsätzlich ist die Stimmung des Streifens aber deutlich düsterer & unkomfortabler.
Denn während es in der ersten Filmhälfte wie soweit bekannt weitestgehend noch um die in eine recht humoristische Erzählweise eingebettete Mär über die Kollidierung ersehnter Erfüllung sexueller Bedürfnisse (reichhaltiger, überraschend expliziter Softcoresex in verschiedensten Varianten inklusive) mit dem Wert der wahren Liebe geht, nimmt die Geschichte alsbald augenscheinlich ein harte Kehrtwende. So kommen Schlag auf Schlag Motive wie Missgunst, Neid, Verachtung, Verrat & Rachegelüste sowie Freundschaft & Loyalität hinzu, welche eine herbe Mischung aus brutalen Vergewaltigungen, Sexfoltereinlagen & blutigen Gewaltdarstellungen heraufbeschwören. Andererseits wird die "Ursprungsthematik" dabei nie aus den Augen verloren und am Ende fügen sich all diese Elemente zu einem versöhnlichen Ganzen zusammen; die knüppelharte Parabel als heiliges Mittel zum Zweck der Vermittlung der wirklich wichtigen Werte im Leben, könnte man sagen.
3-D Sex and Zen: Extreme Ecstasy bricht erwartungsgemäss mit einigen Sehgewohnheiten westlicher Zuschauer, hauptsächlich in seiner oftmals gleichermassen unverblümten wie drastischen Ausdrucks- respektive Darstellungsweise. Gerade wenn Sex & Gewalt aufeinandertreffen, wird für einen im Allgemeinhin als Mainstream vermarkteten Film eben dort detailreich bebildert, wo der Grossteil ähnlich gelagerter Produktionen früher oder später dezent ausblendet und nicht mit Inhalten gegeizt, die man sonst eher aus Hentais kennt (vom fehlenden Hardcore mal abgesehen).
Doch auch wenn einige 3D-Effekte nicht zwangsläufig State of the Art sind und ein paar wiederkehrende Elemente mit zunehmender Laufzeit etwas ermüdend wirken, stellt der Streifen eine durchaus gelungene Mischung verschiedener Filmgenres mit etlichen Schauwerten dar, bei der man sich amüsieren, berauschen, ekeln und am Ende ob des Triumphes der Gefühle über alle Niederträchtigkeiten für die Hauptprotagonisten freuen kann - sofern man sich auf die (vermeintlich) sperrige Darreichungsform einlassen kann & will.
Die Fassungen
Das chinesische Festland ist so ziemlich der wichtigste Absatzmarkt für das Hongkonger Kino; dort hat die Produktionsfirma aufgrund der strikten staatlichen Zensur allerdings gar nicht erst den Versuch gewagt, 3-D Sex and Zen: Extreme Ecstasy aufführen zu lassen. Stattdessen organisierten findige Reiseveranstalter speziell auf die Kinovorführungen abgestimmte Trips vom Festland China nach Hongkong und ermöglichten so einer sechstelligen Besucherzahl interessierter Filmfans den Kinobesuch.
In den Rest der Welt wurde der Streifen dagegen bis dato fleissig verkauft und musste dafür des öfteren - je nach Landesgusto - mal mehr, mal weniger stark zensiert werden. Für die asiatischen Nachbarländer übernahm der Vertrieb die Anfertigung der jeweils "passenden" Schnittfassung gar selbst (!), um die Filmrechte dort problemlos an den Mann bringen zu können (wir berichteten).
Neben der Original-Kinofassung wurde dabei ebenfalls ein knapp 15 Minuten längerer Director's Cut zusammengestellt, der wohl auch die Grundlage für die meisten Heimkinoveröffentlichungen darstellen wird. Dieser macht deutlich: Neben einigen Handlungsstraffungen wurden bereits für die Kinoauswertung etliche Zensurschnitte vorgenommen (nichtsdestotrotz erhielten sowohl die HK-Kinofassung als auch der Director's Cut das berüchtigte CAT III-Rating). So finden sich im DC einige Erweiterungen bei graphischen Gewaltdarstellungen & Sexszenen - und auch die ihre langen Schatten vorauswerfenden Darstellungen gewaltsamer sexueller Übergriffe wurden grösstenteils erweitert. Es gibt allerdings auch ein paar wenige Eingriffe gegenteiliger Art; möglicherweise wollte der Regisseur allzu übertrieben-zynische Einstellungen aus seiner Wunschfassung im Nachhinein entfernt wissen.
Der Director's Cut ist indes nicht bloss eine schnöde um ein paar Szenen verlängerte Version, sondern eine ganz eigene Schnittfassung mit multiplen Veränderungen in allen möglichen Bereichen des Films. Neben viel neu hinzugefügtem und ein wenig aus der ursprünglichen Version herausgenommenem Material gibt es bspw. alternative Takes bzw. Szenenabläufe oder in der Reihenfolge neu arrangierte Szenen. Darüber hinaus wurden auch Musicscores oder simple Soundeffekte bis hin zum Klimpern eines Schlüsselbundes überarbeitet, neu hinzugefügt oder entfernt (marginale Veränderungen dieser Art finden im nachfolgenden Schnittbericht der Übersicht halber keine tiefergehende Erwähnung).
Generell ist der Director's Cut die klar bessere und auch deutlich erkennbar die ursprünglich angedachte Schnittfassung von 3-D Sex and Zen: Extreme Ecstasy. Wo die Kinofassung an einigen Stellen abgehakt oder einfach nur unrund wirkt - ob nun im Hinblick auf die Handlung oder Darstellungen von Gewalt und/oder Sex - füllt der DC die entsprechenden Lücken auf und bietet mehr Lacher, mehr Schauwerte & den flüssigeren Handlungsablauf. Von daher fällt die Wahl der richtigen Filmfassung in diesem Fall nicht sonderlich schwer.
Wohl aber die Wahl der richtigen Veröffentlichung des Director's Cut. Im Herkunftsland Hongkong ist dieser entgegen dem allgemeinen Trend NUR auf DVD und dabei auch NUR in 2D veröffentlicht worden, alle anderen VÖs - ganz gleich ob DVD oder Blu-ray - enthalten lediglich die Kinofassung!
Während Fassungen aus vielen anderen asiatischen Ländern wie zuvor schon erwähnt ob der zensurellen Eingriffe keine wirkliche Option darstellen, ist der Film mittlerweile auch schon in Europa angekommen, und wie sollte es anders sein - in einer zensierten Fassung. Für eine Veröffentlichung in Grossbritannien verlangte die BBFC für eine 18er-Freigabe Zensurkürzungen von knapp drei Minuten (bei der Kinofassung, wohlgemerkt). Sicherlich werden in absehbarer Zeit auch ungekürzte Versionen ihren Weg auf weitere Heimkinomedien finden; die Frage ist dann eben, welche das jeweils sein werden und ob man "verständliche" Untertitel mitgeliefert bekommt.
Hierzulande zumindest wird 3-D Sex and Zen: Extreme Ecstasy Ende Oktober von Capelight auf DVD/BD veröffentlicht, aller Vorraussicht nach der Director's Cut. Bleibt abzuwarten, was die FSK zur ungeschnittenen Fassung sagen wird.
Der Director's Cut ist 14 Min. 53 Sec. länger als die Kinofassung.
80 Änderungen insgesamt
im Einzelnen:
- 57 Erweiterte Szenen im Director's Cut
- 7 Erweiterte Szenen in der Kinofassung
- 9 Alternative Einstellungen/Szenenabläufe
- 3 Szenenumstellungen
- 4 Dialogerweiterungen
Infos von schnittberichte.com
Was den Deutschen der SCHULMÄDCHEN-REPORT, den Galliern EMMANUELLE, ist dem Chinesen seine SEX AND ZEN-Reihe ' eine wonneproppige Sexploitation-Schnitte, die jetzt mit großem Aufwand und einem kompletten chinesischen Playboy-Jahrgang vor historischer Kulisse zu neuem Glanz in 3D aufpoliert und geremixt wurde. Was man hier in 3D präsentiert bekommt, sind die üblichen hervorgehobenen Charaktere, ein paar dem Zuschauer entgegenfliegende Gegenstände, seien es Schwerter,ja selbst Brüste wabbeln wie Wackelpudding vor den Augen des Zuschauers.IN den ersten 70 Minuten bekommt man eigentlich all das präsentiert, womit man geworben hat. Brüste bis zum abwinken. Es sind unglaublich viele Frauen da, die da nackig rumlaufen. Man sieht sie komplett nackt, da es aber ein Softporno ist, sieht man nun nicht alles. Aber, auch wenn es bekannt war, die Behaarung von den chinesichen Frauen ist ziemlich haarig.Man bekommt Sex in allen erdenklichen Positionen präsentiert,gegen Ende, will der Film dann aber auf Teufel komm raus ernst werden. Und das ist dann weniger gelungen.3D Sex and Zen: Extreme Ecstasy bietet nackte Haut und viel Sex in Massen.
Lesen Sie weiter... ›