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Sex II
 
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Sex II [Gebundene Ausgabe]

Sibylle Berg
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Reclam, Leipzig; Auflage: 2 (1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3379007676
  • ISBN-13: 978-3379007672
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 12,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 806.319 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Sibylle Berg
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Produktbeschreibungen

carpe.com

Die Girlies kommen, und renommierte Verlage fallen auf sie herein. Weil man beim deutschen Schlager nur "Ich find dich scheiße" singen darf, toben sich die Girlies so richtig in der Literatur aus. Eine junge Autorin mit dem idyllischen Namen Sibylle Berg (die übrigens auch schon fürs Zeit-Magazin schreiben durfte) erschuf sich ein Alter Ego, das 24 Stunden durch eine Großstadt torkelt und dabei aus unerfindlichen Gründen durch alle Mauern hindurch und in die Menschen hineinblicken kann. Verglichen mit dem, was die Geplagte nun sieht, ist Hieronymus Boschs Bestiarium ein Paradies. Babies werden geschändet, Frauen mit allerlei Hausgeräten tranchiert, mit Verwesendem wird kopuliert, hier fließt Schleim, dort schimmelt es, hier wird gekotzt, da Scheiße an die Wand geschmiert -- je unappetitlicher, desto besser. Dabei strotzt das Buch vor Fehlern aller Art: Rechtschreibfehler, Kommafehler, sachliche Fehler, und zwischendurch kokettiert die Autorin mit ihrer eigenen Dummheit ("Warum schreiben Sie nicht mal was wie Heinz Erhardt. Ich dann: Wußte gar nicht, daß der Kanzler geschrieben hat. Die Leser dann: Ich ... muß lesen, daß eine Autorin so blöd ist, Heinz mit ... Karl oder Fritz Erhardt zu verwechseln"). Haben Verlage eigentlich noch Lektoren?

Die Spaßgesellschaft treibt seltsame Blüten. Gefühle werden vermeintlich oder tatsächlich nur noch durch Schockeffekte ausgelöst, durch Bungee-Jumping, Horrorcomputerspiele oder amoklaufende Kinder in amerikanischen Schulen. Und die Girlies wollen nur Spaß, berühmt sein und -- vor allen Dingen -- auffallen. Bedauerlich ist nur, daß das so nicht geht, denn Schockeffekte der erwähnten Art haben ihre eigene Psychologie. Je geballter man sie nämlich vorgesetzt bekommt, desto schneller nutzten sie sich ab, desto lächerlicher wirken sie gar. Literaturgeschichtlich gesehen ist Sex II ohnehin kalter Kaffee. So amüsiert man sich als Leser über die Philosophie "Das Leben ist gar fürchterlich und die Menschen schlecht". Wie lispelte ein anderes Girlie, Heike Makatsch, in dem Film Männerpension: "Aber das weiß ich doch." --Matthias Kehle

Autorenportrait

Sibylle Berg, geboren vor nicht allzu langer Zeit in Weimar, gilt seit ihrem Debüt-Roman "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot" als Übermutter der jungen deutschen Literatur. Darauf könnte sie verzichten. Neben Büchern schrieb die überzeugte Kettenraucherin Theaterstücke und Texte für verschiedene Magazine in Deutschland und der Schweiz, darunter "Das Magazin" (Zürich), "Allegra" (Hamburg) und das "Zeit-Magazin". Sibylle Berg lebt in Zürich.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Sybille Berg`s Version des Lebens, 24. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Sex II. (Taschenbuch)
Komisch. Wenn man sich so die meissten anderen Rezensionen ansieht, dann komme ich ins Grübeln. Sogar fast mehr ins Grübeln als beim Buch selbst. Warum ist Bergs Sicht der Dinge so unbeliebt, warum so abstossend und warum so unverstanden? Man muss eingestehen, dass das Buch radikal ist. Der Text bricht unter den Füssen weg, die Handlung wirbelt wie eine Peitsche umher und es wird glaube ich wirklich keine Sauerei ausgelassen. Dennoch sollte man nicht den gängigen Houellebecq-Fehler machen. Und der ist, sich blenden lassen von Obszönitäten, von vulgärer Sprache. Ich denke Berg hat viel zu sagen. Sie sieht in der modernen Stadt eine für den Menschen unerträgliche Brutstätte für kranke Ausgeburten des Geistes. Der Mensch ist irgendwie nicht geschaffen für seine Rolle in der Konsumgesellschaft. Und am Stärksten ist Berg wenn sie schonungslos den Schleier von der täglichen menschlichen Existenz zieht. Ich kann verstehen, wenn man solche Texte nicht gerne liesst, wenn man lieber schöne Geschichten von Baricco, Harry Potter oder den meissten anderen Publikumsschriftstellern liesst, aber eigentlich bringen uns nur Texte weiter die unbequem sind, die pausenlos Fragen, die uns ein Ekelgefühl vermitteln und damit EInblicke in menschliche Abgründe liefern.Verstörende Texte in einer verstörenden Welt. Texte wie von Sybille Berg eben.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Nicht uninteressant, aber auch nicht richtig gut, 24. Januar 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Sex II. (Taschenbuch)
Ich fand das Buch nur bis zur Hälfte gut. Danach ging meinem Gefühl nach Frau Berg ein wenig die Puste aus und es wird einfach langweilig.

Von der Handlung her kann man nicht sehr viel sagen, das wesentliche ist in der Zusammenfassung oben schnell gesagt. Wenn man nicht nur Freude am Inhalt sondern auch an der Form hat, dann empfiehlt sich Sex II auch nur begrenzt.

Sex II ist vom Schreibstil eigentlich sehr interessant, Sybille Berg hat wirklich einen eigenen Stil entwickelt. Manche Stilmittel die sie einsetzt hält sie in Sex II leider nicht konsequent durch, was beim Lesen wiederum störend ist. Jedenfalls hat es mich genervt.

Insgesamt hätte es dem Buch wirklich gut getan, wenn es nur halb so lang wäre. Ich würde zur Beschäftigung mit Sybille Berg eher "Ein paar Leute suchen das Glück ..." oder "Herrengeschichten" empfehlen.

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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Am Rande des Wahnsinns und mittendrin, 18. Februar 2003
Von 
Norman Wnuck (Bremen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Sex II. (Taschenbuch)
"Vergeßt euer Leben davor, nichts ist mehr wichtig, hat Bedeutung, außer, daß ihr es schaffen müßt, 24 Stunden durchzuhalten. In einer großen Stadt, in der wirklich nichts Gutes passiert, alleine, müßt ihr laufen, und ihr wißt nicht, ob ihr am Ende draufgeht oder ob dann der Horror erst beginnt..."

Sibylle Berg schreibt wie Gott, denn sie ist Gott, bzw. wirkt so. Ihre Bücher sind einzigartig. Hat man einmal angefangen, ein Buch von ihr zu lesen, will man es nicht mehr aus den Händen geben - nein - man will darin versinken, ein Teil ihrer Prosa werden, sich von ihrer Kreativität begatten lassen. Einige Menschen kommen sicher nicht auf ihre Themen und ihre Schreibweise klar, denn sie schreibt unkaschiert, wie das Leben in Wirklichkeit ist, worüber der Mensch hinweg sieht, was eigentlich wichtig ist.

In "Sex II" geht es um sie, Sibylle Berg (33), sie schreibt von einem Morgen, an dem sie aufsteht und nichts mehr so ist, wie mal war, wie es schien. Sie hat plötzlich die Gabe bzw. den nicht endenden Fluch, durch Wände und Menschen zu sehen. Sie glaubt sich auf einem LSD-Trip zu befinden, weiß nicht, ob es gut ist, was mit ihr dort passiert. Nur eins weiß sie, sie muß nach draußen. Doch dies scheint fatal, als sie durch alles sehen kann. Krankenhäuser, Krankenschwestern, Penner, Sterbende, Treppen, Gemäuer, soziale Unterschichten... durch alles kann sie sehen. Alles, was sie sieht, wird von ihrer Ich-Perspektive abgehoben, in eine neue Geschichte gepresst. Einige der Geschichten bilden einen Zusammenhang zur nächsten.

In diesem Buch wird der Traum geschildert, den eigentlich ein jeder von uns hat. Wer hat nicht schon einmal davon geträumt bzw. sich gewünscht, zu sehen, was ein Mensch wirklich ist, einfach hinter seine Fassade schauen zu können. Zum Beispiel die Künsterlin von nebenan. Sie wirkt wirklich freundlich, hat nach außen hin ein wunderbares Leben. Doch niemand weiß, daß sie ihre kleine Tochter seit Geburt an in einem Verließ im Keller gefangen hält. Solche Dingen und Themen durchleben die Leser gemeinsam mit der Person aus der Ich-Perspektive.

Wie wir es aus Bergs Büchern kennen, wir viel gestorben, geschimmelt, abgeschnitten, gelitten, gelogen, ge****t, zerstückelt, gematscht, geliebt, verlassen, gekotzt, geschleimt, beleidigt - so wie im wirklichen Leben auch.

Wer aber noch nie ein Buch von Sibylle Berg gelesen hat, wird Probleme haben, da die Bücher "Sex II" und "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot" eben mit der typischen Stilart geschrieben wurden. Es gibt nur Punkte als Satzzeichen, die Sätze sind eher kurzgehalten, ab und zu ist es etwas schwer, dem Buch zu folgen. Aber das wird man lieben. Man wird sich freuen, ein Buch in den Händen zu halten, das anders ist, als die Bücher, die wir kennen. Hier wird der Roman neu erfunden, hier lebt das Leben undzensiert.

Das neue Buch "Amerika" ist ganz anders geschrieben, als die beiden Vorgänger. Man kann der Geschichte besser folgen und es wird nicht soviel gestorben oder vergewaltigt. Eben ein anderer Roman, bei dem es auch Frage- und Ausrufezeichen gibt. Ein ganz neuer Berg eben. Fang am besten mit "Sex II" an, dann habt ihr gute Karten.

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