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Coyles These: "Jeder, der sich eine bessere Welt wünscht, sollte in der Lage sein, wie ein Ökonom zu denken." Die Ökonomie, so ihre Kernbotschaft, sei gar nicht so kalt, berechnend oder gar menschenverachtend, wie sie auf den ersten Blick oft scheint. "In der Ökonomie geht es um das größtmögliche Wohlbefinden des Einzelnen, und nicht darum, zum Beispiel die größte Autoindustrie oder die reichsten Bauern der Welt zu haben."
Mit dieser markigen Parole auf dem Banner stürmt Diane Coyle über die aktuellen Kriegsschauplätze der öffentlichen Meinung und politischen Debatten und teilt kräftig aus. Zum Beispiel gegen die widersprüchliche Haltung einer Öffentlichkeit, die mehrheitlich für Steuersenkungen ist, aber gleichzeitig bessere öffentliche Dienstleistungen fordert, die einmütig eine saubere Umwelt will, aber ebenso einmütig niedrigere Benzinpreise, die geschlossen gegen Ausbeuterbetriebe ist, aber auf billige Kleidung nicht verzichten will. Damit läuft man freilich Gefahr, in die Ecke der bösen Neoliberalen gestellt zu werden und auch Diane Coyle wird sich dieses Vorwurfs nicht ganz erwehren können. Aber ihre Sichtweisen sind politisch mitnichten so eindeutig, wie es scheinen könnte. Und wenn es ums Austeilen geht, bekommen alle eins auf die Mütze -- Globalisierungsgegner und Globalisierungsbefürworter.
Bedauerlich, dass Leidenschaftsausbrüche im Buch dennoch eher die Ausnahme sind. Etwas mehr Frechheit, Verve und Lautstärke hätte einem Buch mit dem Titel Sex, Drugs & Economics gut zu Gesicht gestanden. Aber als "Einstiegsdroge" in die skeptische und logische Denkart der Ökonomie könnte das Buch dennoch bewusstseinserweiternde Effekte haben. --Gundula Englisch
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In fünf Abschnitten erfährt der interessierte Leser warum gewisse Produkte teuer und andere gar umsonst sind. Teil I beschäftigt sich mit ökonomischem Denken und zeigt Fallbeispiele wo dies ausgezeichnet funktioniert und auch solche wo das nicht der Fall ist.
Teil II setzt sich mit dem Staat und seinen Instrumentarien auseinander. Wie viel Staat ist notwendig, wie viel Steuern soll er haben und welche öffentlichen Güter soll er bereithalten.
In III und IV werden neue Technologien und die Globalisierung abgehandelt. Richtig spannend wird es dann noch einmal in Teil V, der sich mit der Makroökonomie beschäftigt. Die Autorin ist Betriebswirtschaftlerin und lässt erkennen, das sie der Volkswirtschaft nicht allzu viel zutraut. Zudem habe die Globalisierung ebenfalls dazu beigetragen, das jener Lehrteil wohl oder übel bald beerdigt werde.
Zum Schluss gibt es noch zehn Regeln ökonomischen Denkens, die jeder kennen und beachten sollte. Das Buch enthält zudem ein übersichtliches Inhaltsverzeichnis, einen Glossar und ein kleines aber feines Literaturverzeichnis für Genießer ähnlicher Werke.
Das Buch ist locker geschrieben. Die ausgewählten Beispiele, an denen wirtschaftliches Denken erläutert wird sprechen eine breite Leserschaft an. Damit mausert sich das Werk zu einem Lehrbuch, das man auch ohne schlechtes Gewissen an interessierte Jugendliche verschenken kann.
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