Mit dem Sevylor Hudson bekommt man jede Menge Boot fürs Geld. Es ist geeignet für gemütliche Flusswanderungen, für Fahrten an der Meeresküste oder auf Seen. Der Platz reicht für zwei Erwachsene oder einen Erwachsenen und zwei Kinder mit Schnorchel, Angelausrüstung, Badetüchern, Strandzelt und was man sonst so mitnehmen will. Das Hudson lässt sich alleine oder zu zweit gut mit Doppelpaddel manövrieren. Es liegt satt im Wasser und ist nicht so leicht zum Kentern zu bringen.
Der robuste Boden verhindert, dass Berührungen mit Steinen zur Beschädigung der Luftschläuche führen.
Bei ruhigem Gewässer und wenig Wind kann der mäßig sportliche Freizeitkapitän mit einer durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit von ca. 3 km/h rechnen.
Wie bei allen Schlauchbooten ist am Meer oder auf größeren Seen besonders auf Strömungen oder stärkeren Wind zu achten. Da kann das sichere Ufer leicht in unerreichbare Ferne rücken.
Die Außenhaut des Bootes ist aus Kunststoffgewebe gefertigt, der extra starke Boden aus Gewebe verstärktem Kunststoff. Die drei eingelagerten Luftkammern sind durch diese Außenhaut geschützt, das Material der Innenschläuche erinnert aber an deutlich billigere Gummiboote.
Die vielen praktischen Details (Gummihalterung für Gepäck, Halterungen für Paddel, Wasserfester Beutel, Tragegriffe, ...) und eine gute Verarbeitung machen einen hochwertigen Eindruck.
Allerdings hat die Bauart des Hudson auch einige Nachteile - daher auch keine Top-Bewertung.
Das Gewebe der oberen Außenhaut (auch des Innenbodens) nimmt Wasser auf. Beim Ein- und Aussteigen bzw. beim Paddeln mit Doppelpaddel lässt sich kaum vermeiden, dass Wasser ins Boot spritzt. Da sich das Gewebe ansaugt, wird das Boot dadurch schwerer. Auch bietet die Konstruktion reichlich Ritzen, in welchen sich das kühle Nass festsetzt. Das Wasser lässt sich daher nicht vollständig ausleeren und es braucht sehr lange bis das Boot trocknet, was nur dann kein Problem ist, wenn man dafür reichlich Zeit und Sonne hat. Das Gewebe der Oberhaut verhindert auch, dass man das Boot schnell mal mit Tüchern trocknen kann. Manchmal ist es sogar nötig, das Boot zu zerlegen (Innenschläuche herausnehmen) um es vollständig zu trocknen.
Nach der Benutzung im Salzwasser ist daher auch eine entsprechend gründliche Reinigung mit Süßwasser sinnvoll, was deutlich aufwändiger ist, als bei Konstruktionen ohne Außenhaut aus Gewebe.
Da die Luftschläuche aus nicht mit Gewebe verstärktem Material bestehen, sind diese etwas dehnbar. Das führt dazu, dass das Boot trotz aller Robustheit nicht sehr steif wird und immer etwas wabbelig wirkt. Boote mit Gewebe verstärkten Schläuchen erreichen bei gleichem Betriebsdruck (0.1 bar) eine deutlich höhere Steifigkeit. Verstärkt wird das durch den Effekt der Abkühlung im Wasser, insbesondere durch das Wasser aufnehmende Gewebe, welches die Schläuche nachhaltig kühlt. Die Wirkung ist, dass die Insassen den Boden nach unten drücken, während selbiger dort wo niemand sitzt nach oben gedrückt wird. Das wirkt sich negativ auf die Performance des Bootes aus. Besonders spürbar ist dieser Effekt bei unruhigem Wasser. Es ist nicht empfehlenswert, das Boot mit höherem Druck aufzublasen, um eine bessere Steifigkeit zu erreichen, da dadurch die Schläuche überdehnt werden und die Schweißnähte reißen können.
Wen diese Nachteile nicht stören, der ist mit dem Hudson gut bedient.
Noch ein paar Tipps zur Benutzung :
Den Betriebsdruck des Bootes erst im Wasser herstellen - durch die Kühlung wird es sonst sehr schwabbelig. Bei Bedarf nach einiger Zeit im Wasser noch mal etwas Druck nachtanken.
Beim Trocknen bzw. an Land Luft ablassen und den Druck verringern um eine Beschädigung der Schläuche zu vermeiden!! Die Luft in den Schläuchen heizt sich schnell auf, wenn das Boot einmal trocken ist, insbesondere wenn das Boot mit dem schwarzen Boden nach oben abgelegt wird.
Genügend Zeit zum Trocknen des Bootes einplanen.