Wenn man einen kleineren Wasserkocher sucht, und keine "Kleinkind-spielt-gerne-mal-auf-der-Küchenarbeitsplatte" Probleme hat, also das heisse Edelstahlgefäss keine besondere Gefahr darstellt, dann ist man mit diesem Gerät - so meine ersten Erfahrungen - BESTENS bedient. Es ist alles dran, was sich der Amateur wie auch der Profi so vorstellen kann.
- beleuchteter und gut bedienbarer Schalter
- Abschaltung beim Abheben des Kochers !
- Deckel springt auf Knopfdruck auf, alles ganz praktikabel
- guter Ausguss, nichts tropft daneben
- abnehmbares Kunststoffsieb gegen Kalkbrocken, die sich nach einiger Zeit auf dem Boden bilden werden wie üblich bei Wasserkochern
- überschüssiges Kabel kann wie üblich bei diesen Geräten im Boden verstaut werden
Soweit die Pflicht.
Aber auch bei der Kür hat das Gerät noch was zu bieten:
- die Abschaltung erfolgt durch die Rückleitung von Wasserdampf in den Gehäuseboden. Das hat den riesen Vorteil, dass das Gerät heizt, bis das Wasser tatsächlich siedet. Abgeschaltet wird erst und genau dann, wenn das Wasser kocht.
Das ist im übrigen keineswegs selbstverständlich. Andere Konstruktionen verfügen über einen Thermostaten im Boden, welcher oft zu früh auslöst, sei es durch Alterung, oder durch Serienstreuung, Zudem ist die Wassersiedetemperatur nicht überall gleich 100 Grad, in den Bergen bspw. etwas niedriger. Daher ist diese Konstruktion "Abschalten sobald das Wasser siedet" für Wasserkocher vorzuziehen.
Das setzt natürlich voraus, dass auch Wasser im Gefäss ist. ACHTUNG: Man muss den Deckel schließen, damit die Abschaltung funktioniert!
Vergisst man, Wasser einzufüllen, löst eine Sicherheitsabschaltung aus, über die der SEVERIN Kocher verfügt, die bei meinen ersten Tests auch zuverlässig ausgelöst hat.
Ein weiterer Vorteil: das Abschalten funktioniert auch zuverlässig bei kleinen Wassermengen. Zwar behauptet das Gerät, man möge mindestens 300 ml einfüllen, dafür gibt es einen Minimalfüllstrich, aber es funktioniert bauartbedingt zuverlässig auch mit etwa nur 100 ml. Hauptsache, es ist genug Wasser drin für 10-15 Sekunden Dampferzeugung
Die von meinen Vorrednern teilweise geäusserte Kritik, man würde die Heizspirale sehen, ist nicht korrekt: die Heizspirale sitzt komplett im Boden. Was da zu sehen ist, ist eben dieses Röhrchen, welches beim Sieden den Wasserdampf in Richtung des Thermostaten leitet und die Abschaltung auslöst.
Kurzum, ich bin begeistert. Warum dann nur vier Sterne? Weil man sich bei Severin offensichtlich auch von der allgemeinen Marktschreierei hat anstecken lassen und mit falschen Angaben operiert. Das Gerät liefert nicht 1800, sondern nur 1500 Watt Heizleistung (bei 235 V). Ich habe es mit diversen Geräten gemessen, Zweifel ausgeschlossen, zumal es sich um einen ohmschen Verbraucher ohne Blindleistung handelt. Da kann man beim Messen nichts falsch machen.
Allerdings habe ich bei Vergleichsmessungen mit anderen Geräten feststellen können, dass das nicht die Ausnahme ist, sondern eine verbreitete Masche. Na ja, einer fängt an mit maximal großzügig nach oben "interpretierten" Zahlen, und der Rest zieht nach, weil der Verbraucher gerne nach dem Motto "viel hilft viel" kauft.
Aber de facto macht das wenig aus. Was ich im Gegenteil erfreulich finde, ist die moderate Größe. Wann braucht man denn schon mal 1,5 l siedendes Wasser? Meist geht es doch um Kaffee- oder Teeanbrühen bzw. eine heisse Suppe o.ä. Dafür passt der Mengenbereich perfekt, von 100 - 1000 ml, und man läuft weniger Gefahr, zuviel Wasser zu erhitzen, was am Ende eine unnötige Energieverschwendung wäre.
Mit 1500 W Heizleistung dauert es knapp 2 Minuten für einen halben Liter. Und das Wasser für eine Tasse Tee (300 ml) ist nach einer guten Minute am kochen.
Die Wasserstandsanzeige funktioniert gut. Ein weiterer Vorteil: das Füllstandsröhrchen sitzt nicht in einem Fenster, sondern ist an zwei Bohrungen angebracht. Das verspricht eine lange Funktion ohne Abdichtungsprobleme.
Ob das Gerät dieses Versprechen, lange zu funktionieren, einlösen kann, weiss ich in einigen Jahren. Ich poste ggf. nach.