Diesen Minibackofen aus dem Hause Serverin habe ich am letzten Wochenende auf Herz und Nieren getestet. Verbraucher, die Wert auf den ökologischen Einsatz eines Backofens legen, werden hier auf Ihre Kosten kommen.
Aufgrund der Größe, eignet sich dieses Gerät hervorragend zum Aufbacken von Backwaren, sowie das Zubereiten von Pizza, Hähnchen und Kuchen.
Nach Erhalt der Lieferung geht es ans Auspacken. Alles ist sicher verpackt, so dass alles sorgfältig ausgepackt werden muss. Der Backofen macht einen stabilen Eindruck. Optisch sieht er auch gut aus. Die Vorderseite der Amatur ist auf den Backofen aufgepresst. Hier fällt mir etwas negativ auf, das die rechte Seite tiefer aufgepresst ist als die linke Seite.
Ich habe hier in anderen Rezensionen gelesen, dass der Backofen angeblich nicht richtig schließt. Natürlich habe ich das Gerät auch auf diesen Sachverhalt hin geprüft. Schaut man bei geschlossenen Zustand auf das Gerät auf die Oberkante der Backofentür, so sieht man rechts und links an der Tür jeweils, das die Tür nicht komplett auf das Dichtungsgummie aufliegt. Es existiert ein kleiner Spalt. Also bestätige ich, der Backofen ist an diesen Stellen an der Tür nicht richtig dicht.
Wenn man allerdings bedenkt, das beim normalen Backofen sogar ein gewollter Luftabzug existiert damit z.B. Dampf und Rauch der sich beim Braten entwickelt abziehen kann, ergeben diese beiden undichten Stellen wieder Sinn. Denn eine andere Möglichkeit damit Dampf oder Rauch abziehen können gibt es hier nicht. Ich denke jedoch nicht, das diese zwei Stellen zuviel Hitze entweichen lassen. Dennoch wäre in diesem Fall eine Stellungnahme vom Hersteller nicht schlecht, ob es sich bei diesen Stellen um gewollte Dustabzugslöcher handelt, oder ob das Gerät einfach an diesen Stellen schlecht verarbeitet wurde.
Öffnet man den Minibackofen so befinden sich jeweils oben sowie unten zwei Heizspiralen. Zusammen bringen diese eine Leistung von ~1300 Watt. Die oberen Heizspiralen werden aber augenscheinlich heißer als die unteren. Zumindest glühen diese heller. Von der Leistung her macht die Obere alleine aber auch ~750 Watt. Das ändert aber nichts an der Gesamtleistung und der Backtemperatur.
Der Backtest:
Mir ist aufgefallen, dass es der Backofen nicht anzeigt, wann er die eingestellte Temperatur erreicht hat. Dies kann man lediglich an einem klicken hören, wenn er die Heizspirale abschaltet. Alternativ, anhand meines digitalen Stromverbrauchmessers, den ich momentan dort dauerhaft angeschlossen habe, sehe ich das der Backofen die richtige Temperatur hat da der Verbrauch auf 0 sinkt.
Zum Vorheizen kann ich aber zum Vorteil sagen, aufgrund der Größe sind 19 Liter innerhalb von 2-3 Minuten auf der eingestellten Temperatur. Normalerweise kann man ein Vorheizen auch weglassen.
Im ersten Backtest gibt es bei mir Aufbackbrötchen aus dem Supermarkt. Nach der vorgegebenen Zeit sind diese Knusprig braun und wirklich sehr Frisch und total lecker. Toll! Ich überleg das öfter zu machen.
Im zweiten Backtest gibt es bei mir einen leckeren Kirschkuchen in der typischen runden Backform (Käsekuchenform). Die Form passt genau in den Backofen rein. Der Kuchen ist gut geworden, nur etwas zu dunkel. Er war etwas zu lange drin.
Im dritten Backtest steht ein Blech mit Ofenpommes und aufgewärmten Schnitzeln. Beides hat hier wunderbar funktioniert.
Im vierten Backtest verwende ich den mitgelieferten Spieß und versuche ein ganzes Hähnchen. Die Montage des Spießes ist nicht schwer. Es ist allerdings erforderlich das Hähnchen an den Flügeln sowie den Schenkeln zusammen zu schnüren. Ich würde auch den Backofen in diesem Fall nicht vorheizen. Man kann sich beim versuch den Spieß einzuhängen böse verbrennen. Da dies nicht unbedingt leicht ist, wenn man das Huhn auf den Spieß hat. Ich habe es gut 1 1/2 Stunden im Ofen gelassen. Das Abtropfblech welches mitgeliefert wurde ist definitiv vom Volumen her zu klein. Es müsste tiefer gestanzt sein, dass mehr Flüssigkeit aufgefangen werden kann. Ich musste das Blech öfters auskippen, es ist mir sogar einmal übergelaufen. Das Hähnchen wurde trotzdem von der Haut her sehr knusprig und war letztendlich auch sehr lecker. Enttäuscht war ich später jedoch über die Sauerei an der Decke des Ofens. Die Decke des Backofens ist leider durch Fett zugespritzt worden. Dort ist es dann über den Heizelementen an der Decke eingebrannt. Optisch sieht es nun nicht mehr schön aus. Mit Scheuermilch habe ich versucht diese Verunreinigung wieder zu entfernen, aber durch das Aluminium der Innenwand ist dies wohl recht schwer. Alle handelsüblichen Reiniger für Backöfen lassen sich hier nicht verweden! Bitte unbedingt auf das Produkt achten, ob es für Aluminium geeignet ist.
Etwas ernüchternd war der Support von Serverin. Aufgrund einer E-Mail Anfrage bezüglich der Reinigung, konnte man micht nur damit vertrösten normales Spülmittel und heißes Wasser für die Reinigung zu verwenden. Eine andere Auskuft konnte, wollte oder durfte man mir nicht geben. Es gibt also keinen speziellen Reiniger.
Insgesamt habe ich mit diesen Backvorgängen zusätzlich der 20 Minuten Leerlaufzeit der Inbetriebnahme ca. 1,5 KWH verbraucht.
Das Gerät lässt sich übrigens nur einschalten, sobald man den Timer eingeschaltet hat. Es gibt aber auch einen "Dauerbetrieb" wo die Analoge Eieruhr auf einer Schalterstellung stehenbleibt. Bei der Lesbarkeit der Drehschalterfunktionen kann ich keine Punkte abziehen, diese stören mich nicht, sind okay.
Zusammenfassung:
+ Positiv aufgefallen
O Neutral aber Verbesserungswürdig
- Negativ aufgefallen
+ Größe des Gerätes
+ Stromverbrauch
+ Vorheizzeit
+ Design
+ Zubehör (Gitterrost, Backblech, Abtropfblech, Drehspieß, Pizzastein)
+ Umluftfunktion
+ Drehspieß
O Verarbeitung
O Backblech (Könnte für Aufläufe etwas Tiefer sein, potential wäre noch da.)
O Zeiteinstellung Analog
- Material (Innerhalb des Ofens)
- Abtropfblech (zu flach, schnelle Gefahr des überlaufens)
- Keine Temperaturleuchte
Fazit:
Der Severin TO 9677 ein Miniofen der für einen Preis von 59,95¤ durchaus eine Investition wert wäre. Unter dem Strich erfüllt der Miniofen voll und ganz meinen Anforderungen und liefert anhand des Zubehörs eine Reihe an Nutzungsmöglichkeiten. Das wohl ausbaufähige Zubehör ist dennoch ausreichend für den Küchenalltag. Ein weiteres Gitterrost wäre noch super, vorallem wenn man in dem Ofen gerne zwei Pizzen zubereiten möchte, was aufgrund der zwei Schubfächer theoretisch auch ohne Pizzastein möglich wäre. Ob man ein weiteres Gitterrost beziehen kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Das Design und die schnelle Vorheizzeit überzeugt trotz vergessener Temperaturleuchte, die Umluftfunktion rundet das Ganze dann noch ab. Warum der Hersteller hier keine digitale Uhr eingebaut hat, verstehe ich nicht. Etwas enttäuschend ist das Material im Innenbereich, hier hätte der Hersteller das Aluminium am besten noch mit einer Beschichtung überziehen sollen, um spritzer grade beim Hähnchen schnell wieder raus zu bekommen (zu dem Preis aber wahrscheinlich nicht). Deshalb und wegen dem Krümel/Abtropfblech welches vom Volumen zu klein ist, gibt es bei mir einen Stern Abzug. Über die anderen Kleinigkeiten kann man sich sicher streiten.
Mit diesen Worten ein frohes Backen und Braten.
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