Als meine allererste Mikrowelle, ein Gerät gerade mal mit 2 Schaltern, den Geist aufgab, wollte ich diesmal ein Kombigerät. Immerhin wollte ich für ein gebackenes Baguette nicht immer meinen großen Ofen anwerfen.
Ich entschied mich für das größte Severin-Gerät, mit einem großzügigen Garraum von 30 Litern. Auch die Ausstattung mit allerlei Kombination von Ofen, Grill und Mikrowelle überzeugte mich. Und der Preis war in Ordnung.
Jetzt, nach über einem Jahr, bin ich allerdings größtenteils enttäuscht. Wenn ich auch sagen muß, dass es vermutlich keine bessere Alternative geben wird, wenn man ein kompaktes Gerät mit dieser Ausstattung haben möchte.
Erst mal das Positive: Das Gerät ist einfach schön! Da hat Severin einen guten Designer erwischt. Das wars aber auch schon.
Dass so ein Mikrowellen-Ofen nicht gerade leise ist, dürfte bauartbedingt sein. Auch dass sich das Gerät stark erwärmt und relativ frei stehen sollte, läßt sich nicht umgehen und sollte einberechnet werden, wenn man in seiner Küche eine Ecke dafür sucht. Natürlich ist es auch keine Ablage.
Negativ ist mir folgendes aufgefallen: Das Sichtfenster ist so dunkel, dass bei Tageslicht innen kaum was zu erkennen ist, auch trotz der Innenbeleuchtung. Auch das Display mit den grünen Ziffern ist mehr hübsch als sinnvoll, weil die Einstellungen nicht mehr zu erkennen sind, wenn es sehr hell ist. Überhaupt ist die Menüfuhrung mit ihren Symbolen und Abkürzungen (z.B. A2 oder G1) nicht sehr verständlich und logisch, so dass man ohne ständig im Handbuch zu blättern kaum auskommt. Und dieses Handbuch könnte auch etwas übersichtlicher und besser erklären. Es muß übrigens auch nicht sein, dass schon nach einem Jahr die Tür knarrt. Und man kommt auch nicht an das Scharnier heran, um es zu ölen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Heißluft-Funktion vermutlich die angegebene Temperatur gar nicht erreicht. Zwar geht es angeblich bis 230°, aber meistens brauchen die Fertiggerichte rund ein Viertel der Zeit länger, als sie in meinem normalen Ofen bei der gleichen Temperatur benötigen. Die Mikrowelle arbeitet aber gut.
Der eigentliche Hammer kam allerdings jetzt, als die Innenbeleuchtung ausfiel. Nach einem Anruf bei Severin bekam ich die Alternativen, dass ich entweder das immerhin ziemlich schwere Gerät einschicken soll (um eine Glühbirne auszuwechseln!!!), oder ich solle einfach die gesamte Rückwand öffnen und die Lampe selber wechseln. Allerdings verlöre ich dadurch sofort jeglichen Garantieanspruch. Da ich zu ersterem keine Lust hatte, mußte ich überraschend feststellen, dass am Gehäuse 2 verschiedene Schraubentypen verwendet werden (Frechheit!), neben Kreuzschlitz auch sogenannte Torx. Dann war es noch eine ziemliche Fummelei, bis eine neue Birne eingedreht war. Dabei konnte ich sehen, dass es einfach gewesen wäre, die Lampe so einzubauen, dass man über eine Klappe im Gehäuse das Licht selber wechseln kann. Meiner Meinung nach eine Schikane der Hersteller, was sicher nicht nur Severin betrifft. Aber das sollte man mal aussprechen!
Unterm Strich sind solche Geräte eine gute Idee, nur hier in einer äußerlich hübschen, aber innerlich lieblosen und minderwertigen Ausführung. Man sollte vielleicht auch mal mehr an die älteren Menschen denken, denen schlechte Lesbarkeit des Displays, umständliche Bedienung und vor allem das Einschicken des doch sehr schweren Gerätes wegen einer Glühbirne ein größeres Ärgernis sein dürften, als mir.
Mehr als 2 Sterne kann ich da nicht geben.
Liebe Ingenieure von Severin! Das geht noch viel besser!