Habe die Mikrowelle in der letzten Dezemberwoche 2009 gekauft und sie inzwischen schon sehr oft verwendet. (Neuer Erkenntnissen werden hier in der Rezension aktualisiert oder eingefügt. Aktueller Stand 7.2.2010)
Zu den Rahmenbedingungen: Das Gerät steht in einer studentischen 3er WG.
Verarbeitung:
Von außen macht sie einen recht ansehnlichen Eindruck. Die Verarbeitung wirkt - für diese Preisklasse - solide. Sie macht durch ihre Edelstahl-Optik sogar einiges her. Wenn man das Gerät dann jedoch anfässt, vergeht der solide Eindruck etwas: Die Knöpfe, der Drehknopf und die Tür inkl. Griff sind aus leichtem Kunststoff (Plastik).
Aufstellung:
Zu installieren ist die 7817 sehr leicht:
1. Aus dem Styropor befreien,
2. Türkise Folien an den Innen- und Außenseiten entfernen (Aber nicht die transparente an der Tür - die ist für die sichere Funktion wichtig)
3. Standort suchen, der viel Platz nach oben (etwa 30cm) und weniger zu den Seiten und hinten hin (zwischen 7 und 15cm) - wegen der Abwärme
4. Laufrad für den Drehteller einlegen und dann Drehteller drauf
5. Stecker rein
6. 10 Minuten Grill volle Leistung aktivieren (Zum "Ausbrennen" von Keimen, chemischen Rückständen und so weiter. Ich hatte mit schlimmer Geruchsbildung gerechnet - die trat aber nicht auf. Nur ein leichter Geruch von neuem Gerät)
7. Fertig
Nutzungserfahrungen:
1. Der Grilleinsatz ist unheimlich blöd konstruiert.
Dieser Grillrost soll zwei höhen ermöglichen. Einmal etwa 5 cm über dem Drehteller und wenn man ihn wendet, dann etwa 9 cm. Da man nun aber die Beine dieses Grilles in beide Richtungen hat, kann man eine Pizza nur mit Gewalt dazwischen bekommen. Wir haben also zur Kneifzange gegriffen und die langen Beine abgemacht. Die kurzen sollen übrigens für die Umluftfunktion sein und die langen für den Grill.
Bei Bedarf kann man sich bei Severin für knapp 6€ einen neuen doppelseitigen Grillrost (wie alle anderen "Verschleißteile" auch) besorgen und die kurzen Beinchen abzwicken.
2. Das piep-Verhalten des Gerätes ist sehr gewöhnungsbedürftig.
Jeder Tastendruck wird durch ein lautes helles piep bestätigt. Das ist besonders nervig, wenn man die Umluftfunktion mit der maximal möglichen Temperatur von 190°C nutzen möchte, da man dazu 10x den Umluft-Knopf drücken muss (100°C ist das Minimum, von da an gehts in 10°C Schritten aufwärts).
Das Beenden des Programmes wird durch ein zu langes Piepen (5x mal schätze ich) angezeigt. Man kann aber die Mikrowelle auch 2s vor Ende der Zeit manuell abbrechen, dann piepst es nur einmal.
3. Einfach zu Reinigen.
Was für Studenten-WGs ja immer von interesse ist. Macht keine Probleme. Der Drehteller ist herausnehmbar und wohl auch Geschirrspülmaschinenfest.
Selbst Käse und Tomatensoße an den Seitenwänden geht unproblematisch ab.
4. Seltsames Verhalten
4.1 Wenn man die Mikrowellenleistung auf unter 100% einstellt (75%, 50% und 25%), dann ist das Gerät manchmal muxmäuschen still. Nur der Drehteller dreht sich. Beim ersten mal dachte ich, sie geht nicht mehr. Aber da das Magnetron wahrscheinlich nur eine Leistungsstufe hat, werden bei 75% Leistung einfach nur 75% der Zeit tatsächlich Mikrowellen generiert.
4.2 Wenn man etwas grillt (wo man eigentlich den Grillrost mit der hohen Einstellung nehmen sollte - was bei uns aber wegen den abgeknipsten Beinen nicht geht), dann stoppt das Gerät nach der Hälfte der Zeit, damit man das Grillgut wenden kann. Auf das Wenden habe ich aber bei meiner Lasagne verzichtet. Nach einiger Zeit geht der Grill aber auch von Alleine wieder los - dauert aber recht lange.
4.3 Die Tür schließt sich
Die Tür geht bei uns wenn man sie ganz auf macht (ca. 94°) langsam wieder von alleine zu (bis ca 45°). Das ist dann ungünstig, wenn man das Gerät vorgeheizt hat.
4.4 Es knackt
Es ist zwar logisch, aber dennnoch im ersten Moment erschreckend, wenn beim aktivieren des Grills das ganze Gerät anfängt zu knacken. Das sind Spannungen im Metall, die sich durch Erwärmung auf- und wieder abbauen.
4.5. Ich sehe nichts
Wenn man Tiefkühl-Pizza macht, kann es vorkommen, dass durch entstehende Feuchtigkeit im Garraum eine Zeit lang das Sichtfenster vorn beschlägt und man nicht mehr so gut durch schauen kann.
5. Umluft
Die Mikrowelle lässt sich vorheizen: Einfach Temperatur auswählen und dann Start drücken - ohne Angabe von Zeit. Wenn es zwei mal piept, ist der Garraum auf die eingestellte Temp. vorgeheizt! Essen rein, am Rad drehen um die Zeit einzustellen und start drücken. Am Ende der Garzeit piept es wieder und alles ist fertig. (Ich hatte irgndwo mal gelesen, dass das automatische Abschalten nach Ende des Timers im Umluftbetrieb nicht geht - STIMMT NICHT. Geht einwandfrei.)
6. Licht an... und aus
Wenn man die Tür der Mikrowelle öffnet, geht das Licht im Innenraum an. Das ist wirklich praktisch, weil man dann prima sieht, wie knusprig die Pizza oder irgendetwas anderes schon ist.
Was passiert nun aber, wenn man die Tür offen lässt? Bleibt dann das Licht den ganzen lieben langen Tag an? Diese Frage habe ich mir auch gestellt und es ausprobiert. Die beruhigende Antwort: Nach einigen (wenigen) Minuten geht das Licht selbstständig aus.
Wenn man während des Garvorganges feststellt, dass die Zeit nicht ausreicht, dann reicht wiederholtes Drücken des Start-Knopfes, um weitere Sekunden/Minuten hinzu zu fügen.
Gargut:
Hier sind nur die Sachen genannt, die ich auch selbst schon ausprobiert habe. Die Optionen sind natürlich immer Geschmackssache und man sollte auch etwas experimentieren.
Hier der wohl interessanteste Teil:
1. Tiefkühl-Brötchen aufbacken: mit Umluft -> lecker! Schön knusprig und innen durch.
mit Grill + Mikrowelle -> auch lecker, aber außen ein wenig hart.
2. Pizza (Champignon-Pizza): mit Pizza-Programm (leider nur 300 und 400g-Pizza einstellbar, was aber nicht so schlimm ist, da das Programm das gleiche ist, sich aber nur um 2 Minuten in der Dauer unterscheidet) -> der Rand ist ziemlich knusprig und in der Mitte geht es noch ziemlich weich zu. Ich vermute, dass das an der Platzierung der Grillstrahler im Gerät liegt (hinten quer - Rand bekommt also Bauart bedingt mehr Grill ab). Uns schmeckt die Pizza aber so gerade: Knuspriger Rand zum Pizza festhalten und etwas weich in der Mitte, so dass sich die Pizza etwa 40° nach unten neigt.
mit Umluft 190°C (Ja 190°C und nicht wie angegeben 180°C)-> sehr lecker und knusprig, braucht aber etwas länger als auf der Verpackung der Pizza beschrieben.
3. Pizza (American Style: Texas) mit Umluft -> nicht schlecht, aber der Boden war nicht so knusprig wie ich ihn gern gehabt hätte (zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst, dass man für Umluft etwas mehr Zeit einstellen muss, als angegeben.)
4. Erwärmen von Getränken: Geht schnell und unkompliziert. Einmal die Start-Taste drücken und los gehts (Ist ein häufig verwendete Funktion, daher wohl auf der Starttaste). 1 Minute bei 100%.
5. Erwärmen von kaltem Essen: einigermaßen gleichmäßige Wärmeverteilung, schön schnell
6. Erwärmen von TK-Gemüse: Funktioniert genau wie in der Beschreibung auf dem Essen angegeben.
Ich denke das reicht erst mal.
Auch wenn man dem Bericht entnehmen könnte, dass ich viele negative/seltsame Dinge aufgezeigt habe: Es ist trotzdem ein sehr gutes Gerät, dass man so in dieser Preisklasse kaum mit dieser Funktionsvielfalt findet. Die aufgezeigten Schwächen finde ich daher mehr als vertretbar. Außerdem kann man sich mit den Schwächen seines Gegenübers meist noch arrangieren. Die neue Mikrowelle wird deutlich häufiger verwendet, als die Alte.
Noch ein Hinweis: Da die Außenwände der Mikrowelle sehr heiß werden, sollte man das Gerät so aufstellen, dass keine kleinen Kinder rankommen. Apropos Kinder: Das Gerät hat auch eine Kindersicherung, die sich durch langes (3s) Drücken des Abbruch-Knopfes aktivieren und deaktivieren lässt.