Simon Kernick ist ein neuer Autor, den man sich eigentlich merken muss: Ein Autor der "neuen englischen Schule" sozusagen, der den etwas behäbigen, konservativen Krimimarkt durch seinen kompromisslosen Schreibstil und originelle, unverbrauchte Plots in den letzten Jahren aufmischte.
Warum dann nur 2 Sterne?
Weil er sich anscheinend nicht sehr viel Zeit für jedes Buch nimmt und die letzten Thriller irgendwie 08/15 dahingenudelt wirken, mit immer den gleichen Charakteren und immer den gleichen Cliffhängern.
Diesmal erwacht ein Ex-Soldat (der in 4 Kriegen diente!) neben der Leiche seiner Freundin. Hat er sie umgebracht? Ein Fremder am Telefon behauptet es - und er soll für ihn einen mysteriösen Koffer überbringen, dann werden die Beweise vernichtet.
Dan Tyler ist natürlich ein richtiger furchtloser Held, der alle Gefahren und Schicksalschläge meistert, auch wenn einige Freunde und Feinde dabei auf der Strecke bleiben. Und da dies Kernicks Masche in den letzten Thrillern ist - der einsame Held meistert alles - ist auch das Buch trotz origineller Ideen recht langweilig und vorhersehbar.
Das ganze heroische, idealisierende Soldatenjargon "Einer für alle, alle für einen" tut das übrige dazu, dass man diesen Thriller nicht richtig genießen kann.
Mr. Kernick, bitte keine Fließbandarbeiten nach Schema F zukünftig - Sie können es doch !
Fazit: 08/15 Krimi-Kost. Besseres gibt es aber von Kernick: Relentless und Deadline kann ich empfehlen.