Das Buch hat mich leider etwas enttäuscht. Das eigentliche Bergsteigen wird zu kurz beschrieben. Das Buch hat 256 Seiten, wobei wenn man Vorwort, Epilog und die Seiten mit Fotos weglässt, dann bleiben ca. 22 Seiten pro Summit. Bei jedem Summit ist auch ein Interview mit einem anderen Expeditionsteilnehmer dabei und auch ein Lebenslauf vom jeweiligen Erstbesteiger dieses Berges. Das heißt, dass die eigentliche Erzählung auf ca. 12-14 Seiten pro Berg kommt. Dazu sind noch die Schriftgröße und das Seitenlayout so gewählt, dass relativ wenig Text auf die Seite passt. In Summe hat man das Buch schnell durch.
Kernstück des Buches sind 7 Kapitel - pro Summit ein Kapitel. Die Beschreibung einzelner Expeditionen beginnt immer mit der Historie der Entdeckung und Besteigungsversuche. Das ist gut geschrieben - ein kurzer Überblick und Einleitung zum jeweiligen Berg. Dann kommt die Vorbereitung der Expedition und Reise zum Fuß des Berges. Das wird ausreichend, manchmal sogar zu lang, beschrieben. Zu den weniger intessanten Details, die man sich hier hätte vielleicht sparen können, gehören z.B. langes Warten an der Grenze, Probleme mit Einreisegenehmigungen, Hotelqualität, u.dgl. Dann wird der eigentliche Auf- und Abstieg beschrieben, für mich enttäuschend kurz. Es kommt auf 2-4 Seiten pro Berg und ist zu dem uninteressant geschrieben. Überspitzt gesagt geht es ungefähr so: "Wir sind dort und dort gegangen, auf der und der Route bis nach oben und wieder zurück. Es war anstrengend." Aus dem Text kommt nicht rüber, was man als Mensch am Grenze der Kräfte und in rauer Umgebung erlebt. Spezifische bergsteigertechnische Details, z.B. wie man mit Stürmen in der Antarkis umgeht (Lageraufbau), haben mir auch gefehlt. Im jedem Kapitel ist ein philosofischer Abschnitt eingebaut (z.B. "Denk positiv", "Fokus behalten", "Handle mutig") mit ca. 1 Seite, der mir persönlich nichts sagt, aber vielleicht können andere Leser damit etwas anfangen. Die Interviews mit Expeditionsmitgliedern sind OK (die Wahl der Überschriften etwas seltsam). Zum Schluss kommt noch der Lebenslauf des Erstbesteigers, den ich ganz interessant fand.
In Summe finde ich, dass das Buch einige interessante Fakten zusammenfasst. Die Erzählungen über den eigentlichen Aufstieg und Abstieg finde ich aber schwach. Fotos gibt es relativ viele, großteils schön und in guter Qualität.