The Seven Per Cent Solution heißt in deutsch "Kein Koks für Sherlock Holmes". Das Buch von Nicholas Meyer ist eine hervorragende Vorlage, die es lohnt gelesen zu werden. Meyer, der auch in der Filmbranche bekannt ist (u.a. Star Trek VI und The Day After) zeigt eine unglaubliche Detailverliebtheit zu Holmes und seiner Welt. Er hat aus den fiktiven Fakten der bekannten Geschichten von Doyle eine Art menschlicher Hintergrundgeschichte erschaffen, die Holems ein wenig weicher zeichnet, aber dennoch wieder-erkennbar. Williamson sieht Holmes so gar nicht ähnlich, aber er ist ein genialer Darsteller. Deshalb "ist" er sozusagen Holmes! Duvall bietet einen genialen Watson, einen ernstzunehmenden Wegbegleiter und Freund von Holmes. Alan Arkin spielt einen charismatischen Freud und Lawrence Olivier sieht dem Moriarty aus der Feder von Sidney Paget erstaunlich ähnlich. Der Darsteller von Mycroft Holmes - Charles Gray - dürfte den Fans des Jeremy Brett Holmes von Granada sehr vertraut sein: dort mimte er ebenfalls den Mycroft Holmes! Dieser Film ist jedoch älter als genannte Serie. Wir haben also eine geniale literarische Vorlage und geniale Schauspieler. Buchvorlage wie Film geben sich die Ehre an keiner Stelle langweilig zu sein. Holmes darf hier in vielerlei Hinsicht heldenhaft sein (im Kampf gegen andere wie im Kampf gegen seine Drogensucht). Das Ende ist etwas für Eisenbahnfans; ein wahrer Höhebpunkt, der Spaß macht, wenn man bereit ist sich auf diesen etwas anderen Holmes einzulassen. Der Punkt zu wenig kam dadurch zustande, das dieser congeniale Film aus den Siebzigern bis heute nicht in deutsch vorliegt, was, wie ich finde, eine Schande ist! Ansonsten jedoch kann ich ihn nur wärmstens empfehlen. Eine geniale Ergänzung für die Videothek eines Holmesfans!