Aus der Amazon.de-Redaktion
Was ist nur mit den ganzen Künstlern los, dass sie ihre Alben so gerne
Seven nennen? Enrique Iglesias, In Extremeo und Mustafa Sandal bringen fast zeitgleich neue CDs heraus, die nach der mystischen Zahl benannt wurden, ohne jedoch unbedingt die jeweils siebte CD der Musiker darzustellen.
Bei Mustafa Sandal jedenfalls kann man darauf zählen, dass ihm die Sieben Glück bringen wird. Der Istanbuler mit internationalen Hintergrund (lebte in USA und London, College-Abschluss in Genf) schlägt mit seiner CD Seven exakt in die Kerbe, die vor langer langer Zeit Sezen Aksu und Tarkan geschlagen haben, und die seither verwaist vor sich hingammelte: internationaler Pop mit hohem musikalischem Standard, gepaart mit dem Zauber des Orients, genauer gesagt der Türkei. Zusätzlich verfügt Mustafa Sandal noch über einen schmerzvollen Schmelz in der Stimme und einen hohen Schmachtfaktor, der dann doch wieder Parallelen zu Enrique Iglesias und dessen zeitgleich erscheinender CD mit der Sieben im Titel erlaubt.
Mustafa Sandal liefert mit Seven eine Art Remix-Best Of mit neuen Titeln, denn mehrere seiner Songs, beispielsweise "Araba", "Aya Benzer", "Suc Bende", "Kopmam Lazim" oder "Aska Yürek" waren in der Türkei bereits Monster-Hits, finden sich hier aber in völlig neuen Bearbeitungen. Tja und ab und zu muss man sagen leider, denn das, was Mustafa Sandal so beliebt gemacht hat, seine unendlich dynamische und spannungsreiche Musik, die trotz ihrer Traditionsnähe für weltweiten Partyspaß bis der Arzt kam sorgte, ist weg. Das Mixing hat dem internationalen Geschmack zu viel Reverenz erwiesen.
Die englischen Megaschnulzen "Story" und "Knife" beispielsweise beinhalten rein gar nichts mehr von Sandals orientalischem Personalstil, ebenso wenig wie das etwas dynamischere "She's In Love" oder das nur noch mit angelegten Ohren als türkisch inspiriert zu bezeichnende "All My Live". Ob er sich mit diesen Zugeständnissen an die Charts einen großen Gefallen getan hat, wird der Verkauf von Seven erst zeigen. Denn auch hier zu Lande hat Mustafa Sandal bewiesen, dass er mit türkische Texten und orientalischen Beats immer noch die meisten Fans gewinnt.
Seine türkischen Perlen wie die "Aya Benzer"-Version mit MTVs Gülcan, das clubbige "Araba 2004", der Türkei-Hits "Fikra" und "Aska Yürek Gerek" (beides herrliche Schnulzen) sind immer noch seine feinsten Hits auf dieser CD, und die werden ihn und sein Werk auch retten. Wer sich übrigens mal etwas richtig Gutes antun möchte, sollte sich die alten türkischen Sandal-Platten Gölgede Ayni, Detay (aus ihr stammt ursprünglich "Aya Benzer") oder Suc Bende zulegen, da tanzt der Bauch! --Kati Hofacker
Das Label über die CD
Mustafa Sandal ist zu Zeit nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Türkei der erfolgreichste türkische Popstar -- und das noch vor Tarkan.
Nachdem "Aya Benzer 2003" wochenlang in den Top10 der Media Control Charts zu finden war steht nun endlich das erste Album des türkischen Megastars in Deutschland ins Haus: Sieben brandneue Titel und vier neu aufgenommene Meilensteine seiner bisherigen Karriere.