Seven bells, seven tracks, motivisch schön konsequent durchgezogen, auch der einleitende düstere Riff von Track 1 wird von sieben Glockenschlägen begleitet. Statt der Glückszahl hätten es von mir aus auch gerne 9 Tracks sein können, dann wäre das Album u.a. auch länger ausgefallen....;-) aber 60 Minuten sind schon ok.
Insgesamt schön düsteres und thematisch konsequentes Death Metal Album was uns hier von den Düstermannen aus Osnabrück geboten wird, jedes Stück wird von einer der seven bells ("prophets bringers of death") eingeleitet.
Beim ersten Durchhören blitzte erstmal keiner der Tracks besonders hervor, alle vom songwriting und sound auf sehr hohem Niveau, allerdings auch von den verwendeten Harmoniefolgen und der Melodieführung durchaus ähnlich und z.T. wiederholend. Ebenso fand sich aber auch kein Totalausfall, man kann das ganze Album in einem Stück durchhören und wird .....lob auch keinen nervigen Wechselduschen ausgesetzt die einen aus der schön düsteren Grundstimmung herausreissen. Beim mehrfachen Durchhören fielen mir dann aber doch zwei Tracks vorab auf welche auch als Anspieltip taugen: Track 6 (NYX) ist insgesamt ruhig und doomig gehalten durchsetzt mit klaren Passagen, sehr stimmungsvoll. Es geht nahtlos über mit einem gewaltigen Glockenschlag und einer mächtigen Akkordwand in Track 7 (The three beggars/satans church): schnellere Gangart, jedoch diverse Tempiwechsel und sehr abwechslungsreiches songwriting, das Ende fällt apokalyptisch aus und wird mit einem verstörenden Wimmern und Angstschluchzen beendet.
Insgesamt betrachtet gewinnt das Album bei mehrfachen Durchhören immer mehr und zieht einen in seinen Bann, man kann tatsächlich jedem track zunehmend mehr abgewinnen.
Produktionstechnisch auf sehr hohem Niveau, auffallend gutes Drumming von Thelemnar (ist heutzutage auch im Metalbereich nicht mehr durchgängig üblich einen leibhaftigen Drummer einzusetzen, auch hier finden sich zunehmend digitale Drumpresets aus der Konserve, siehe Ministry...). Zwei kleine Kritikpunkte: der Gitarrensound erscheint mir für Blackmetal doch einerseits zu "crispy" andererseits zu stark komprimiert und hätte von mir aus gerne noch brachialer, tiefer und dynamischer ausfallen können, muß ja nicht gleich so dumpf dröhnig ausfallen wie das kürzlich erschiene Album von Vallenfyre ("A fragile king""). Letztendlich aber natürlich Geschmackssache. Der Kaufpreis des Digipacs mit 19,99¤ bei S..... erschien mir trotz des schönen Coverartworks angesichts des ziemlich dünne Booklets doch etwas überhöht. Zum gleichen Kaufpreis gabs die neue Fields of the Nephilims mit 2 CDs mit über 100 Min. Spieldauer plus Bonus-Live-DVD!
Insgesamt sehr sehr gutes Album, unbedingt empfehlenswert, aber ob es für "das Album des Jahres" (laut Kritik vom Magazin "Zillo") ausreicht, mal abwarten .... auf jeden Fall 4 Sterne PLUS (sorry, 5 Sterne gibts bei mir in diesem Genre beispielsweise nur für solche Ausnahmewerke wie die früheren Opeth- oder Machine Head- Werke)