Das Besondere an diesem Buch – und das macht es wohl gleichzeitig weniger, konsumierbar, ist die Verbindung, bzw. Untrennbarkeit spiritueller Wahrheiten im Sinne abstrakten Wissens-Stoffes mit der unmittelbaren Realität der ‚wirklichen‘ Welt, das heißt dem realen irdischen Leid der Jane Roberts. Der Leser bekommt hier nicht mehr wie in Jane Roberts früheren Seth-Büchern das kristalline und exzellente Wissen dieser überirdischen Wesenheit geliefert, sondern nimmt mehr teil an den letzten zwei Lebensjahren der Autorin, die ja aus unserer Perspektive faktisch mit SETH identisch ist. Diese letzten Jahre ihres Krankenhausaufenthaltes beschreiben das wechselseitige Hadern, das heißt das mentale Aufbäumen und schließliche Kapitulieren vor der Krankheit, während sie im Krankenbett -so gut sie es noch vermag- SETH channelt. Ganz im Sinne einer wesentlichen Botschaft Seths, nämlich daß der Mensch für Alles Ursache ist, auch für seinen Tod und die Art und Weise des Sterbens, läßt Jane Roberts uns gleichsam an der ‚Aufführung‘ ihres persönlichen ‚Dramas‘ teilhaben. Das macht das Buch so authentisch. Im langsamen Vollzug des Sterbens zeigt Jane Roberts uns mit Hilfe ihres Partners und Dokumentars Robert Butts die dynamische Konfrontation der Macht eines früher festgelegten Lebens-Planes, das den Zeitpunkt und die Gestalt des Todes mit einschließt, mit der stets vorhandenen Möglichkeit einer Um-Schreibung, einer Weichenverschiebung, einer Neu-Entscheidung. Während sie den letzten Akt ihres Lebens-Scriptes vollzieht, spricht SETH durch sie und zu ihr immer wieder die gleiche Botschaft, nämlich sinngemäß: Du kannst es schaffen. Du kannst das Wunder bewirken. Ändere Deine Realität JETZT! Erlaube deinem Körper mental die ihm gemäße Spontaneität. Jane Roberts hat es nicht getan. Sie ist gegangen und hat mit ‚Seths letzte Botschaft‘ ihr Lebenswerk abgeschlossen. Streckenweise ist man fast geneigt sich zu ärgern über die scheinbare ‚Unsinnigkeit‘ ihrer Krankheit, die übrigens kaum einmal namentlich erwähnt wird -es ist wohl eine extreme Art von Arthritis oder Rheumatismus- und die sich in einer sehr rigiden Struktur, man könnte sagen, einer totalen Körpererstarrung darstellt. Zur Bewegungsunfähigkeit kommen Krämpfe, Geschwülste und Wundstellen vom Liegen, Sehschwäche, etc. Jane Roberts beendet das Leid schließlich mit einem Hungerstreik. In sensiblen Gesprächen mit ihrem Mann Robert zeigt sie u.a. die ursächlichen Verbindungen ihres körperlichen Schicksals mit frühkindlichen Prägungen und Traumata auf.
Etwas anstrengend macht die Lektüre das ‚Zuviel‘ an Fleiß und Akribie, mit der Robert Butts wohl auch angesichts seiner eigenen Ängstlichkeit und Hilflosigkeit jede Kleinigkeit des Alltags dokumentiert, gleichzeitig ist dieser Fleiß allerdings auch ein liebenswürdiger Ausdruck seiner Menschlichkeit und vielleicht der besonderen Situation des Abschieds. Unter den SETH-Büchern ist dieses ein persönliches Jane-Roberts-Buch. Jeder SETH-Anhänger sollte es kennen, denn wer eine ganzheitliche Sicht der Welt hat, darf nicht vergessen, daß SETH und Jane Roberts eine Einheit sind.