Kurz zur Story:
Mike Acela ist Sicherheitschef des Pharma-Unternehmens Lennox. Als dessen Vorstandsvorsitzender völlig überraschend Selbstmord begeht, wird er misstrauisch und ermittelt auf eigene Faust. Im Mittelpunkt seiner Nachforschungen steht ein geheimnisvolles Produkt seiner Firma, das offenbar über besondere Eigenschaften verfügt. Bevor Acela jedoch Licht in die Sache bringen kann, wird er selber vom Jäger zum Gejagten. Und seine Verfolger, Mitglieder einer Verschwörung bis in höchste Regierungskreise, verfügen über weitreichende Möglichkeiten und schrecken vor nichts zurück.
"Serum" ist ein Thriller nach klassischem Strickmuster: der Held legt sich mit einem machtvollen Gegner an und wird plötzlich selber zum Beschuldigten und Gejagten. Statt Flucht entscheidet er sich zum Gegenangriff und kämpft für das Gute und um seine Unschuld. Reiss schreibt schnörkellos und baut einen gelungenen Spannungsbogen auf. Während sich der Roman zum Beginn noch relativ ruhig entwickelt, nimmt er zum Ende hin immer mehr an Fahrt auf und bietet ein actiongeladenes Finale. Die Charaktere, allen voran Acela, der die Geschichte aus der Ich-Perspektive schildert, sind interessant gestaltet und gefallen vor allem dadurch, dass es sich eher um "Durchschnittstypen" statt verkappte "Superhelden" handelt.
Gut gefallen hat mir auch die dem Roman zugrunde liegende Idee mit der o.a. Substanz, bzw. warum es aufgrund ihrer Wirkung zu einer derartigen Verschwörung kommen kann. Hier kommt man als Leser tatsächlich ins Grübeln, was wäre, wenn es so etwas wirklich gäbe. Trotz des evtl. irreführenden Titels handelt es sich eher um einen Polit- als einen Medizin-Thriller.
Fazit: Gute Idee spannend, kurzweilig und unterhaltsam umgesetzt.