Konkurrenzlos auf dem nationalen Buchmarkt ist die Veröffentlichung dieses Buches weit mehr als die üblichen Standardwerke über andere Filmschaffende.
Der Schreiber (Harald Steinwender) platziert sein angesammeltes Wissen dem Leser in einem sprichwörtlichen Deep Focus. Dabei werden neben Leone auch das Subgenre des Italowestern, sowie der Peplum (Sandalenfilm) weitestgehend auf knapp 400 Seiten abgewandelt. Auch der schwingende Taktstock von Mr. Musicscore Morricone kommt nicht zu kurz. Der dazu passende Preis, mit der Fülle an Informationen, ist für das broschierte Filmbuch daher mehr als gerechtfertigt.
Einziger Negativpunkt sind die oft zitierten Originalaussagen in englischer Sprache, von div. Personen des Filmbusiness, die nicht übersetzt wurden. Da mag es den ein oder anderen Leser übel aufstoßen, da man zu oft im eifrigen Lesefluss, durch das eigene Übersetzten, aus dem Tritt gelangt (oder bestimmt viele gänzlich die eigentlich sehr lesenswerte Zitate aus Mangel an Sprachkenntnis umgehen). Jenes wirkt vom Autor -für mich- etwas zu "akademisch", als ob es so die fachliche Weltgewandtheit unterstreichen soll. Das hat das gelungene Leone-Buch aber gar nicht nötig. Der Verlag hätte da mehr Feingefühl walten lassen sollen, denn die Lösung hierzu ist von anderen Herausgebern -in einer nicht zu übersehenden Einfachheit- besser gelöst worden. Deshalb gibt es von mir einen 1/2 Sheriffstern weniger. Auch wird einem manch Fremdwort untergejubelt, was einem ein halbes Dutzend Mal (oder mehr) zum Duden greifen lässt. Tja, so lernt man halt nie aus. (-;
5 dicke Sterne für den deutschsprachigen Mix aus Leone-Biografie und Filmhintergrundwissen,
mit dem professionellen Durchleuchten des damaligen Zeitgeschehens und den daraus entstandenen Subgenres.
Für die eigentliche Ausführung des fetten Taschenbuches, mit seinen vielen S/W-Bildern und meinem erwähnten Einwand, aber "nur" 4 Sterne.
Fazit: 4,5 STERNE-Buch über den einzigartigen ital. geschichtenschaffenden Filmästhet Sergio Leone.