Bereits das äußere Erscheinungsbild des Buches reicht aus um potenzielle Leser anzuziehen; ein geheimnisvoll gestaltetes Cover und zahlreiche Illustrationen mit Liebe zum Detail laden bereits auf eine stimmungsvolle Lesereise ein. Auch wenn es sich bei Magyk um ein Kinderbuch handelt, so kann es auch getrost von Jugendlichen und junggebliebenen Erwachsenen verschlungen werden.
Septimus Heap ist der magisch begabte siebte Sohn eines ebenfalls magisch begabten siebten Sohnes, was ihn prädestiniert ein großer Zauberer zu werden. Am Tage seiner Geburt kommt es jedoch zu mehren Unglücksfällen; die Königin des Reiches wird ermordet, die Prinzessin verschwindet, Septimus wird von der Hebamme für tot erklärt und fortgeschleppt und Vater Heap findet im Wald einen Säugling, den die Äußergewöhnliche Zauberin Marcia Overstrand dort ausgesetzt hat, damit eben er sie findet. Die Heaps, schwer getroffen von dem vermeintlichen Tod ihres Sohnes, nehmen das kleine Mädchen auf und erziehen es wie ihre eigene Tochter. Als die kleine Jenna jedoch ihren zehnten Geburtstag feiert, taucht Marcia wieder auf und eröffnet den Heaps, dass ihre Tochter in Wirklichkeit die Prinzessin ist. Jenna und die Heaps müssen fliehen, denn seit dem Tod der Königin ist das Königreich keine zaubererfreundliche Welt mehr und der Mörder der Königin möchte sein Werk an Jenna vollenden.
Schon von Anfang an besticht Magyk durch seinen Charme, die liebevoll gezeichneten Charaktere und die teilweise durchschaubare, dann wieder überraschende Handlung. Dabei ist das Buch sprachlich zwar immer sehr einfach geschrieben, so dass es auch für Schüler gut geeignet ist, erzeugt dabei dennoch eine Atmosphäre, die den Leser nicht los lässt. Die Szenen sind immer überzeugend und plastisch, man taucht von der ersten Seite an in die Welt von Septimus Heap ein. Angie Sage erzählt nicht nur eine Geschichte, sie entführt den Leser regelrecht.
Besonders gelungen sind nicht nur die stimmungsvollen Orte, die kleine Wohnung der Heaps etwa oder die Hütte in den Sümpfen, sondern vor allem die Protagonisten. Diese sind herrlich schräg, dabei immer individuell und überzeugend. Der Leser kommt nicht drum rum sie in sein Herz zu schließen, egal ob Marcia mit ihren Pythonstiefeln oder den schweigsamen, misstrauischen Boy 412, einen Kindsoldaten der unerwartet in die Flucht der Heaps hinein gezogen wird.
Angie Sage geht mit einer großen Portion Phantasie, Herz und Humor an die Geschichte von Septimus Heap heran und das merkt man beim Lesen auch. Nicht nur Kinder die gerne Fantasy-Geschichten und Märchen lesen, kommen hier auf ihre Kosten.