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September Song
 
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September Song [Gebundene Ausgabe]

Klaus Modick
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 260 Seiten
  • Verlag: Eichborn (August 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3821809051
  • ISBN-13: 978-3821809052
  • Größe und/oder Gewicht: 22,1 x 13,2 x 2,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 783.024 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Klaus Modick
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Der September ist ein schwieriger Monat: Soll man im Altweibersommer noch ein unbeschwertes Ferienbuch in Angriff nehmen oder verfärbt sich die Leselaune mit den ersten Herbststürmen ins Melancholisch-Ernste? Wer sich nicht entscheiden mag, greift einfach zum neuen Modick. Der versteht es, ähnlich wie etwa Nick Hornby, Komisches und Tragisches zu verknüpfen, ohne die Spannung zwischen diesen Polen jemals aufzulösen.

Allerdings ist die Großwetterlage in September Song trotz diverser Kalamitäten, die der Protagonist Dr. Kurt Steenken aus Hamburg heraufbeschwört, überwiegend heiter. Gewiss, der demnächst 50-jährige Lektor eines Schulbuchverlags ist von der Midlifecrisis schwer gebeutelt und der schlimme Verdacht, dass seine Tochter Marie wegen seines lange zurück liegenden Seitensprungs mit der schönen Vera gerade in eine inzestuöse Teenagerliebe mit deren (und seinem) Sohn Curd verstrickt sein könnte, lässt die grauen Haare nicht weniger werden. Aber so richtig glaubt man nie daran, dass den Steenkens tatsächlich "eine Tragödie griechischen oder gar biblischen Ausmaßes" ins bildungsbürgerliche Haus steht -- zu augenzwinkernd und ironisch abgefedert kommt das Ganze daher.

Das kann man als spannungsmindernde Schwäche sehen, gleichzeitig ist es die große Stärke des Buches. Modick muss sich oder uns längst nichts mehr beweisen und er gibt dem Affen Zucker bzw. Kurt reichlich Gelegenheit, sich auf seiner hormonell motivierten Suche nach der verlorenen Zeit (den frühen Achtzigern) zu blamieren, ohne ihn allerdings je zu verraten. Er verwöhnt uns mit glänzenden Dialogen und Monologen (hinreißend: der redselige Zahnarzt Dr. Schwarz) sowie stimmigen Szenen aus deutschen Wohlstandsmilieus. Er liefert nette Pointen ("Ich war ja wirklich nicht mehr wild auf ihren Erdbeermund, sondern höchstens noch auf ihre Erdbeermarmelade.") und schreckt selbst vor üblen Kalauern nicht zurück ("wie Penis aus der Asche steigen").

Hinter dieser Aufgekratztheit tritt immer wieder das Motiv der Vergänglichkeit hervor. Für Kurt geht es darum, sich an einer Wegmarke über sein bisheriges Treiben Rechenschaft abzulegen, oder -- weniger pathetisch ausgedrückt -- darum, das eigene Leben lesen zu lernen. Bis zum bittersüßen Ende bleibt er dabei vor Überraschungen nicht gefeit.

Die Leser auch nicht, doch wer aufmerksam mitliest, ahnt Einiges voraus. Anders als Kurts Vergangenheit präsentiert sich das routiniert geschriebene Buch weit gehend unkompliziert: einfacher, einfach guter Lesestoff -- für den "Altmännersommer" ebenso geeignet wie für "Hamburger Schmuddel". --Patrick Fischer

Kurzbeschreibung

Alles scheint gut und wohlgeordnet im Leben von Kurt - ein schönes Haus, eine liebe Frau, eine hübsche Tochter! Doch als die siebzehnjährige Marie sichtlich verliebt aus dem Ferienlager zurückkommt, trübt nicht nur väterliche Eifersucht die letzten Sommertage. Denn Kurt erkennt im Angebeteten der Tochter den eigenen Sohn, dem er eigentlich hätte nie begegnen sollen. So jedenfalls hatte es die geheimnisvolle Vera nach einem rauschhaften Seitensprung vor langer Zeit arrangiert. Und schon hat Kurt alle Mühe, der aus den Fugen geratenen Wirklichkeit und seinem Gefühlsmix aus Inzest-Angst und lustvollen Erinnerungen, schlechtem Gewissen und Eifersucht wieder Herr zu werden.

Klaus Modick erweist sich einmal mehr als der sensible Seismograph der kleinen und kleinsten Erschütterungen im familiären Beziehungskosmos. Er erzählt dabei mit viel Witz und Hintersinn, wie unsere Geschichten im Kopf in die Geschichten unseres wirklichen Lebens eindringen und die Verhältnisse zum Tanzen bringen.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von abiszet
Format:Gebundene Ausgabe
Bereits nach wenigen Seiten hat der Modick-Kenner ein Aha-Erlebnis: Die Hauptfiguren Kurt und Trudi seines frühen Romans „Ins Blaue" feiern bei „September Song" ihr Comeback. Manche Details sind mit „Ins Blaue" identisch (u.a. schreibt der Ich-Erzähler einen Roman im Roman) und auch sonst zitiert sich Modick selbst und macht sich nebenbei über Bodo Kirchhoff lustig.

Trotzdem kommt „September Song" an frühere Highlights wie „Weg war weg", „Das Grau der Karolinen" und „Der Flügel" nicht heran. Vielleicht ein nicht ganz fairer Vergleich, denn auch für Nicht-Modick-Fans ist der Roman ein Vergnügen: Modick ist ein liebevoller Chronist des Alltags und ein intelligenter Erzähler mit viel Sprachwitz.

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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von xristoph
Format:Gebundene Ausgabe
September Song ist nicht das tiefschürfende Buch, das sich in den nächsten Jahrzehnten zu einem Klassiker der deutschsprachigen Literatur entwickeln wird. Da bin ich mir sicher.
Aber nicht jedes Buch, das man liest, muss ja auch daran gemessen werden. Und wenn man dann dieses Buch einfach nur um des Lesens willen liest, weil man unterhalten werden will und etwas erzählt bekommen möchte, der ist hier richtig.
Eine Inhaltsangabe spare ich mir an dieser Stelle, denn die kann man ja auch schon oben nachlesen.
Aber was mich an diesem Buch einfach gefreut hat: Es ist leicht, aber nicht abgedroschen. Und man kann bei diesem Buch auch wunderbar alleine lachen.
Zugegeben: Das Ende ist dann auch eher mittelmäßig einfallsreich und der gesamte Plot könnte auch für Verbotene Liebe benutzt werden, aber wirklich: man hat Spaß am Lesen dieses Buches.
Meine Empfehlung daher: Einfach mal ausprobieren!
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ins Graue 17. September 2002
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
1985 veröffentlichte Klaus Modick seinen wunderbar luftig-leichten Sommerroman „Ins Blaue". Sein neuester, „September Song", hätte auch „Ins Graue" heißen können: Nicht nur, dass es sich um eine Art Fortsetzung von Ersterem handelt, auch ist die Hauptfigur beider Bücher exakt um diese 17 Jahre gealtert. Kurz vor seinem 50. Geburtstag beginnt Kurt Steenken plötzlich an der Ernte seines bisherigen Lebens, verkörpert in seiner Tochter Marie, zu zweifeln: Ist sie überhaupt meine Tochter? Diese Frage ist quasi die Steigerung einer vorhergehenden, ebenso plötzlich sich aufdrängenden Frage: Habe ich womöglich (als Resultat eines Seitensprungs vor 17 Jahren) einen unbekannten Sohn? Und als Kurt in seinem September-Blues beinah panisch einen ungeheuren dramatischen Überbau entwickelt, der in der fixen Idee gipfelt, einen womöglich drohenden Inzest verhindern zu müssen, heißt es sozusagen Pappa ante portas oedipi!
„Was ich besitze, seh' ich wie im Weiten/Und was verschwand, wird mir zu Wirklichkeiten." Diese Goethe-Zeilen beschreiben leitmotivisch Kurts Sehnsucht nach sich selbst zu einer Zeit, in der er jünger und alles offen war. Also nach der Zeit des Säens. Ja, er „verrät" die Erntezeit an die Zeit des Säens. Versteht sich aber von selbst, dass ein Autor wie Klaus Modick es versteht, die melancholische Tiefenpsychologie ebenso ironisch-locker zu verpacken wie seinerzeit in „Ins Blaue". Rundum amüsante Lektüre also. Unter anderem, weil auch im „September Song" der Rotwein schlonzende Tunichtgut, legere Lebemann und gebildete Causeur Fred Steinmann, genannt Feuerstein, wieder eine tragen-de Rolle spielt.
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