Schon allein bei der wunderbaren Aufmachung dieses Albums, wird einem klar, dass Jonas eine besondere Band ist, die leider, wenn auch nicht verwunderlich, recht unbekannt geblieben ist. Liebe Jungs, bei denen man das Gefühl hat, man würde sie kennen. Wirklich wunderschöner Post-Grunge (was nicht gerade selbstverständlich ist), der einen zu Herzen geht. Zuweilen hat man bei Sänger Mathias Exler das Gefühl, er würde jeden Moment anfangen zu weinen, und im nächsten Augenblick schreit er voller Verzweiflung, die man ihm auch abkauft. Es ist geradezu unmöglich einen Lieblingssong zu nennen, was auch in der enormen Abwechslung zu begründen ist - von tief depremierten Kunststücken wie "Lovecut", " I'm your wife" oder " Be yourself" zu allessagenden und mitreißenden Songs wie "Suicide Sunday", "Meek" usw.
Je öfter man sich September Sex Relationship zu Gemüte zieht, desto mehr Feinheiten erkennt man - auch textlich. Deshalb kann man ihnen auch kaum Zeilen wie "Eat my Cancer" verübeln, die mir doch recht nach Nirvana klingen. Wer Melancholie, liebevoll verpackte Songs und jugendlich depremierte, sympathische und gefühlvolle Lyrics mag, wird mit diesem Album schöne Stunden verbringen...und für einen Moment glaubt man fast, dass Grunge doch nicht tot ist...