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September. Fata Morgana: Roman
 
 
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September. Fata Morgana: Roman [Gebundene Ausgabe]

Thomas Lehr
2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 4 (16. August 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446235574
  • ISBN-13: 978-3446235571
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,8 x 3,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 232.107 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Thomas Lehr
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Thomas Lehr, Favorit für den Deutschen Buchpreis, legt mit 'September. Fata Morgana' einen anspruchsvollen Roman vor, der in allen Belangen überzeugt." Simone Fässler, Tages-Anzeiger Zürich, 29.09.10 "Es ist ein ungewöhnliches, leidenschaftliches und kühnes Buch, das den Klang archaischer Heldengesänge und orientalischer Märchen mit europäischen Diskursformen - Reflexion, Meditation, Dialog, Elegie - zu einer vielstimmigen Sonate komponiert." Beatrix Langner, Neue Zürcher Zeitung, 05.10.10

"Dieser erstaunliche Roman begnügt sich nicht damit, Zeitgeschichte kenntlich zu machen. Er durchdringt sie." Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung, 16.08.10 "Es gibt diese Bücher, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen, wenn man sich ihnen ausliefert. Die einen Sog entwickeln, der dem Leser nur zwei Wege belässt: entweder gar nicht erst rein oder nie wieder raus, nicht für die nächsten fast 500 Seiten jedenfalls. Thomas Lehrs neuer Roman ist so ein Ereignis. Es ist ein schwer fassbares Werk, das erst fordert, dann gibt. Ganz viel. Ein sensationelles Buch." Erik Heier, Tip Berlin, 17.08.10 "Es gäbe noch viel zu rühmen an diesem Buch, das zweifellos das Opus Magnum eines Autors ist, der schon seit langem meisterhaft mit der Zeit spielt. "September. Fata Morgana" ist weit mehr als der deutsche Roman dieses Herbstes: ein grandioses poetisches Epos, das vom Beginn des 21. Jahrhunderts erzählt." Meike Feßmann, Der Tagesspiegel, 12.09.10 "Ein großartiger Roman über den 11. September 2001 und die Jahre danach. Sprachlich und gedanklich ist "September" eine kunstvolle und grundsätzliche Gegenwehr gegen das Leichtgängige, gefährlich Banale in Form und Inhalt." Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau, 16.09.10 "Eine vierstimmige rhapsodische Ballade über den elften September und die Folgen. Ein sprachliches Kunstwerk allerersten Ranges. ... Nichts Geringeres als ein "West-östlicher Diwan" für unsere Zeit." Tilman Krause, Die Welt, 18.09.10 "Thomas Lehr betätigt sich als Brückenbauer zwischen Orient und Okzident. ... Ein erschütternder Roman zum Thema Krieg. Ein großes Risiko ist Thomas Lehr eingegangen. Ein Meisterwerk hat er geschrieben." Die Welt, 02.10.10

Kurzbeschreibung

Zwei Väter und zwei Töchter, zwei parallele Lebensgeschichten in den USA und im Irak. Ihre Schauplätze sind weit entfernt, und doch verbinden sie zwei politische Ereignisse: Sabrina stirbt am 11. September 2001 im New Yorker World Trade Center, während Muna 2004 in Bagdad bei einem Bombenattentat ums Leben kommt. Thomas Lehr, in Deutschland einer der "klügsten und brillantesten Schriftsteller" (FAZ), begibt sich in seinem grandiosen, vielschichtigen Werk auf eine literarische Grenzwanderung zwischen zwei Kulturen. In einer verdichteten, lyrischen Sprache erzählt "September" vom Islam, von Öl, Terror und Krieg und von zwei Frauen, die stellvertretend für die Opfer dieses Konflikts stehen.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
35 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ulrich Gellermann TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
"Wer sich selbst und andere kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
Sind nicht mehr zu trennen."
Johann Wolfgang von Goethe, West-Östlicher Divan

Die letzte Seite des Buchs ist gelesen, eine hallende Stille breitet sich aus, Bilder bilden sich im Kopf. Bilder vom Leben zweier junger Frauen. Parallel läuft ihre Zeit, doch nicht getrennt. Die eine starb in New York in einem der Twin-Towers an jenem 11. September 2001, der einen tiefen Schnitt zu machen schien zwischen uns und den anderen. Die zweite junge Frau wurde, nur wenige Jahre später, Opfer eines Anschlages in Bagdad, als aus dem Schnitt längst ein klaffendes Loch geworden war. Dass wir aber, gleich wie tief der Graben zwischen den Muslimen und uns geworden sein mag, zur selben Gattung gehören, dass sich ihre und unsere Geschichte immer wieder berührt hat und berührt, dass der Graben überwunden werden muss, darüber schreibt Thomas Lehr in seinem außergewöhnlichen Roman "September. Fata Morgana". Es ist ein Buch von der Liebe geworden und vom Tod, von der Kindes- und Elternliebe und von der Kraft des Weiterlebens. Zugleich ist ihm eine historische, politische Dimension zu eigen, die dem Subjektiven einen festen Rahmen gibt.

Sabrina, ein Kind aus einer deutsch-amerikanischen Ehe, bestimmt den einen großen Erzählstrang. Sie nimmt für sich ein, wenn Thomas Lehr erzählt wie sie aufwächst, wie sie anfängt, sich ihre Welt zu erobern in den USA der gebildeten Mittelschicht, wie sie zwischen den getrennten Eltern pendelt und ein eigenes, neugierig-kluges Leben entwickelt. Mit Martin, ihrem Vater, dem Professor der über einer Arbeit zu Goethes Frauen brütet, gibt der Autor großzügig die Gelegenheit einen deutschen Seitenarm seines Erzählens zu befahren: " . . . schließlich," sagt Sabrina bei einer Deutschlandreise , "bin ich es gewohnt, dass mein Vater dem Deutschtum immer auf den deutschesten Deutschgrund gehen muss . . . " ,als die beiden das Pergamon-Museum in Berlin besuchen und Martin erinnert, dass es die Deutschen waren, die vor mehr als hundert Jahren begonnen hatten in Babylon zu graben.

Muna, ist die Tochter des Arztes Tarik. So wie ihr arabischer Name erzählt, ist sie eine "Gewünschte", umhüllt von der Liebe ihrer Eltern, geworfen in das Bagdad des Saddam Hussein, in jenem Irak, der dort liegt, wo die ersten Hochkulturen aus dem Bauern den Städter entwickelten und jenem Land, von den Osmanen zusammengerafft und den Engländern als Öl-Quelle besetzt, das sich und sein Öl aus der Hand des Westens befreite, um unter die Räuber der Baath-Partei zu fallen. Thomas Lehr lässt den Tarik, der aus dem französischen Exil zurück nach Bagdad kommt, die Hoffnung denken: ". . . auf ein Land, das die Kolonisation abgeschüttelt, die Selbstlähmung überwunden. Es würde sich rezivilsieren weil es die älteste der Zivilisationen schon in sich trug." Muna ist ein "SuSchi", sagt sie, mit einem "sunnitischen atheistischen Vater und einer schiitischen Mutter" begabt und beschreibt so eine der vielen Dilemmata des geschundenen Landes, gefoltert von Saddam, durch das westliche Embargo vom Hunger gewürgt und zerbombt von der Koalition der Willigen. Das alles, in einer bezwingenden Sprache vorgetragen, schildert der Autor als habe er selbst im Bagdad jener Tage gelebt.

Ohne Punkt und Komma fließt der Text über die Seiten. Wie ein langes Gedicht füllt er das Buch. Das ist gewöhnungsbedürftig. Aber wer sagt denn, dass Gewohnheiten nicht gebrochen werden dürfen? Schon Luisa, die spanische Freundin des deutschen Professors, ist es wert sich auf Lehrs Schreibart einzulassen. Luisa kann Sätze sagen wie den über den deutschen Kanzler, der nicht in den Irak-Krieg will: "Er hat recht und er will die Wahl gewinnen." Und zu Bush jr. fällt ihr ein: "Der das Rachebedürfnis, die Ohnmachtsgefühle und die Verzweiflung einiger Millionen mit der eiskalten Ölmachtpolitik seiner berechnenden Freunde zu einer scheinbar urgerechten Sache verknetet . . . was für eine Scheiße." - Ohne zu predigen lässt "September" die Einsicht zu, dass der Frieden zwischen den gedemütigten Muslimen und dem verschreckten Westen nur durch dessen Verzicht zu haben wäre: Verzicht auf den Diebstahl der Rohstoffe, Verzicht auf die billige Arbeit der anderen, Verzicht auf die Ausbeutung. Dann, vielleicht, wäre das größte Völkerschlachten seit Vietnam zu beenden.

Thomas Lehr ist ein deutscher Autor aus der Reihe nach Günther Grass und Christa Wolf, der sich auf seine Zeit einlässt, der vom wirklichen, schönen und dreckigen, zarten und brutalen Leben erzählt, der in der Lage ist, die langen Linien der Geschichte zu sehen und sie zu Geschichten zu flechten, die mit uns, mit dir und mir, zu tun haben: So einer nimmt den Stab auf, den Heinrich Mann schon in der Hand hielt, den Alfred Andersch und Franz Fühmann aufnahmen, um ihn in der langen Stafette humanistischer Botschaften an die folgende Generation weiterzugeben. So einer erkennt die Welt, um sie zu verändern.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von W. Öschelbrunn TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Mit dem Abstand von fast einem Jahrzehnt präsentiert Thomas Lehr mit "September - Fata Morgana" eine literarische Bewältigung des Anschlages von 9/11 und des nachfolgenden "War on terror", die qualitativ die Schnellschüsse a la "Falling Men" (Don Delillo) oder "Der Terrorist" (John Updike) um Längen in den Schatten stellt. Thomas Lehr gibt den 3000 New Yorker Toten und den ungezählten irakischen Opfern exemplarisch Namen und Gesichter. Er zerstört die schonende Maske der Anonymität, die die Masse der Zeitgenossen zu den Leiden der Opfer auf Distanz hält.

Im Mittelpunkt des Romans stehen eine US-amerikanische und eine irakische Familie, die beide kaum exemplarischer für ihr Land und ihre Zeit sein könnten. Die Lechners sind eine typisch-westliche patch-work Familie des neuen Jahrtausends. Vater Martin, deutscher Literaturprofessor, den die Karriere an die US-Ostküste verschlagen hat, lebt von seiner ersten Frau Amanda getrennt. Die gemeinsame Tochter Sabrina erlebt gerade die letzten Tage der Semesterferien in New York. Nun plant sie einen spontanen Trip nach Kalifornien. Es ist der 9. September 2001, nur noch der Mutter will Sabrina von ihren Plänen berichten. Das Büro der Mutter befindet sich im Nordturm des World Trade Centers. Es ist morgens kurz nach Dienstbeginn ...

Tarik verzweifelt an seinem Heimatland Irak. Sein Medizinstudium hatte Tarik in einer so weit entfernt scheinenden Zeit in Paris abgeschlossen. Im Irak Saddam Husseins wenige Tage vor Beginn des zweiten Irakkrieges ist allerdings von den glücklichen Tagen seiner bürgerlich-modernen Familie nichts mehr geblieben. Das Terrorregime Saddam Husseins hat längst auch Tariks Familie in Angst und Schrecken versetzt und der wirtschaftliche Niedergang nach einem Jahrzehnt Wirtschaftsembargo hat das Land und die Bevölkerung ruiniert. Tarik wünscht sich nichts mehr als den Untergang des Saddam-Regimes, nun muss er sich aber ebenso um das Leben seiner Familie angesichts des bevorstehenden US-Angriffs sorgen.

Mit einer besonders lyrischen Sprache (ohne Punkt und Komma) entführt Thomas Lehr den Leser in diese so unterschiedlichen Lebenswelten, in deren Kern zwei verzweifelte Familienväter stehen, die das Wertvollste in ihrem Leben verlieren werden. "September - Fata Morgana" ist dabei kein plump populistischer Anti-Kriegs-Roman, sondern eine sehr differenzierte Auseinandersetzung mit der Zwiespältigkeit der Gefühle der Opfer der weltpolitischen Verwerfungen der letzten zehn Jahre. Es geht um Hass und um Rache, um schiere Verzweifelung und immer auch wieder um den Mut zur erneuten Hoffnung auf Besserung.

"September - Fata Morgana" ist ein anspruchsvolles Buch, nicht nur sprachlich, sondern auch inhaltlich. Es werden einige historische Kenntnisse der Geschichte des modernen Iraks und des Babylonierreiches vorausgesetzt, die sich aber leicht über Wikipedia recherchieren lassen. Der Aufwand lohnt sich, denn so erschließt sich dem Leser ein wirklich herausragender Roman.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von j81
Format:Gebundene Ausgabe
die meinungen zu diesem werk gehen weit auseinander thomas lehr gelingt es sehr gut die stimmungen die momente der jahre 2001 bis 2004 zurückzuholen darüberhinaus hat der autor sehr gut recherchiert der fiktive roman wird somit auch zu einer art presseschau der stil dies wird dem leser des buches ähnlich gehen wie dem leser dieser beurteilung ist zuweilen etwas anstrengend warum lehr dieses doch etwas zu gewollt postmoderne stilistische mittel wählt leuchtet jedoch ein und es verfehlt definitv nicht seine wirkung alles in allem sehr lesenswert dem aufmerksamen lesern dürfte nicht entgangen sein dass ich der ansicht bin (interpunktion ein): eher 5 sterne als ein stern.
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