Das Buch über Sepp Holzers Permakultur ist ein netter Einstieg in das Thema "Permakultur" und für jeden Biogärtner interessant.
Der österreichische Bauer zeigt eine Menge kreativer Lösungen für extensive Landwirtschaft auf, ohne dabei dogmatisch zu wirken (abgesehen von seiner erfahrungsbedingten Abscheu gegenüber einigen öffentlichen Institutionen und Behörden).
Es liegt dem Autor offensichtlich am Herzen, den Leser zum Experimentieren anzuregen, er gibt praktische Tipps und untermauert sie mit eigenen Beobachtungen.
Besonders gefallen hat mir das ausführliche Kapitel über Pilzzucht.
Schon während des Lesens möchte man am liebsten gleich mit dem "Permakultivieren" im eigenen Garten anfangen.
Und hier fängt das Problem an: so interessant sich das alles anhört, so einfach die Permakultur angeblich ist - meiner Meinung nach lässt sich sehr vieles davon wirklich nur auf grossen Betrieben umsetzen.
(Welcher kleine Hobbygärtner kann sich auf seinem Gartenstück schon Schweine, oder auch nur Geflügel halten, um ihnen das Pflügen und die Düngung zu überlassen? Wer hat Unmengen von Windwurfholz, um damit Ställe und Lagerkeller zu bauen?)
Das Kapitel "Hausgarten" ist dann auch enttäuschend kurz, und enthält wenig Informatives für Menschen, die sich bereits vorher mit biologischen Methoden und/oder Heilkräutern auseinandergesetzt haben.
Der - für mich - hinderlichste Punkt, Holzersche Permakultur für den Klein- und Hobbygärtner praktisch umzusetzen, ist die Tatsache, dass Holzer sich fast ausschliesslich auf die Beschreibung und Nutzung seines Hofes beschränkt. Die tragenden Elemente der Bewirtschaftung auf dem Krameterhof sind Quellen, terrassierte Berghänge und Felswände.
Im hiesigen norddeutschen Flachland ist davon überhaupt nichts vorhanden, und das macht es auch dem willigen und kreativen Lehrling schwer, viel praktischen Nutzen aus dem Buch zu ziehen.
Fazit: Man muss dieses Buch als sehr interessantes Sachbuch und guten Einstieg in die Thematik betrachten, der viele Anregungen und Denkanstösse (nicht nur für Bauern und Gärtner) gibt, dabei aber für einen Grossteil der Leser eher schlecht umsetzbar bleiben dürfte.