Irgendwo zwischen Beziehungskomödie und -tragödie muss "Separation City" eingeordnet werden. Die Hauptcharaktere Simon und Katrin erleben traurige Zeiten. Dennoch gibt es viele komische Szenen, die dem Film die Tragik nehmen, so dass insgesamt der Eindruck entsteht, die Protagonisten nehmen ihre Schicksale zu schwer, anstatt sie wie Erwachsene hinzunehmen und mit ihnen zu leben.
Der Film lebt vor allem von seinen guten Schauspielern und einem ruhigen Drehbuch. Die vier Paare leben in einer Familienidylle im Grunde zufrieden vor sich hin. Es sind weniger die unerfüllten Sehnsüchte und Wünsche, die Simon zu Katrin treiben, oder eine Ehefrau dazu bringen, sich als Lesbe zu outen, es scheint vielmehr die Langeweile zu sein, die den Figuren zu schaffen macht. Sie steuern bewusst auf die Krise zu, ohne etwas dabei gewinnen zu können.
Diese Darstellung des modernen Ehelebens, welches Scheidungen und Singles am laufenden Band produziert, ist filmisch durchaus gelungen. Der Film unterhält, die Figuren sind sympathisch und gut gespielt, der Zuschauer ist gespannt, wie die Paare ihre Krisen lösen oder auch nicht, also wer einzieht in "Separation City" und wer nicht.
Schade ist nur, dass sich auf der DVD kein Zusatzmaterial befindet. Mit Wellington und Berlin sind zwei nicht sehr alltägliche Kulissen für einen solchen Film gewählt worden, die Schauspieler sind sehr gut, das Drehbuch interessant. Also hätte es einige Anlässe für Hintergrundinformationen gegeben. Auch ist schade, dass es keine Untertitelung gibt. Die Bild- und Tonqualität zumindest ist sehr gut.
Das kurze Fazit lautet: Ein sehenswerter Film auf einer sehr schlecht ausgestatteten DVD. Fans von Beziehungsfilmen können dennoch bedenkenlos zugreifen.