Aus der Amazon.de-Redaktion
Ende der 80-er Jahre bezauberte die Engländerin Tanita Tikaram mit ihrer rauchigen Stimme und Schüchternheit. Nach einer langen Pause präsentiert sie auf dem neuen Album
Sentimental zehn neue Songs, teils in Italien, teils in England entstanden. Doch in Zeiten herausragender Stimmen fällt auf, wie wenig variabel auch heute ihr Gesang ist, sie bisweilen sogar mit dem Modulation arg zu kämpfen hat, vor allem bei ganz langsamen Kompositionen wie dem Bossa-Nova "Play Me Again", den traurigen Liebesliedern "My Love" oder "Forever". "Something New" kommt mit Geige, Bläsern und leichten Country-Einflüssen ihrer Stimme noch sehr entgegen. Und auf dem sanften "Everyday Is New" (mit Nick Lowe im Duett), und vor allem dem beschwingten, lebendigen ".Don't Let The Cold" kommt sie endlich aus der Reserve, wagt auch eine höhere Tonlage. Besonders gelungen ist das fingerschnippende Pianostück "Got To Give You Up", auf dem sie die singende Gitarre im Scat-Stil nachahmt. Das sind aber auch schon die Höhepunkte in einer insgesamt sehr verhaltenen, wenig inspirierten Produktion, was leider auch die Arrangements betrifft. Die Beteiligten haben wohl die Vorgabe - besonders entspannt und lässig - im Gegensatz zum LP-Titel "Sentimental" allzu wörtlich genommen. Schade, denn die Songs selber sind durchaus gelungen.
-- Ingeborg Schober
Kurzbeschreibung
Tanita Tikaram kehrt mit einer Fülle mitreißender Songs zurück. Das Album Sentimental erscheint diesen Frühling bei V2 records. Sentimental unterscheidet sich etwas von seinen Vorgängern. Ja, dieses Album ist tatsächlich etwas anders. Die Platte wurde auf eine andere Art und Weise aufgenommen, doch hängt dies mit der Weiterentwicklung meines Songwritings zusammen. Je reifer ich werde, desto simpler werden meine Lieder, erläutert Tanita. Ihre raue und gleichzeitig entspannende Stimme steht wieder einmal im Vordergrund. Diese pendelt immer zwischen sinnlichem Flüstern und einem eruptiven Jazz-Lamento. Die Ausführung ist dem konventionellen Live- Gespür des Songs angepasst. Eingespielt in London und Bologna in Zusammenarbeit mit Co- Produzenten Neil Brockbank, Daniela Ronconi, die für die Arrangements verantwortlich war, Robert Trehern, dem Schlagzeuger und dem Gitaristen Mark Cresswell, bietet das Endresultat ein außergewöhnliches und intimes Album, das viele delikate und aufwühlende Momente beinhaltet. Persönlich, ohne dabei beichtend zu wirken. Die Stücke sind zu jeder Zeit leichtfüßig und ehrlich, wie der Titel eigentlich schon verrät. Sentimental fordert jedoch den Hörer heraus, und falls dieser sich der Herausforderung stellen sollte, wird er mit wundervollen Kompositionen belohnt. Sentimental besteht aus einem Guss, egal ob es steil bergab (Play Me Again, My Love), oder bedacht bergauf geht (Don`t Let The Cold, Every Day Is New). Sprachgewandt und unheimlich selbstkritisch; ihre Ziele direkt und ohne wenn und aber