Aus der Amazon.de-Redaktion
Jede Pause hat ihr Gutes. Zumal bei Künstlern, die wie der schwedische Posaunist, Komponist, Bandleader und Festivalleiter Nils Landgren fast unentwegt auf Tour sind. Denn auf der Bühne spielt der Mann mit der roten Posaune meistens bis zur völligen Erschöpfung: Die Konzerte, die er mit seiner hitzigen Funk Unit zum Besten gibt, sind schon deshalb legendär, weil sie jede Halle zum Kochen bringen. Wenn Landgren allerdings Verschnaufpausen einlegt, dann weiß er sie auch schöpferisch zu nutzen. Und in solchen Momenten der Ruhe kommt viel von dem zum Vorschein, was sich während aufreibender Tourneen oft nicht verwirklichen lässt. Zum Beispiel das Bedürfnis nach Stille. Und so legt Landgren nach
Layers Of Light jetzt ein weiteres Album vor, auf dem er die leisen Töne der Empfindsamkeit anstimmt.
Sentimental Journey lässt sich allerdings nicht so einfach in die balladeske "Standardwelle" einordnen. Denn die Reise macht auch bei Songs von Kurt Weill, Sting und der Bluegrass-Sängerin Alison Krauss Station. Und mit seiner nicht gerade geölten Kopfstimme, einem fast zerbrechlich wirkenden Gegenpol zur fülligen, wendigen Posaune, sorgt Landgren dafür, dass die Sanftmut nicht allzu gefällig wirkt. Auch die Streicher des schwedischen Fleshquartet bürsten mit ihren minimalistischen Arrangements einige wohl bekannte Balladen liebevoll-raffiniert gegen den Strich. Bleibt noch das einfühlsame, nicht übertrieben diskrete Trio: Die beiden Schweden Anders Widmark (Piano) und Lars Danielsson (Bass) sowie Wolfgang Haffner am Schlagzeug können es wunderbar mit Landgrens Gesang und Horn aufnehmen. Kitsch? Bei Landgren sucht man ihn vergeblich. --Roman Rhode
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