Am Tarot faszinieren mich die Bilder, deren Vielschichtigkeit und Tiefe mir oft wichtige Informationen vermittlen. Hier habe ich nun ein Tarot der Worte. Und siehe da - auch mit wenigen Worten in kreativ arrangierter Schrift lassen sich Bilder malen, die mich innehalten lassen.
Das, was ich lese, habe ich nicht erwartet - ich wäre nie darauf gekommen, die Dinge aus dieser Perspektive zu betrachten. Was die Worte mir sagen, taucht das Problem, das mir zu schaffen macht, in ein völlig neues Licht.
Für mich entpuppen sich die Karten als Koans, die mich zuverlässig auf mich selber werfen. Jede Karte ist völlig einzigartig. Schrift wird zu Bildern, lässt sich auf unterschiedliche Arten lesen. Manchmal als Suchspiel gestaltet, oft Rätsel aufgebend. Jede einzelne Karte strahlt Freude am kreativen Umgang mit Schrift und Sprache aus.
Und die Auseinandersetzung mit dem Gelesenen lässt mich meine altbekannten Tarot-Karten mit völlig neuen Augen sehen. Ganz offensichtlich haben Kennerinnen hier ihre Liebe zum und ihr Wissen um Tarot zum Ausdruck gebracht.
Das Begleitheftchen enthält essenzielle Informationen zum Kartendeck: Inspirationen zum Gebrauch der Karten, Erläuterungen der Symbole, ein Verweis auf den Lebensbaum der Kabbalah, der in der Symbolik der kleinen Arkana auftaucht. Schön gestaltet. Kein Wort ist zu viel. Aber es feht auch nichts.
Und: Hier sind die Sprüche im "Klartext" und mit Quellen-Angabe zu lesen - was das Heftchen für mich zu einem kleinen feinen Weisheits-Buch macht. Auch die Quelle der verwendeten Schrift wird benannt. Dadurch wird mir bewusst, dass ja jede Schrift für sich ein Kunstwerk ist, mit eigenem Charakter und Ausdruck. Hier findet jede Schrift ihre Würdigung und Wertschätzung.
Ein überraschendes Tarot-Deck, das, wie ich weiß, schon viele Liebhaber gefunden hat und sehr wahrscheinlich noch finden wird.